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Fukushima aktuell: Einwohner klagen gegen Willkür der Evakuierungspolitik

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Messungen in Haramachi, Minamisoma, am 4. November 2011 (Foto: raneko,cc-by)
Präfektur Fukushima: Messungen in Haramachi, Minamisoma, am 4. November 2011 (Foto: raneko,cc-by)

Wer meint, Japaner würden nur über seltsame Spielshows lachen, wurde heute eines besseren belehrt – präsentierte der Fahrzeughersteller Audi pünktlich zum 1. April auf seiner japanischen Webseite den Audi A8 5.5 mit integriertem Reiskocher.

Dagegen waren Bewohner der Präfektur Fukushima heute weniger zu Aprilscherzen aufgelegt. Hintergründe und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. April 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Fukushima-Einwohner klagen gegen Aufhebung von Evakuierungsstatus
  • IAEA untersucht Hintergründe zu Wasserlecks
  • Ältester Mensch der Welt gestorben

Fukushima-Einwohner klagen gegen Aufhebung von Evakuierungsstatus: In einem ungewöhnlichen Schritt fordern 535 Kläger aus Minamisoma von der Regierung, die Rücknahme der Evakuierungsaufhebung und eine Schadensersatzzahlung von 100.000 Yen pro Person.

Als Begründung führen sie einen Verstoß gegen ein Nuklearnotfall-Gesetz an, dass Bürgern den Schutz von Gesundheit und Eigentum zuspricht.

Die Kläger aus 132 Haushalten sehen diese Pflicht bereits durch den Umstand verletzt, dass die Regierung den ursprünglich auf 1 Millisievert pro Jahr festgelegten Grenzwert für erfolgreiche Dekontamination, auf 20 Millisievert erhöhte, da der zunächst gewählte Wert nicht einzuhalten war.

Ein Regierungsvertreter von der Stelle zur Bewältigung von Nuklearkatastrophen bestritt die Gefährlichkeit und erklärte, die im Juni 2011 erlassenen Evakuierungsempfehlungen für Schwangere und Kinder in 281 Haushalten der Präfektur, sei bis Ende 2014 zurecht aufgehoben worden, da die Werte vielfach schon unter 20 Millisievert liegen.

Doch viele der 152 Haushalte in Minamisoma sehen dies anders und verweisen auf die mangelnde Dekontamination von Wäldern und landwirtschaftlichen Nutzflächen, deren Belastung stellenweise sogar weiter angestiegen sei. Dies sei mit ein Grund zur jetzigen juristischen Klage geworden, berichtete die Asahi Shimbun.

IAEA untersucht Hintergründe zu Wasserlecks: Wie die Internationale Atomenergiebehörde IAEA am Montag mitteilte, wird auf Wunsch der japanischen Regierung zwischen dem 17. und 21. April ein Expertenteam nach Japan reisen und sich dort mit dem Problem wiederholter Wasserlecks befassen.

Ursprünglich hatte die IAEA nach der Untersuchung der Stilllegungsbemühungen im März, nun zu diesem Thema einen Zwischenbericht vorlegen sollen, die jüngsten Probleme führten jedoch zur Entscheidung, zunächst auch diese Angelegenheit zu untersuchen.

Nachdem das Risiko von kontaminiertem Regenwasser an Reaktor 2 seit vergangenem April zwar bekannt, jedoch nicht öffentlich gemacht worden war, sollen sich die Fachleute auch zum Vorgehen bei der Veröffentlichung wichtiger Daten äußern. Hierüber berichtete die NHK.

Ältester Mensch der Welt gestorben: Am heutigen Mittwochmorgen verstarb im Alter von 117 Jahren Frau Misao Okawa. Die am 5. März 1898 geborene Okawa wurde vom Guiness Buch der Rekorde seit 2013 als „ältester Mensch der Welt“ geführt.

Die vierte Tochter eines Kimonostoffhändlers starb im Beisein von Familie und Pflegern in einem Altenheim der Stadt Osaka. Sie hinterlässt vier Enkel und sechs Urenkel. Nach Angaben der Heimleitung soll sie in privatem Rahmen beigesetzt werden.

Nach dem Geheimnis ihres langen Lebens befragt, hatte sie geantwortet, das sie sich das selbst auch frage. Insgesamt sei ihr das Leben aber kurz vorgekommen.

Ihren Platz als ältester Mensch der Welt nimmt nun die US-Amerikanerin Gertrude Weaver ein. Sie wird am 4. Juli 117 Jahre alt. Über den Tod von Frau Okawa berichteten viele japanische Medien, darunter Kyodo, Asahi Shimbun und NHK

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