Fukushima aktuell: Einwohner von Minamisoma misstrauen Rückkehraussichten

Fukushima aktuell: Einwohner von Minamisoma misstrauen Rückkehraussichten

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Artikelbild: Zugang zur Sperrzone (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zugang zum Sperrgebiet in Fukushima (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Heute ist in Japan ein nationaler Feiertag – „Tenno Tanjobi“ – der Geburtstag des Tenno. Davon unberührt bleibt das Thema Fukushima heute von Interesse. Details zu den aktuellen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Dezember 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Aufhebung von Evakuierungsstatus für Minamisoma beschlossen

Aufhebung von Evakuierungsstatus für Minamisoma beschlossen: Die Regierung in Tokyo plant die Aufhebung der Evakuierungsempfehlung für Teile der Stadt Minamisoma. Allerdings wird dieser Schritt nicht uneingeschränkt befürwortet.

In einer öffentlichen Erklärung am Sonntag gaben Regierungsvertreter die offiziellen Pläne bekannt. Geht es nach dem Willen der Regierung, soll am kommenden Sonntag die bislang geltende Regelung aufgehoben werden.

Es handelt sich bei Minamisoma um den einzigen Standort, für den eigene Beschränkungen gelten. In den übrigen Gemeinden gilt die Drei-Zonen-Regelung nach Höhe der radioaktiven Belastung als Kriterium für künftige Entscheidungen.

Die Evakuierungsempfehlungen galten auch in Teilen der Ortschaften Date und Kawauchi, bevor der Status im Dezember 2012 aufgehoben wurde. Im Oktober 2014 wurde sogar die Evakuierungsanordnung für Teile von Kawauchi aufgehoben, so dass dort nun eine Rückkehr möglich ist.

Als Begründung für die Aufhebung der Evakuierungsempfehlung in Minamisoma wird angeführt, dass sich das Strahlungsniveau seit dem Ausbruch der Fukushima-Katastrophe im März 2011 wesentlich verringert habe und die Strahlungsbelastung hinreichend gesunken sei.

Grundlage für die Festlegung von Evakuierungsempfehlungen ist das auftreten so genannter „Hot Spots“ – Bereiche mit erhöhter Radioaktivität – in denen die jährliche Belastung über 20 Millisievert pro Jahr liegt. Die 142 Hot Spots in Minamisoma, betrafen 152 Wohnungen.

Die Senkung des Strahlungsniveaus kann durch Dekontaminationsarbeiten, wie die Entfernung von radioaktiv belastetem Laub und die Abtragung von Erdschichten auf Grundstücken, sowie Reinigungsmaßnahmen an Gebäuden gefördert werden.

Da seit Juli durchgeführte Messungen mittlerweile nur noch eine Belastung unterhalb des Grenzwerts nachwiesen, habe man den Beschluss für Minamisoma gefasst. Während dies als Fortschritt für die Region präsentiert wird, reagierten die Einwohner der Stadt durchaus ablehnend auf die Ankündigung und protestierten teilweise bereits vor Ort.

Sie bemängeln den Umstand, dass derartige Entscheidungen nur unter Einbeziehung der Einwohner getroffen werden müssten. Außerdem werfen sie der Regierung  vor, die Gesundheit der Menschen zu gefährden.

Die Regierung hatte die nun getroffene Entscheidung bereits für Oktober vorgesehen, den Termin wegen der starken Besorgnis der Bürger jedoch zunächst verschoben. Nun beharrten die Vertreter beim fraglichen Treffen jedoch, das einzig relevante Kriterium für Änderungen im Evakuierungsstatus von Standorten sei das dort herrschende Strahlungsniveau.

Das Ziel besteht nach Darstellung von Yosuke Takagi, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) darin, unbegründete Ängste in der Bevölkerung auszuräumen. Über die Pläne berichteten neben der Mainichi Shimbun auch Präfekturmedien.

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