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Fukushima aktuell: Diskriminierung wird Expertenthema

Sachbuch zur Aufklärung und Umgang mit Mobbing veröffentlicht

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Artikelbild - Kinder in Katastrophenpräfekturen benötigen Traumahilfe (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Präfektur Fukushima: Fortschritte für Jung und Alt (Symbolfoto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Diskriminierung und Mobbing aufgrund ihrer Herkunft sind für Einwohner der Präfektur Fukushima heute immer noch ein Problem, das entschieden bekämpft werden muss. Wie die aktuellen Fukushima News zeigen, gibt es dafür auch durchaus Bemühungen.

Von Fortschritten kann dagegen die Fischereiindustrie der Präfektur sprechen – wurde doch ein weiterer Handelspartner für Erzeugnisse der Fischereibetriebe gefunden. Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Januar 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Buch zum Umgang mit Diskriminierung nach AKW-Krisen veröffentlicht
  • Flunder-Exporte aus Fukushima für März angekündigt
Buch zum Umgang mit Diskriminierung nach AKW-Krisen veröffentlicht

In einem neuen Buch nimmt sich eine Reihe von Experten des Themas der Diskriminierung von Menschen aus Fukushima an. Dabei geht es um das Angebot sachlich korrekter Informationen, als auch den Umgang mit Diskriminierung und Mobbing.

Unter dem Titel „Shiawase ni naru tame no „Fukushima sabetsu“-ron“ hat der japanische Verlag Kamogawa eine Sammlung der Texte von 14 Autoren herausgegeben. Auf 248 Seiten werden in fünf Kapiteln wesentliche Punkte behandelt.

Das erste Kapitel zeichnet ein Gesamtbild der Folgen durch die AKW-Krise. Im zweiten Kapitel wird die Überwindung von Vorurteilen und Diskriminierung behandelt. Kapitel Nummer drei widmet sich dem oft missverstandenen Thema der Radioaktivität.

In den beiden letzten Kapiteln geht es um Fragen der Gesundheit, insbesondere Angesichts der Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern, und die Beseitigung von radioaktiv kontaminierten Abfällen.

Nach Ansicht der Herausgeber ist wichtig, dass die Verantwortlichen, also die Regierung und Betreiberfirma erkennen, dass die Folgen eines solchen Zwischenfalls kein akademisches Thema für Experten, sondern gesellschaftlich relevant sind.

Um Vorurteile abzubauen sei es entscheidend, zunächst die Haltung des Gegenübers zu respektieren und dann auf einer wissenschaftlich fundierten Grundlage zu diskutieren. Über die Veröffentlichung des Buches berichteten Präfekturmedien.

Eine Übersetzung in das Englische wäre wünschenswert, um das Problem der Diskriminierung auch außerhalb Japans bekannter zu machen – nicht zuletzt, da derartige Reaktionen auch bei Reaktorunfällen in anderen Teilen der Welt zu erwarten sind.

Flunder-Exporte aus Fukushima für März angekündigt

Der Fischereiverband und fischverarbeitende Betriebe der Stadt Soma (Präf. Fukushima), planen für den März den Export von Flundern nach Thailand. Das gab Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur auf einer gestrigen Pressekonferenz bekannt.

Während Thailand bereits Reis und Pfirsiche aus der Region akzeptiert, plant man nun auch eine Ausweitung auf Malaysia und die Entwicklung neuer Vertriebswege in Südostasien, das aufgrund wirtschaftlichen Wachstums von Interesse ist.

Als Vorbereitung auf künftige Verhandlungen mit diesen Partnern will die japanische Außenhandelsorganisation JETRO zwischen Februar und März einige Köche aus diesen Ländern nach Soma einladen, so dass sie sich von der Qualität überzeugen können.

Im Jahr 2010 hatte die Präfektur mit einer Fangrate von 743 Tonnen vor der AKW-Krise den landesweit dritten Platz. Man hofft nun, an die Erfolge anknüpfen zu können und Gouverneur Uchibori wertet derartige Abkommen als Symbol für die Wiederbelebung.

Über die Übereinkunft berichteten Präfekturmedien.