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Fukushima aktuell: Eiswallprojekt am AKW nimmt wichtige Hürde

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Artikelbild - AKW Fukushima: Befüllung der Rohre des Eiswallprojekts am 15. September 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Befüllung der Rohre des Eiswallprojekts am 15. September 2015 (Foto: TEPCO)

Auch wenn Fortschritte am AKW Fukushima heute die Meldungen zu dominieren scheinen, sollte dies nicht über anhaltende Probleme hinwegtäuschen, die das Kraftwerk in  Japan aktuell weiterhin beschäftigen.

Einzelheiten dieser Fukushima News finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. September 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Einleitung von Flüssigkeit in Eiswall-Abschnitt begonnen
  • Fortschritte bei der Sicherung gegen unkontrollierte Meereskontamination
  • Leckalarm im Turbinengebäude von Reaktor 3
  • IAEA-Treffen mit Versprechen zur besseren Bewältigung radioaktiver Abwässer
  • Grenzwertüberschreitung bei Regenwasserleck

Einleitung von Flüssigkeit in Eiswall-Abschnitt begonnen: Kraftwerksbetreiber TEPCO konnte am gestrigen Dienstag mit der Befüllung der Kühlrohre an den drei landseitig gelegenen Abschnitten des Eiswalls einen wichtigen Fortschritt melden.

Damit sind die Vorbereitungen in diesem Abschnitt zwar abgeschlossen, die Rohrleitungen des Eiswalls an der Küstenseite sind dagegen noch nicht vollständig verlegt. Für den technischen Start des Kühlkreislaufs ist die Genehmigung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA erforderlich.

AKW Fukushima: Befüllungsarbeiten beim Eiswallprojekt am 15. September 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Befüllungsarbeiten beim Eiswallprojekt am 15. September 2015 (Foto: TEPCO)

Einmal fertiggestellt, werden die Rohre unterirdisch um die Reaktorgebäude 1 bis 4 Verlaufen. Durch eine Kühlflüssigkeit, die in den Leitungen zirkulieren wird, soll der Erdboden dort gefrieren und zu einem natürlichen Hindernis für Grundwasser werden.

Dies soll verhindern, dass sich das stark radioaktive Wasser aus den Untergeschossen der Reaktorgebäude mit dem Grundwasser der Anlage mischt und so täglich 300 Tonnen an kontaminiertem Wasser anfallen, die eingelagert werden müssen.

TEPCO begleitete diese Meldung mit Aufnahmen der Einleitung der Lösung in die Rohre. Präfekturmedien berichteten ebenfalls über die erfolgreiche Verlegung der tausend Rohre auf einer Strecke von einem Kilometer

Kritiker bemängeln, derartige Kühlvorrichtungen hätten bislang nur in deutlich kleinerem Maßstab Anwendung gefunden und wären zudem nicht auf langfristige Nutzung ausgelegt.

Auch die Risiken von Erdbeben, die Auswirkungen auf die Rohrleitungen haben können, werden als Gegenargumente angeführt.

Fortschritte bei der Sicherung gegen unkontrollierte Meereskontamination: Im Rahmen des Grundwasserverklappungsplans macht TEPCO auch Fortschritte im Bereich der Absicherung des Küstenbereichs.

Dort habe man 592 der insgesamt 597 erforderlichen Stahlrohre erfolgreich angebracht. Die Gesamtstrecke wird sich auf 780 Meter erstrecken. Die Füllung der Zwischenräume mit Mörtel soll Ende Oktober abgeschlossen werden.

Nach Einschätzung von TEPCO könnte der tägliche Austritt von 400 Tonnen Grundwasser pro Tag auf zehn Tonnen verringert werden.

Leckalarm im Turbinengebäude von Reaktor 3: Am frühen Morgen löste ein Leckdetektor im Turbinengebäude von Reaktor 4 einen Alarm aus.

Als Sicherheitsmaßnahme wurde daraufhin der Wassertransfer zwischen dem Turbinengebäude und anderen Teilen der Anlage unterbrochen.

Eine Kontrolle gegen 2:54 Uhr ergab, dass vermutlich Kondenswasser, das in den Bereich des Leckdetektors tropfte, ursächlich für den Alarm war.

An den Transferleitungen wurden keine Schäden oder Wasserlecks festgestellt. Der Zwischenfall wurde daher als Fehlalarm eingestuft und der Alarmstatus aufgehoben. Das berichtete TEPCO.

IAEA-Treffen mit Versprechen zur besseren Bewältigung radioaktiver Abwässer: Beim jährlichen Treffen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien, versprach der Vorsitzende der japanischen Atomenergiekommission (JAEC) eine transparente Bewältigung der Wasserprobleme am AKW Fukushima Daiichi.

Sitz der IAEA in Wien (Foto: pd)
IAEA-Treffen 2015: Japan verspricht Transparenz bei Fukushima-Stilllegung (Symbolfoto: pd)

Yoshiaki Oka von der JAEC versicherte, man werde weiterhin freiwillig Informationen zum Verlauf von Stilllegung und der Wasserbewältigung veröffentlichen, um sie mit der gesamten Welt zu teilen.

Die Reduzierung der anfallenden radioaktiven Abwässer auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi ist eine der wichtigsten Punkte auf dem Stilllegungsplan.

Sowohl die Schaffung einer Eisbarriere, als auch das Leerpumpen von überschwemmten Kabelschächten, sowie der Bau einer Befestigung im Küstenbereich, sind Teil des Maßnahmenkatalogs.

Im Bezug auf die allgemeine Atompolitik seines Landes bestätige Oka die Pläne der japanischen Regierung, weitere Reaktoren wieder hochfahren zu wollen, sofern sie den verschärften Standards entsprechen. Das berichtete die Jiji.

Grenzwertüberschreitung bei Regenwasserleck: Beim jüngsten Überlaufen von Regenwasser im Lagertankbereich H4, kam es offenbar teilweise zur Überschreitung eines Grenzwerts.

Während die Konzentrationen von Cäsium und Tritium unter dem Nachweiswert lagen und die Strontiumkonzentration im angesammelten Wasser an den Barrieren zwischen 310 und 740 Becquerel betrug, gab es außerhalb dieses Bereichs Probleme.

Wasserproben, die in der Nähe der Barriere entnommen wurden, wiesen Strontium-90 in Höhe von 25 Becquerel pro Liter auf. Dies überschreitet den zulässigen Verklappungsgrenzwert von 0,22 Becquerel pro Liter deutlich.

Über dieses Ergebnis berichtete TEPCO, sowie Präfekturmedien, die sich auf Daten des Unternehmens stützen.

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