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Fukushima aktuell: Einbruchsserie in Sperrgebietsgemeinde

Brandstiftungen, Einbrüche und Diebstähle in evakuierter Ortschaft

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Artikelbild - Japanischer Polizweiwagen (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Serie von Straftaten in Sperrgebietsgemeinde (Symbolfoto: pd)

Im Zusammenhang mit einer Reihe von Brandstiftungen und Einbruchdiebstählen wurden aus Fukushima heute neue Entwicklungen berichtet. Um Wohneigentum geht es aber auch in weiteren Fukushima News.

Die entsprechenden Einzelheiten, sowie sonstige Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. August 2017.

Unsere heutigen Themen:

  • Brandstiftungen und Einbruchsdiebstähle in Sperrgebietsgemeinde
  • Jahreswerte bei Radioaktivität in Date zurückgegangen
  • Präfektur will in Wohnungssache gegen Evakuierte vorgehen
Brandstiftungen und Einbruchdiebstähle in Sperrgebietsgemeinde

Am gestrigen Montag wurde gegen 15:30 Uhr (Ortszeit) der Brand eines Gebäudes in der Gemeinde Futaba entdeckt. Die Bewohner oder andere Personen, befanden sich aufgrund der Evakuierung der Ortschaft im Zuge der AKW-Katastrophe nicht  dort.

Allerdings nahm die Polizei einen 52 Jahre alten Arbeitslosen unter dem Verdacht der Brandstiftung und des Diebstahls fest. Offenbar handelt es sich um einen Wiederholungstäter, dem auch weitere Straftaten zur Last gelegt werden.

Bereits am Sonntag hatte es einen Brand in der gleichen Ortschaft gegeben. Der Verdächtige räumte in beiden Fällen seine Täterschaft ein. Auch Einbruchsdiebstähle im April und März könnten auf sein Konto gehen.

Insgesamt habe es 25 betroffene Haushalte gegeben. Neben den Einbrüchen in Häusern, wird der Mann auch mit Wohnungseinbrüchen in Verbindung gebracht.

Der Festgenommene stammt nicht aus der Präfektur, war jedoch bei einem Unternehmen für Dekontaminationsarbeiten tätig.  Er erklärte die Einbrüche und Diebstähle mit seiner anschließenden Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen, finanziellen Problemen.

Im Bezug auf den gestrigen Brand äußerte er sich mit der Bemerkung, er habe es „warm haben“ wollen. Über diesen Fall berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Die Festnahme dürfte die bestehenden Vorbehalte gegen Dekontaminationsarbeiter bekräftigen. Bereits in der Vergangenheit waren Beschäftigte, oder Ex-Mitarbeiter in den menschenleeren Gemeinden auf Beutezug gegangen.

Die Verwaltungen forderten daraufhin Präventionsmaßnahmen gegen Straftaten, denen die Eigentümer der Häuser  andernfalls nichts entgegenzusetzen haben.

Die verstärkten Patrouillen und Videoüberwachung in den evakuierten Ortschaften sind eine Reaktion auf diese Ereignisse, die auch in unserer Interview-Reihe „Stimmen aus Fukushima“ ihren Niederschlag finden.

Jahreswerte bei Radioaktivität in Date zurückgegangen

Am gestrigen Montag gab die Verwaltung der Stadt Date (Präf. Fukushima) einen Zwischenbericht zur Strahlungsbelastung ihrer Bürger heraus. Die Belastung war über die Dauer eines Jahres erfasst worden.

Demnach sank selbst in Gebieten der Kategorie A, die eine relativ hohe Strahlung aufweisen, die durchschnittliche Jahresbelastung von 0,65 Millisievert im Vorjahr, auf nunmehr 0,57 Millisievert. Doch auch in anderer Hinsicht gibt es Fortschritte.

Denn der Bevölkerungsanteil, deren Jahresbelastung unter einem Millisievert beträgt, stieg an und liegt nun bei 94,7 Prozent. Auch das ist eine leichte Verbesserung um 3,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Für die Bestimmung der Werte in Gebieten der Kategorie A, wurden alle Schwangeren und Kinder bis 15 Jahre untersucht, da diese besonders anfällig für die Aufnahme von Radioaktivität sind. Für die übrigen Gebiete wurden willkürlich ausgewählte Testpersonen kontrolliert.

Insgesamt sind 13.748 Personen Ziel der Kontrollen. Die bislang untersuchte Zahl von 10.079 Personen ist ein Zwischenstand von Ende Juni. Über die Fortschritte berichteten Präfekturmedien.

Präfektur will in Wohnungssache gegen Evakuierte vorgehen

Wie gestern bekannt wurde, plant die Präfektur Fukushima in zwei Fällen eine Klage gegen Evakuierte einzureichen, die der Aufforderung zur Räumung einer angemieteten Wohnung nicht nachkommen, in der sie offenbar gar nicht wohnen.

In der Regel übernimmt die Präfektur die Mietkosten für Personen, die aufgrund der Tohoku-Katastrophen 2011 aus ihrem einstigen Wohnort fliehen mussten.

Die Präfektur will nun eine Entschädigung in Höhe der Räumungskosten und der bislang gezahlten Miete einfordern. Die betreffenden Personen wohnen anderswo zur Miete, bzw. sogar in einem neu errichteten Haus.

Es ist das erste Mal, dass die Präfektur auf Räumung einer Mietwohnung klagt. Trotz weiterhin laufender Gespräche besteht offenbar seitens der Mieter keine Absicht, die Wohnung dauerhaft zu verlassen.

Der Standort, die Höhe des finanziellen Schadens, oder der Grund, weshalb die Räumung trotz eines neuen Wohnorts abgelehnt wird, nannte die Präfektur nicht. Über den Fall berichteten Präfekturmedien.