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Fukushima aktuell: Die Rückkehr der Ahnengeister

Das buddhistische Ahnenfest Obon in FuzFukushima

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Artikelbild - Bon Odori - Tänze zum buddhistischen Totenfest (Foto: MIKI Yoshihito cc-by)
Das buddhistische Totenfest Obon (Symbolfoto: MIKI Yoshihito cc-by)

Wie in anderen Teilen Japans aktuell auch, stehen in Fukushima heute viele Meldungen im Zeichen des buddhistischen Ahnenfestes Obon, das jährlich im August stattfindet.

Was zunächst nur nach Folklore klingt, ist ein alter Brauch, der die Gemeinschaft zusammenhielt – und durch die Evakuierung aus Gemeinden teilweise verschwand. Die Einzelheiten der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. August 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Erstmals wieder Obon-Fest in einstiger Sperrgebietsgemeinde Tomioka
  • Ahnengedenken in früherer Sperrgebietsgemeinde Iitate
  • Bon Odori kehrt nach Namie zurück
Erstmals wieder Obon-Fest in einstiger Sperrgebietsgemeinde Tomioka

Mehr als sechs  Jahre nach den Tohoku-Katastrophen, kehrten frühere Bewohner der Ortschaft Tomioka zumindest zeitweise an ihren einstigen Heimatort zurück, um dort das erste Mal seit ihrer Evakuierung das sommerliche Obon-Fest zu begehen.

Obwohl die Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Tomioka bereits im April erfolgte, sind bis Anfang August lediglich etwa 200 der einst 13.300 Einwohner dauerhaft zuirückgekehrt – doch anlässlich des Festes konnte man bekannte Gesichter wiedersehen.

Etwa 400 Teilnehmer fanden sich ein, um den Vorfahren an ihrem früheren Wohnort Respekt zu bezeugen.

Die für mehrere Tage zu den Lebenden zurückkehrenden Ahnengeister werden von den Angehörigen mit Feuern begrüßt, Speiseopfern versorgt und gemeinsamen Tänzen unterhalten, bevor man sie wieder verabschiedet.

Neben den traditionellen Tänzen zu Taiko-Trommeln, gehörten auch große Feuerwerke zum Programm. Die Feierlichkeiten in Tomioka waren Teil einer präfekturübergreifenden Kampagne, die vor allem in der Region Tohoku stattfand und 10.000 Feuerwerke an 15 Standorten umfasste.

Über die Festlichkeiten berichteten mehrere japanische Medien darunter Mainichi Shimbun, Asahi Shimbun und NHK.

Ahnengedenken in früherer Sperrgebietsgemeinde Iitate

Erstmals nachdem im März 2017 die Evakuierungsanordnung für Iitate zum Großteil aufgehoben wurde, sind Evakuierte temporär in ihren früheren Heimatort zurückgekehrt, um dort das buddhistische Ahnengedenkfest zu begehen.

Ähnlich wie anderen Gemeinden, leidet auch Iitate an der geringen Rückkehrbereitschaft – obwohl erst vor wenigen Tagen ein Einkaufszentrum dort eröffnet wurde. Doch die Angst vor der Radioaktivität der immer noch dort gelagerten Abfälle, hält die Menschen ab.

Selbst Besucher der Friedhöfe müssen mit dem Umstand leben, dass in der Nachbarschaft zu den Grabstätten nach wie vor das Erdreich und Laub aus Dekontaminationsarbeiten behelfsmäßig in Plastiksäcken gelagert werden.

Über die Respektsbezeugung gegenüber den Vorfahren in Iitate berichtete die Asahi Shimbun.

Bon Odori kehrt nach Namie zurück

Für zwei Tage kehrte mit den Traditionen auch ein Stück Normalität in eine der früheren Sperrgebietsgemeinden zurück. Seit die Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Namie im März erfolgte, gibt es Bemühungen um das Gemeindeleben.

Am Wochenende fand erstmals seit der Kraftwerkskatastrophe und den Evakuierungen wieder das traditionelle „Bon Odori“ statt – die Tänze erfreuten sich bei den Besuchern immer größerer Beliebtheit und viele nahmen spontan daran teil.

Organisiert wurde das Event von der Gemeinde mit Unterstützung eines Vereins zur Bewahrung traditioneller Künste. Unter anderem stand auch die bekannte J-Pop-Größe Miki Munakata, die aus Namie stammt, auf der Bühne.

Den Abschluss bildeten etwa 700 Feuerwerksraketen. Über die Veranstaltung berichteten Präfekturmedien.