Fukushima aktuell: Drastischer Strahlungsanstieg in AKW-Tunneln

Fukushima aktuell: Drastischer Strahlungsanstieg in AKW-Tunneln

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Artikelbild - AKW Fukushima: Auffüllung der Tunnel an Reaktor 3, 5. Februar 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Auffüllung der Tunnel an Reaktor 3 am 5. Februar 2015 (Foto: TEPCO)

Mit einem neuen Strahlungshoch meldet sich das verbliebene Wasser aus den Tunneln am AKW Fukushima heute zurück. Doch auch andere Zahlen der Fukushima News wissen zu erstaunen, etwa wenn es um die Menge an kontaminierten Abfällen geht.

Mehr zu den Themen, die in diesem Zusammenhang in Japan aktuell von Interesse sind, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Dezember 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Drastischer Strahlungsanstieg in AKW-Tunneln
  • Über neun Millionen Säcke mit kontaminiertem Abfall in der Präfektur
  • Besuch des Ministers für Wiederaufbau am AKW Fukushima

Drastischer Strahlungsanstieg in AKW-Tunneln: Kraftwerksbetreiber TEPCO meldet einen rapiden Anstieg der Strahlungswerte in unterirdischen Tunneln des AKW Fukushima südlich von Reaktor 4.

Aktuelle Wasserproben wiesen radioaktives Cäsium in einer Konzentration von 482.000 Becquerel pro Liter nach. Die Belastung von Betastrahlern lag mit 500.000 Becquerel pro Liter sogar noch höher.

Im vergangenen Dezember lag der Cäsiumwert noch bei 94 Becquerel und die Konzentration der Betastrahler bei 6.700 Becquerel pro Liter. Die aktuellen Werte stellen somit einen deutlichen Anstieg um das 4000 bzw. 4100-fache im Vergleich zum Dezember des Vorjahres dar.

In den Tunneln, die neben einem Lagerbereich für stark radioaktives Wasser verlaufen, sollen sich noch etwa 400 bis 500 Tonnen radioaktiver Abwässer befinden. Nach Angaben von TEPCO ist ein Austritt aus dem Lagerbereich jedoch unwahrscheinlich.

Als Begründung nennt das Unternehmen den Umstand, dass der Wasserpegel in den Tunneln höher ist, als im Gebäude. Auch in anderer Hinsicht versucht TEPCO zu beruhigen.

So sei das kontaminierte Abwasser offenbar nicht in das Grundwasser gelangt, da dort keine Strahlungsanstiege festgestellt worden. Man untersuche die Umstände, wie es zum dramatischen Strahlungsanstieg kommen konnte. Hierüber berichteten NHK und Präfekturmedien.

Über neun Millionen Säcke mit kontaminiertem Abfall in der Präfektur: Die Zahl der Kunststoffsäcke mit radioaktiv belasteten Dekontaminationsabfällen erreichte im September den Stand von knapp unter 9,16 Millionen.

Schwarze Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Material (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Mehr als neun Millionen Säcke mit kontaminiertem Abfall stapeln sich (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Das gaben das Umweltministerium und die Präfekturverwaltung Fukushima bekannt. Die jeweils einen Kubikmeter fassenden Säcke finden sich auf behelfsmäßigen Lagerstätten in der gesamten Präfektur, etwa auf Sportanlagen, Spielplätzen, und Hinterhöfen.

In der evakuierten Ortschaft Tomioka überragen die in mehreren Lagen aufgestapelten schwarzen Objekte sogar die Bagger, mit denen die Säcke transportiert wurden.

Standardmäßig werden die Dekontaminationsabfälle, meist kontaminiertes Erdreich in vier Schichten gestapelt und eine fünfte Erdschicht soll dann die Strahlung eindämmen. Zum Schutz vor Regenwasser werden die Säcke mit Plastikplanen abgedeckt.

Über die aktuellen Zahlen informierte die Mainichi Shimbun.

Trotz seines Rufs, der Beitrag des Menschen für die Ewigkeit zu sein, ist Plastik jedoch vermutlich nicht unbedingt das beste Mittel zur Lagerung.

Bereits Im Jahr 2014 waren durch Tweets von Ushio Fujita, Produzent des Lokalsenders „Fukushima Central Television“ (FTC) Fotos bekannt geworden, die Beschädigung von Müllsäcken durch Pflanzen zeigen.

Besuch des Ministers für Wiederaufbau am AKW Fukushima: Am gestrigen Mittwoch besichtigte Tsuyoshi Takagi, Minister für Wiederaufbau, erstmals seit Amtsantritt das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, um sich über die gegenwärtige Situation in Kenntnis setzen zu lassen.

AKW Fukushima: Ansprache von Tsuyoshi Takagi, Minister für Wiederaufbau, am 9. Dezember 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ansprache von Tsuyoshi Takagi, Minister für Wiederaufbau, am 9. Dezember 2015 (Foto: TEPCO)

Nach dem Besuch, bei dem er sich über die Bekämpfung der kontaminierten Abwässer informieren ließ und eine Ansprache vor den dortigen Beschäftigten hielt, gab der Minister eine Pressekonferenz im J-Village.

Er sprach davon, dass stetige Fortschritte vor Ort erkennbar sei und dass man alle möglichen Anstrengungen unternehme, um die Sicherheit zu gewährleisten, akurate Informationen zu bieten und unbegründeten Ängsten zu begegnen.

Neben TEPCO berichteten auch Präfekturmedien über den Besuch von Wiederaufbauminister Takagi, der in Begleitung seines Stellvertreters Tadami Nagashima angereist war.

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