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Fukushima aktuell: Drohne dringt in unerforschte Bereiche von Reaktor 3 vor

Erstmals Blick auf Schäden anderer Stockwerke möglich

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme der Drohne am 27. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme der Drohne am 27. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)

Während ein Drohneneinsatz am AKW Fukushima heute neue Erkenntnisse verspricht, sieht sich die Betreiberfirma TEPCO in Japan aktuell wieder einmal mit dem Vorwurf der versuchten Einflussnahme konfrontiert.

Die Einzelheiten der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Februar 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Drohneneinsatz in unerforschten Bereichen von Fukushima-Reaktor 3
  • TEPCO versuchte Tsunami-Kalkulation vor Fukushima-Krise zu beeinflussen
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
Drohneneinsatz in unerforschten Bereichen von Fukushima-Reaktor 3

Erstmals gibt es Aufnahmen und Daten aus Bereichen im Gebäude von Reaktor 3, die bislang noch unerforscht geblieben waren. Sie stammen aus einem Drohneneinsatz, den der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi gestern durchführte.

Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme der Drohne am 27. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme der Drohne am 27. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)

Die mit Kamera und Dosimeter ausgestattete Drohne machte Aufnahmen vom Erdgeschoss und den beiden darüber liegenden Stockwerken. Dabei wurden vor allem die Trümmer nach der Wasserstoffexplosion im Jahr 2011 festgehalten.

Die Strahlungsmessungen ergaben Werte von 15 Millisievert pro Stunde. Nach Angaben der Betreiberfirma TEPCO könnten sich Angestellte dort zwar kurzzeitig aufhalten und Arbeiten durchführen, für effektive Einsätze sei jedoch eine Dekontamination erforderlich.

Die veröffentlichten Fotos sind ungewöhnlich klein und bieten daher kaum Details. Über die Drohnenmission berichteten neben TEPCO auch Präfekturmedien.

TEPCO versuchte Tsunami-Kalkulation vor Fukushima-Krise zu beeinflussen

Im Prozess gegen drei ehemalige Manager des AKW-Betreibers TEPCO, wirft die Aussage eines Angestellten neues Licht auf das zweifelhafte Sicherheitsbewusstsein der damaligen Unternehmensführung.

Der Zeuge erklärte, im Jahr 2008 und damit drei Jahre vor der AKW-Katastrophe 2011,  für die Berechnung möglicher Tsunami verantwortlich gewesen sein, die eine potentielle Gefahr für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi darstellen könnten.

Durch einen Anwalt der Kläger befragt, offenbarte der Zeuge, ein Vorgesetzter habe ihn angewiesen, seine erste Berechnung zu ändern, deren Ergebnis eine kalkulierte Tsunami-Höhe von bis zu 15,7 Metern gewesen war.

Der Verantwortliche habe dann von ihm verlangt, die Höhe des Tsunami durch Änderungen bei der Berechnungsgrundlage und den erwarteten Bewegungen der Wellen zu verändern.

Aufgrund des Umstands, dass die gleichen Vorgaben aber auch von Experten auf Konferenzen genutzt werden, sei es ihm jedoch nicht möglich gewesen dieser Aufforderung zur Änderung der Berechnungsgrundlage Folge zu leisten.

Der Aufforderung des vorsitzenden Richters, weitere Details im Bezug auf dieses Gespräch zu nennen, folgte der Befragte nicht und berief sich auf unzureichende Erinnerungen. Über die enthüllende Aussage berichtete die NHK.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Wie zum Ende jedes Monats gab der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi auch heute die Statistiken für den Vormonat an die zuständige Behörde weiter.

Am heutigen Mittwoch übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) für den Januar 2018.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag im Januar bei 10,16 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden bei den Angestellten keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende Februar 2018 befassen wird, soll gegen Ende März eingereicht werden.