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Fukushima aktuell: Details zu Demontageplänen für Reaktor 1

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Animation der Demontage (Bild: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Animation der Schutzmantel-Demontage (Bild: TEPCO)

Der Fuji erfreut Japan mit dem ersten Schnee auf seiner Kuppe  und die vom AKW Fukushima heute gemeldeten Neuigkeiten sind ebenfalls durchaus positiv – auch wenn weitere Verzögerungen zu erwarten sind. Einzelheiten sowie weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. Oktober 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Details zu den Entmantlungsplänen von Reaktor 1
  • Abriss von Gebäuden in Naraha angelaufen

Details zu den Entmantelungsplänen an Reaktor 1: Gestern berichteten wir an dieser Stelle über die Präsentation der Abrisskonzepte für den Schutzmantel um Reaktor 1 durch den Kraftwerksbetreiber TEPCO. Diese sollen am 22. Oktober beginnen. Jetzt gibt es detailliertere Informationen.

Demnach soll das Einsprühen der Trümmer innerhalb des Gebäudes durch 48 Öffnungen von jeweils 30 Zentimetern Durchmesser erfolgen. Bei dem Bindemittel, dass radioaktiven Staub an den Trümmern binden und diese an unnötigen Bewegungen hindern soll, handele es sich um ein Kunstharz.

Um eine genaue Überwachung der Arbeiten zu gewährleisten und den Zustand der Trümmer einzuschätzen, sollen ab Monatsende zwei der insgesamt sechs Deckenpaneele entfernt werden, um dort eine Kamera anbringen zu können. Die teilweise Öffnung wird zudem auch erste Erkenntnisse über die Verbreitung von radioaktiven Substanzen bei der weiteren Entfernung von Dachteilen liefern.

Das weitere Vorgehen und die Festlegung eines genaueren Zeitplans, wird vom Ergebnis der Untersuchungen abhängen. Im Idealfall hofft der Betreiber, bereits im März kommenden Jahres mit den Hauptarbeiten bei der Demontage des Schutzwalls beginnen zu können. Die erste Bergung von Trümmern wäre dann im Fiskaljahr 2016 möglich.

Die Entfernung des Schutzmantels hatte sich allerdings bereits in der Vergangenheit verzögert. So waren etwa im Juli 2014  Schäden an einem Abrisskran entdeckt worden, Verzögerungen sind daher auch für den Beginn der Bergung von Brennelementen zu erwarten. Die Brennelementebergung ist vorerst für April 2017 vorgesehen.

Sowohl die Präfekturverwaltung, als auch 13 angrenzende Gemeinden sind über die Pläne in Kenntnis gesetzt. TEPCO versicherte, die Freisetzung von radioaktivem Material bei Entmantelung und der späteren Trümmerräumung so gering wie möglich halten zu wollen.

Im August 2013 hatte es ein Negativbeispiel für die möglichen Folgen derartiger Arbeiten gegeben. Damals waren Reisfelder durch radioaktives Material aus Räumungsarbeiten an Reaktor 3 kontaminiert worden. Neben dem Betreiber berichteten auch Asahi Shimbun und NHK über die Zukunftspläne für Reaktor 1.

Abriss von Gebäuden in Naraha angelaufen: Am gestrigen Mittwoch begann das Umweltministerium mit der Demontage von Holzgebäuden des Bezirks Oyachi in der Ortschaft Naraha, der vollständige Abriss von 800 Gebäuden, in der Ortschaft Naraha. Diese befindet sich innerhalb des Sperrgebiets um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi.

Die Arbeiten werden auf Antrag durchgeführt und so sollen in diesem Fiskaljahr zunächst 230 Einheiten abgerissen und die verbleibenden Gebäude im kommenden Jahr entsorgt werden. Durch die Beseitigung von beschädigten Gebäuden soll der Wiederaufbau der Gemeinde gefördert werden. Deshalb soll ein Teil der Bauelemente auch wiederverwendet werden. Das berichten Präfekturmedien.

Häuser im Sperrgebiet sind nicht nur radioaktiver Belastung ausgesetzt, sondern können durch die Naturkatastrophen vom März 2011 Schäden erlitten haben. Auch der Umstand, das wilde Tiere in leerstehende Gebäude eindringen, trägt zum schlechten Zustand von Objekten in Holzbauweise bei.

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