Start Aktuelles Fukushima aktuell: Einlagerung statt Verklappung der Tritiumabwässer gefordert

Fukushima aktuell: Einlagerung statt Verklappung der Tritiumabwässer gefordert

Zentralistische Lösung statt Verklappung vor der Küste von Fukushima vorgeschlagen

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Rundbehälter für schwach radioaktive Abwässer aus Reaktoren 5 und 6. Foto: Tepco
AKW Fukushima: Radioaktive Abwässer bleiben ein Problemthema (Symbolfoto: TEPCO)

Eine neue Alternative zum Umgang mit Tritium-Abwässern fand aus Fukushima heute ihren Weg in die Medien. Einzelheiten sind offenbar zunächst noch wenig bekannt, so dass abzuwarten bleibt, welche künftigen Fukushima News neue Informationen bringen.

Unterdessen wurde mit den Arbeiten zur Entfernung der umstrittenen Figur am Bahnhof der Präfekturhauptstadt begonnen. Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. September 2018.

Unsere heutigen Meldungen im Überblick:

  • Langfristige Lagerung der Tritiumabwässer in Großtank diskutiert
  • Entfernung umstrittener Statue in Fukushima angelaufen
Langfristige Lagerung der Tritiumabwässer in Großtank diskutiert

Eine Bürgergruppe, die sich für eine Gesellschaft ohne Atomkraft einsetzt, plant ein abweichendes Konzept zur Bewältigung stark radioaktiver Tritium-Abwässer am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi.

Sie schlagen die Verwendung eines gesonderten Großtanks für etwa 100.000 Tonnen Wasser vor, in dem die Tritiumabwässer längerfristig eingelagert werden. Diese Einlagerung in einem besonders gesicherten Bereich soll eine Alternative zur Verklappung in den Ozean sein.

Das Konzept wird unter Mitwirkung eines Professors der Ryukoku-Universität ausgearbeitet und soll in einer künftigen Erklärung vorgestellt werden. Gegenwärtig lagern etwa 92.000 Tonnen an Tritiumabwässern im Bereich des AKW. Das berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Am AKW Fukushima Daiichi fällt radioaktiv kontaminiertes Wasser an, das bei ausreichender Verdünnung in das Meer verklappt werden kann. Andernfalls ist eine Filterung und Einlagerung in den Metallbehältern auf dem Kraftwerksgelände erforderlich.

Nachdem bislang noch kein effektives System zur Filterung von radioaktivem Tritium für den allgemeinen Betrieb verfügbar ist, entfällt ein großer Teil der einzulagernden Menge auf Abwässer mit hohem Tritiumgehalt.

Entfernung umstrittener Statue in Fukushima angelaufen

Am Bahnhof der Stadt Fukushima wurde jetzt mit den ersten Schritten zur Demontage der umstrittenen Figur des „Sun Child“ begonnen. Die erwartete Gesamtdauer der Arbeiten wird auf drei Tage geschätzt. Gestern noch versammelten sich letzte Besucher für Fotos.

Die 6,2 Meter große Statue eines Kindes sollte eigentlich die Überwindung von schwierigen Situationen symbolisieren und die Bevölkerung motivieren – so zumindest der Wunsch des Künstlers Kenji Yanobe. Doch das Gegenteil war der Fall.

Bürger beschwerten sich über den Schutzanzug der Figur, und auch wenn das Kind keinen Helm trägt und der Dosimeterstand auf der Brust aus einer Folge von Nullen zeigt, weckte das Kunstwerk keine positiven Assoziationen.

So sei ein Negativ-Image im Bezug auf Radioaktivität zu fürchten und zudem sei die Figur wissenschaftlich falsch und irreführend, da es aufgrund natürlicher Hintergrundstrahlung niemals eine vollständige Strahlungsfreiheit geben kann.

Auch eine Bürgerbefragung mit 110 gültigen Antworten ergab in 75 Fällen die Forderung nach einer Demontage der Figur. Einmal auseinandergenommen, soll das Kunstwerk in einem Verwaltungsgebäude aufbewahrt werden. Seine Zukunft ist unklar.

Bereits die Kosten der Sun Child Demontage hatten zu neuen Schlagzeilen geführt. Über den Beginn der Demontage-Schritte berichteten Kyodo und Präfekturmedien.