Fukushima aktuell: Demontage von Schutzmantel nimmt erste Hürde

Fukushima aktuell: Demontage von Schutzmantel nimmt erste Hürde

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Entfernung aller oberen Seitenpaneele am 7. Oktober 2016 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Entfernung aller oberen Seitenpaneele am 7. Oktober 2016 (Foto: TEPCO)

Während sich die internationalen Medien auf Ereignisse stürzen, über die Spreadnews bereits gestern erstmals berichtete, gab es am AKW Fukushima heute neue Entwicklungen.

Auch aus der gleichnamigen Präfektur gibt es aktuelle Fukushima News und das, wie üblich, im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Oktober 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Demontage oberster Wandpaneele an Schutzmantel abgeschlossen
  • Einzelheiten zum Wasserleck am Bolzentank
  • Erstmals wieder Reislieferungen aus Naraha
Demontage oberster Wandpaneele an Schutzmantel abgeschlossen

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi veröffentlicht heute Aufnahmen, auf denen die jüngsten Demontage-Arbeiten am Schutzmantel um das Gebäude von Reaktor 1 zu sehen ist und liefert hierzu Informationen über den Verlauf der Arbeiten.

Demnach wurde heute das bislang achte Paneel auf der Nordseite entfernt. Damit ist die gesamte oberste Reihe des Schutzmantels erfolgreich abmontiert worden.

Nach Angaben von TEPCO gab es durch die Arbeiten keinen Anstieg der Umgebungsradioaktivität und auch sonst habe es keine Auffälligkeiten bei der Durchführung gegeben.

Mit der Demontage war kurz vor sechs Uhr morgens begonnen worden. Den Abschluss der Maßnahme meldete das Unternehmen einige Stunden später.

Der Start der Arbeiten zur Entfernung der Seitenteile begann im September, nachdem zuvor erfolgreich alle Dachpaneele entfernt werden konnten.

Einzelheiten zum Wasserleck am Bolzentank

Bereits am gestrigen Donnerstag berichteten wir an dieser Stelle über den neuesten Fall eines Wasserlecks an einem Bolzentank. Nun gibt es weitere Informationen über den Umfang des Zwischenfalls.

Demnach ist eine Gesamtmenge von 32 Litern an radioaktiv belastetem Abwasser ausgetreten, das eine Betastrahlerkonzentration von 590.000 Becquerel pro Liter hatte. Dieses kontaminierte Abwasser habe sich dann mit Regenwasser vermischt.

Unverändert wird davon berichtet, dass diese Mischung innerhalb der als Dämme dienenden Betonbarrieren blieb und nicht in die Umwelt gelangte. Darüber berichteten heute nahezu alle japanischen Medien, darunter Asahi Shimbun und NHK.

Bolzentanks waren in der Vergangenheit durch Großlecks aufgefallen und der Austausch gegen verschweißte Strahltanks beschlossen worden. Aufgrund von Verzögerungen bei der Fertigung wurde jedoch die Weiterverwendung der Bolzentanks genehmigt.

Erstmals wieder Reislieferungen aus Naraha

Die diesjährige Kontrolle der bisherigen Reisernte in einem Lager in Naraha wies nach, dass der dort getestete Reis keine Cäsiumbelastung über dem zulässigen Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm aufwies.

Damit wird das erste Mal seit sechs Jahren wieder in Naraha produzierter Reis in den regulären Handel kommen. Bei dem Reis handelt es sich um die Sorte „Ten no tsubu“, von dem über einhundert Säcke jeweils einzeln geprüft wurden.

Der Bürgermeister zeigte sich bei einem Besuch des Lagers erfreut über die Entwicklung.

Die Bestätigung, dass der Reis verkehrsfähig ist, sei ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen in den Reisanbau zu stärken. Vor der Fukushima-Katastrophe war der Reisanbau eine der wichtigsten Wirtschaftszweige der Gemeinde Naraha.

Die Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Naraha war im September vergangenen Jahres erfolgt, so dass in diesem Jahr der Reisanbau wieder in großem Maßstab anlaufen konnte. Weiterer Anbau und Lebensmittelkontrollen sind geplant. Über diese positive Entwicklung berichteten Präfekturmedien.

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