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Fukushima aktuell: Eilige Abdichtungsversuche und Hinweise auf neue Schäden im Beton

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Artikelbild: Reparatur der Versiegelung im Tankbereich H5 am 22. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
Reparatur der Versiegelung im Tankbereich H5 am 22. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Während in Deutschland am heutigen Tag der Heilige Abend begangen wird, hat TEPCO in Japan keine fröhliche Weihnachtszeit. Vielmehr meldet der Betreiber des AKW Fukushima heute Hinweise die auf weitere Lecks schließen lassen – und versucht zugleich, durch Präventivmaßnahmen eine Verschlimmerung zu verhindern.

Einzelheiten der Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Dezember 2013.

Unsere Meldungen am heutigen Heiligabend:

  • TEPCO bemüht sich um Maßnahmen zur Leckbekämpfung
  • Fallende Wasserstände deuten auf neue Lecks der Betonbarrieren

TEPCO bemüht sich um Maßnahmen zur Leckbekämpfung: Nachdem es am Wochenende an insgesamt vier Stellen zu Lecks an den Betonbarrieren um die Lagertanks gekommen war, bemüht sich das Unternehmen nun um Schadensbegrenzung und versucht, weiteren Zwischenfällen zu begegenen.

AKW Fukushima: Riss an Barriere im Norden des Lagertankbereichs G6 am 22. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Riss an Barriere im Norden des Lagertankbereichs G6 am 22. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Nachdem die Lecks an zwei dieser Stellen auf eine Abnutzung des Abdichtungsmaterials der Betonfugen zurückgeführt werden konnte, wurden diese mit Kunstharz versiegelt. Danach endete auch der Wasseraustritt.

In den beiden anderen Fällen haben Risse im Beton zu den Lecks führten. Offenbar ist dieser Schaden auf den Wetterwechsel zurückzuführen. Dort sollen die Betonrisse aufgefüllt werden.

TEPCO trifft nun Präventivmaßnahmen und will an allen 20 Barrieren die Oberflächen versiegeln, da die Möglichkeit bestehe, dass ähnliche Fälle auch an anderen Stellen auftreten. Nach Angaben des Elektrizitätskonzerns sind bei den bisherigen Lecks mehr als drei Tonnen an radioaktivem Wasser ausgetreten, dessen Konzentration über dem Grenzwert zur Öffnung der Ablassventile an den Barrieren liegt.

Fallende Wasserstände deuten auf neue Lecks der Betonbarrieren: Arbeiter entdeckten am heutigen Dienstag an zwei der Barrieren eines Lagertankbereichs nahe Reaktor 4, dass die Pegel des dort angesammelten Wassers drastisch sanken. Dies deutet auf weitere undichte Stellen in den Betonbarrieren hin.

Nachdem am Freitag die letzten Wasserstandsmessungen erfolgt waren, fiel die Zahl innerhalb der ersten Barriere um elf Zentimeter. Bei der zweiteren Betonbarriere sank der Pegel um sieben Zentimeter.

Die Strahlungswerte des hinter den Barrieren verbliebenen Wassers im Bereich H4 (Osten) lagen nach Angaben von TEPCO bei 440 Becquerel pro Liter.

AKW Fukushima: Rissabdichtung am Boden des Lagertankbereichs H5 am 22. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Rissabdichtung am Boden des Lagertankbereichs H5 am 22. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Damit wird der gesetzliche Grenzwert zur Öffnung der Ablassventile um das 44-fache überschritten. Bei der Barriere im Bereich H4 wurden 20 Becquerel pro Liter nachgewiesen.

Insgesamt sollen etwa 225 Tonnen des radioaktiv kontaminierten Regenwassers durch die Risse gelangt sein.

Es gibt nach Betreiberagaben keine Hinweise darauf, dass das Wasser aus den Lagertanks stamme, da dort keine Veränderungen der Wasserstände festgestellt wurden.

Wie es zu dem Abfall des Wasserstands innerhalb der Bereiche an den Betonbarrieren kam, sei bislang noch ungeklärt.

TEPCO vermute aber auch in diesem Fall, dass Risse in den Betonbarrieren ursächlich sind. Man wolle das verbliebene Wasser nun ableiten und die genauen Umstände untersuchen.

 

2 KOMMENTARE

  1. Frohe Weihnachten.

    Ich will die Redaktion von Spreadnews danken. Sie berichten über Fukusima, obwohl sie Weihnachten zu haben. Das finde ich sehr gut.

    Vielen Dank aus Matsusima

  2. Auch ich möchte mich bei Spreadnews bedanken!!Die einzige Quelle die konsequent objektiv berichtet und Fukushima nicht vergessen hat!!!

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