Fukushima aktuell: Drohnenpläne für Reaktor 3

Fukushima aktuell: Drohnenpläne für Reaktor 3

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Artikelbild - Der Multicopter RISER (Copyright: TEPCO
Betreiber des AKW Fukushima will auf Multikopter RISER setzen (Foto: TEPCO)

Mit Meldungen über ein Drohnenprojekt lässt der Betreiber des AKW Fukushima heute nicht viel Zeit zwischen dem jüngsten Verlust eines Roboters und künftigen Plänen verstreichen.

Man kann also auch in Zukunft mit Fukushima News über technische Helfer bei der Bewältigung der Stilllegungsarbeiten rechnen. Die aktuelle Informationen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Februar 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • TEPCO plant Einsatz von Drohne an Reaktor 3
  • Strontiumwerte in Mega-Tankfloß unauffällig
  • Wasserpfütze im Lagertankbereich J8
TEPCO plant Einsatz von Drohne an Reaktor 3

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi plant den Einsatz von unbemannten Flugobjekten, um durch Einsatz von Lasertechnologie und Dosimetern mehr Informationen als bislang gewinnen zu können.

Eine entsprechende Demonstration des Multikopters „RISER“ wurde in einer Sporthalle der Ortschaft Naraha durchgeführt, die ein Beispiel von den Möglichkeiten der Drohne liefern sollte.

So konnte das Gerät durch abtasten mit einem Laser die Formen und Strukturen eines Reaktormodells auf einem Bildschirm dreidimensional darstellen.

Bei der Demonstration ungenutzt blieb das Dosimeter der Drohne, mit dem der Umfang radioaktiver Kontamination in der Umgebung farblich hervorgehoben werden kann, so dass ein Effekt ähnlich einer Wärmebild-Aufnahme entsteht.

Abhängig von weiteren Tests wird noch darüber beraten, ob es möglicherweise bereits Ende März möglich sein wird, das Fluggerät im Inneren von Reaktor 3 einsetzen zu können. Das berichten Präfekturmedien und TEPCO.

Hintergründe

Die Strahlung im Inneren der Reaktorgebäude stellt sowohl für Menschen, als auch für technische Geräte eine Gefahr dar und macht bereits die Ermittlung der tatsächlichen Umstände vor Ort zu einer Herausforderung.

Die Entwicklung von Drohnen für Reaktoreinsätze ist eine Alternative zu den bisherigen Robotermissionen. Dass aber auch sie nicht problemlos funktionieren, zeigt die Meldung über den Dosimeter-Verlust einer Drohne auf dem AKW-Gelände im vergangenen Jahr.

Bereits 2011 musste  eine Aufklärungsdrohne eine Notlandung hinlegen. Allerdings setzen auch Gegner der Atomkraft auf die Technologie und so war im Februar 2016 ein Atomkraftgegner wegen einer Drohnenaktion verurteilt worden.

Dennoch hofft die Verwaltung der Präfektur Fukushima auch durch die Etablierung der Region als Technologiestandort, etwa bei der Erprobung von Lieferdrohnen, zum wirtschaftlichen Neuanfang beitragen zu können.

Strontiumwerte in Mega-Tankfloß unauffällig

Eine Zunahme des Wasserstands im Tankfloß sorgte Ende vergangener Woche für eine Schlagzeile. Die von TEPCO bislang veröffentlichten Analysewerte des Wassers wiesen keine Auffälligkeiten bei der Konzentration von radioaktivem Material nach.

Bislang standen jedoch die Analyseresultate für Strontium aus. Wie heute bekannt gegeben wurde, liegen diese genau so unter dem Nachweiswert wie bei Tritium und Strontium-134. Somit wurde nur Cäsium-137 in Höhe von 2,72 Becquerel pro Liter nachgewiesen.

Da der Wechsel im Wasserpegel vermutlich auf Meerwasser zurückzuführen ist, kündigte TEPCO an, die Entwicklungen weiter beobachten zu wollen.

Wasserpfütze im Lagertankbereich J8

Am Samstag entdeckten Angestellte einer Partnerunternehmens im westlichen Teil des Lagertankbereichs an einer dort verlaufenden Transferleitung eine Wasserpfütze von etwa 20×20 Zentimetern.

Da eine Strahlungskontrolle ergab, dass die Radioaktivität des Wassers der dortigen Hintergrundstrahlung entspricht, geht TEPCO davon aus, dass sich an diesem gebogenen Teilstück Regenwasser ansammelte, das Isolationsmaterial durchweichte und dann herabtropfte.

Somit wurde das Wasser lediglich aufgewischt. Betriebsstörungen gab es keine. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

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