Fukushima aktuell: Eiswall-Küstenabschnitt vollständig gefroren

Fukushima aktuell: Eiswall-Küstenabschnitt vollständig gefroren

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Artikelbild - AKW Fukushima: Befüllung der Rohre des Eiswallprojekts am 15. September 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Befüllung der Rohre des Eiswallprojekts am 15. September 2015 (Foto: TEPCO)

Während der Betreiber des AKW Fukushima heute einen lang erhofften Erfolg melden kann, sind weitere Fukushima News für Unternehmen und die japanische Regierung gleichermaßen alles andere als angenehm.

Die Details zu diesen aktuellen Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Oktober 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Eiswall-Küstenabschnitt endlich vollständig gefroren
  • Gerichtsurteil könnte Einsicht in Fukushima-Dokumente gewähren
Eiswall-Küstenabschnitt endlich vollständig gefroren

Wie der Betreiber des AKW Fukushima am heutigen Freitag mitteilte, ist es endlich gelungen, eine vollständige Gefrierung des Eiswalls auf der Küstenseite der Anlage herbei zu führen. Dies ist nach vielen Fehlschlägen erstmals wieder ein Erfolg für TEPCO.

Nach dem Start der Gefrierungsarbeiten im März hatte es aufgrund des starken Grundwasserflusses immer wieder Probleme gegeben. Im September war nach Regenfällen sogar ein partielles Auftauen des Eiswalls festgestellt worden.

Doch jetzt gab TEPCO bekannt, bei Temperaturkontrollen an 5.000 Stellen wären durchweg Temperaturen bis maximal 0°Celsius festgestellt worden. Lediglich in unmittelbarer Nähe zur Erdoberfläche läge die Temperatur geringfügig höher.

Da der Grundwasserfluss, der durch die unterirdische Barriere verhindert werden soll, jedoch in tieferen Schichten stattfindet, stelle dies kein Problem dar und somit sei der Küstenabschnitt des Kühlkreislaufs vollständig gefroren.

Nachdem diese Hürde genommen ist, hofft das Unternehmen, künftig auch die Genehmigung der Atomaufsicht für die Einleitung des Gefrierungsprozesses am landwärts gerichteten Abschnitt des Eiswalls erhalten zu können. Das berichten Präfekturmedien.

Hintergründe

Der so genannte Eiswall besteht aus unterirdisch angebrachten Rohren, die um die Reaktorgebäude 1 und 4 verlaufen. Durch Zirkulation eines Kühlmittels soll der Erdboden gefroren werden, so dass eine natürliche Barriere entsteht.

Ziel ist es, die Vermischung von sauberem Grundwasser mit dem radioaktiv kontaminiertem Wasser aus den Untergeschossen der Gebäude zu verhindern, so dass hier kein neues Abwasser anfällt, das abgepumpt, gefiltert und in Stahltanks gelagert werden muss.

Durch die Maßnahme könnte die anfallende Menge drastisch reduziert werden. Allerdings muss der Wasserpegel beobachtet werden, um zu verhindern, dass bei plötzlichem Wechsel das radioaktive Wasser durch die Gebäude nach oben gespült wird.

Gerichtsurteil könnte Einsicht in Fukushima-Dokumente gewähren

Wie der Vorsitzende Richter gestern mitteilte, wird ein Gerich in Tokyo bis Ende des Jahres eine Entscheidung darüber treffen, ob die Regierung dazu verpflichtet wird, bislang zurückgehaltene Teile des Untersuchungsberichts dem Gericht vorzulegen..

Auch bereits veröffentlichte Dokumente, wie etwa die Yoshida-Protokolle mit starken Schwärzungen von Texpassagen, sollen noch einmal darauf geprüft werden, ob die Maßnahme in solch einem Umfang tatsächlich notwendig ist.

Aktionäre des Kraftwerksbetreiber TEPCO hatten die Klage zur Freigabe eingereicht, da man die Verantwortung von Mitgliedern der früheren Unternehmensführung im Bezug auf die Krise am AKW-Fukushima klären wolle.

Bereits jetzt wurde das Kabinettbüro angewiesen, dem Gericht unzensierte Dokumente zukommen zu lassen. Die Regierung habe angegeben, dieser Aufforderung bis Ende der Woche nachzukommen.

Über diese Entscheidung berichtete die Mainichi Shimbun.

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