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Fukushima aktuell: Effektivität der Grundwasserumleitung zweifelhaft

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Artikelbild - AKW Fukushima: Verlauf des Grundwasserumleitungsprojekts am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasserumleitungen laufen weiter (Foto: TEPCO)

Wenn bereits am Wochenende erste Meldungen über Rückschläge erfolgten, ist dies für die Verantwortlichen am AKW Fukushima heute sicher kein guter Wochenstart. Allerdings plant man bereits jetzt wieder große Maßnahmen, wie die weiteren Fukushima News zeigen. Die Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Juni 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Effektivität der Grundwasserumleitung zweifelhaft
  • Schutzmantel um Fukushima Reaktor 1 soll entfernt werden
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Notfall-Schwimmtechnik rettete Leben

Effektivität der Grundwasserumleitung zweifelhaft: Das System der Grundwasser-Umleitung, in dessen Verlauf das aus den Bergen stammende Grundwasser hochgepumpt und in Sonderbehälter umgeleitet wird, um es dann in den Pazifik zu verklappen, soll die Menge radioaktiver Abwässer verringern.

Doch wie TEPCO am Samstag eingestehen musste, hat die, seit einem Monat laufende Verklappungsmaßnahme bislang keine Erfolge gebracht. Anders als geplant, sind die Wasserstände an den Grundwassermessposten nicht merklich gesunken und nach Regenfällen steige der Wasserspiegel  etwas an.

Das Unternehmen hatte lange warten und dauerhafte Überzeugungsarbeit bei den örtlichen Fischereikooperativen leisten müssen, um die Zustimmung zur Verklappung zu erhalten. Nun scheint es so, als sei zumindest bislang die Aktion erfolglos verlaufen. Mit dem Stand vom Samstag sind mehr als 8.600 Tonnen an Grundwasser in den Pazifischen Ozean eingeleitet worden. Das berichtet die jiji.

Schutzmantel um Fukushima-Reaktor 1 soll entfernt werden: Wie TEPCO am vergangenen Wochenende bekannt gab, soll zu Beginn dieses Monats mit der Demontage des Schutzmatels um das Gebäude von Reaktor 1 begonnen werden. Hintergrund ist die geplante Bergung von Brennelementen aus dem Abklingbecken des Gebäudes.

Fukushima-Reaktor 1: Schutzmantel am 14. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Schutzmantel am 14. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Als Vorbereitung hierauf müssen jedoch zunächst die Trümmer in dem Gebäude weiter entfernt werden, bevor ein entsprechender Brennelemente-Kran über dem Becken angebracht werden kann.

Die Bergungsarbeiten sollen während des Fiskaljahrs 2017 beginnen.

Entsprechende Pläne gab es bereits im Mai 2013. Damals war eine mehrjährige Verzögerung für die Bergungsarbeiten prognostiziert worden.

Bereits zuvor hatte der Kraftwerksbetreiber erklärt, sei die Bergung von Brennelementen aus Reaktor 3 im Fiskaljahr 2015 geplant. Die jetzt angekündigte Maßnahme wäre damit die Dritte ihrer Art.

Bislang läuft erst ein Bergungsprokjekt und auch dort gibt es mittlerweile Probleme, denn Platzmangel behindert Brennelemente-Bergung an Reaktor 4. Über die für diesen Monat angekündigte Arbeiten berichtete die Kyodo.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Montag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Mai 2014.

Übung zur Messung von Radioaktivität am 8. August (Foto: TEPCO)
KW Fukushima: Übung von Strahlungsmessungen am 6. August 2011 (Foto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO , waren im April 2014 insgesamt 882 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.

Die maximale Strahlungsbelastung lag bei 20,27 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende Juni befassen wird, soll gegen Ende Juli  eingereicht werden.

Notfall-Schwimmtechnik rettete Leben: Nachdem ein Tsunami bewohnte Gebiete getroffen hat, sind nicht nur Nichtschwimmer gefährdet.

Viele Opfer von Naturkatastrophen winken im Wasser um Hilfe, versuchen sich aufrecht zu halten- und verringern durch diese körperliche Anstrengung sogar ihre Überlebenschance.

Tatsächlich rettete die „Uitemate“ Notfalltechnik, bei der man sich mit dem Rücken (uite) großflächig auf der Wasseroberfläche treibt, eventuell vorhandene Plastikflaschen oder Säcke als Treibhilfe nutzt und auf Hilfe wartet (mate), bei den Tohoku-Katastrophen 2011 mehrfach Menschenleben – etwa bei Lehrern und Schültern einer Grundschule in Higashi-Matsushima (Präf. Miyagi).

Die von Professor Hidetoshi Saito, Vorsitzender der japanischen Gesellschaft für Wasserrettung und Überlebensforschung erdachte Technik, wird seit dem Jahr 2000 zunehmend international gelehrt. Über den Einsatz der Technik nach dem Tohoku-Tsiunami berichtete die Asahi Shimbun.

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