Fukushima aktuell: Doppelter Alarm an Luftmessposten

Fukushima aktuell: Doppelter Alarm an Luftmessposten

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Artikelbild - AKW Fukushima: Luftbelastungsmessposten am Haupttor der Anlage, 4. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Luftbelastungsmessposten am Haupttor der Anlage, 4. April 2013 (Foto: TEPCO)

Der August hat kaum begonnen und schon meldet das AKW Fukushima heute wieder technische Probleme. Wie bereits einige Monate zuvor, geht es erneut um so genannte „schwere Alarme“ an Messposten.

Welche Fukushima News die Menschen in Japan aktuell sonst noch beschäftigten, erfährt man, wie üblich, im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. August 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Doppelter Alarm an Luftmessposten des AKW
  • TEPCO meldet positive Effekte der neuen Schutzkleidungsregelung
  • Gewisse Rückkehrbereitschaft in einigen Gemeinden
Doppelter Alarm an Luftmessposten des AKW

Am heutigen Dienstag kam es gegen 13:30 Uhr zum Alarm eines Staubmonitors auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi. Er wies durch eine hohe Alarmstufe auf einen starken Anstieg radioaktiver Partikel in der Umgebungsluft hin.

Eine Kontrolle ergab jedoch keine auffälligen Werte und auch die übrigen Messposten in der Nähe wiesen keine signifikanten Abweichungen von den zuvor gemessenen Werten auf.

Zum Zeitpunkt des Alarms fanden keine Arbeiten zur Entfernung eines Schutzmantels, noch Trümmerräumungen statt, die einen temporären Anstieg plausibel gemacht hätten.

Auch die Windrichtung aus Südosten, so dass Wind von außerhalb auf das Kraftwerksgelände geweht wurde und die Windgeschwindigkeit von 2,3 Metern pro Sekunde, lieferten keine Erklärung für den Alarm.

Offenbar handelte es sich somit um einen Fehlalarm.

Gegen 17:08 Uhr wurde vom gleichen Messposten erneut ein Alarm ausgelöst, doch auch in diesem Fall gab es keine Hinweise auf einen tatsächlichen Anstieg der Umgebungsradioaktivität oder erhöhter Konzentration in der Atemluft.

In diesem Fall blies der Wind mit einer Stärke von 1,6 Metern pro Sekunde in nord-nordöstliche Richtung und damit in Richtung der Küstenseite.

Nach Angaben von TEPCO werden die genauen Umstände noch untersucht, ein erneuter Fehlalarm scheint jedoch wahrscheinlich. Bereits vor zwei Monaten hatte es ähnliche Fehlalarme an Staubmessposten gegeben.

TEPCO meldet positive Effekte der neuen Schutzkleidungsregelung

Kraftwerksbetreiber TEPCO zeigt sich mit den Auswirkungen der im März erfolgten Richtlinienänderung für Schutzkleidung auf dem Kraftwerksgelände zufrieden.

Im Juni mussten nur noch etwa 47 Prozent der Beschäftigten einen Schutzanzug und eine vollständige Atemschutzmaske tragen. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Januar, als noch 66 Prozent von der strengeren Regelung betroffen waren.

AKW-Arbeiter: Vollgesichts-Atemschutzmaske (Foto: TEPCO)
AKW-Arbeiter mit schwerer Vollgesichts-Atemschutzmaske (Foto: TEPCO)

Gleichzeitig stieg in diesem Zeitraum die Zahl der Beschäftigten, die eine Halbmaske, statt einer Vollgesichtsmaske tragen dürfen, von zuvor 28 auf 48 Prozent.

Durch den Umstand, dass die Angestellten auf einem Großteil der Anlage einen einfachen Overall und Einmal-Schutzmasken tragen können, wird insbesondere während der heißen Sommermonate die körperliche Belastung reduziert.

Lediglich in Gebieten mit hoher Radioaktivität, wie etwa innerhalb der Reaktorgebäude 1 bis 3 ist vollständige, mehrlagige Schutzkleidung erforderlich. Bereits in Lagertankbereichen mit erhöhter Strahlung kann auf einen Teil verzichtet werden.

Durch die Richtlinienänderung fallen auch wenige Einmal-Schutzanzüge als kontaminierter Abfall an. Die tägliche Menge halbierte sich von 8.000 auf 4.000 Anzüge.

Wie TEPCO betont, ist trotz der gelockerten Bestimmungen die Zahl der gemeldeten Arbeiter mit nachweislicher Strahlenbelastung nicht gestiegen, sondern bleibe konstant bei etwa zwei Fällen pro Tag.

Durch die jüngst eingeführte Gesundheitsberatung für AKW-Arbeiter und die Verteilung von Sommerkleidung will man die zusätzliche Belastung der Arbeiter während der Sommermonate weiter senken. Das berichtete die Kyodo.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Hitzeschläge und Kreislaufprobleme, teilweise auch mit Todesfolge gegeben.

Gewisse Rückkehrbereitschaft in einigen Gemeinden

Die Zahl der Personen, die in frühere Sperrgebietsgemeinden zurückkehren wollen, ist in einigen Fällen offenbar gestiegen.

Präfektur Fukushima: Absperrung einer Zonengrenze (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Absperrung einer Zonengrenze (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Hatten für die Ortschaft Katsurao gegen Ende Juni noch 11 Personen ihre Rückkehrabsicht bekundet, sind es nunmehr 72 Personen. Im Fall von Minamisoma wollen etwa 400 evakuierte Einwohner an ihren einstigen Wohnort zurückkehren.

Ein Teil der Evakuierten will zumindest eine Zustellung von Post, was regelmäßige Aufenthalte dort erforderlich machen wird und ebenfalls für Rückkehrbereitschaft stehen dürfte. Außerdem könnte es einige Rückkehrer geben, die ihren Wohnortwechsel noch nicht bekannt gaben.

Mit Stand vom Juli ist die Gesamtzahl von Evakuierten außerhalb der Präfektur Fukushima im Vergleich zum Vormonat um 393 Personen gesunken. Das berichten Präfekturmedien..

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