Fukushima aktuell: Elektrische Störung am AKW

Fukushima aktuell: Elektrische Störung am AKW

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Artikelbild - AKW Fukushima: Schaltfeld am erdbebensicheren Hauptgebäude, 19. November 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Schaltfeld am erdbebensicheren Hauptgebäude, 19. November 2015 (Foto: TEPCO)

Während die Präfektur Fukushima heute weiter gegen einen drohenden Lebensmittelskandal kämpfen muss, meldet TEPCO einen elektrischen Zwischenfall am dortigen Kernkraftwerk.

Mehr zu den Fukushima News, die jene Region in Japan aktuell beschäftigen, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. November 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Elektrische Störung am AKW Fukushima
  • TEPCO veröffentlicht Information nach Erdbeben
  • Besuch der Umweltministerin am AKW Fukushima
  • Weiteres Versagen von Lebensmittelkontrollen
  • Rückruf von illegal verkauften Yuzu

Elektrische Störung am AKW Fukushima: Heute kam es am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gegen 13:09 Uhr zu einer elektrischen Störung, als ein so genannter Erdfehler an einem der Netzschaltfelder eines Verwaltungsgebäudes auftrat.

AKW Fukushima: Schmauchspuren nach Erdfehler am 19. November 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Schmauchspuren nach Erdfehler am 19. November 2015 (Foto: TEPCO)

Die Folge war sowohl Rauchentwicklung, verbunden mit der Alarmierung der Feuerwehr von Futaba, als auch ein Stopp der Kühlung des Abklingbeckens von Reaktor 2 gegen 14:14 Uhr und eines Stickstoffabscheiders gegen 14:39 Uhr.

Wie TEPCO mitteilte, konnte die Kühlung gegen 15:54 Uhr wiederhergestellt werden.

Die vom Kraftwerksbetreiber selbst veröffentlichten Aufnahmen zeigen an dem Strombegrenzungwiderstand des betroffenen Geräts deutliche Schmauchspuren, die offenbar in Verbindung mit der Rauchentwicklung stehen.

Als Ursache für den Zwischenfall gilt menschliches Versagen. Angestellte eines Partnerunternehmens hätten bei Arbeiten zur Schaffung einer neuer Abwasserleitung versehentlich mit einem Erdnagel die elektrische Leitung beschädigt.

TEPCO veröffentlicht Information nach Erdbeben: Nachdem es gegen 18:33 Uhr (Ortszeit) zu einem Erdbeben der Magnitude 4,8 gekommen war, dessen Epizentrum in der Präfektur Fukushima lag, veröffentlichte der AKW-Betreiber TEPCO eine Erklärung.

Demnach habe es an den beiden Kernkraftwerken Fukushima Daiichi und Fukushima Daini keine Störungen im Betrieb wichtiger Vorrichtungen, wie der Reaktorkühlung, der Einspeisung von Stickstoff, oder der Filteranlagen gekommen.

Man führe derzeit noch weitere Kontrollgänge auf den Kraftwerksgeländen durch.

Auch Präfekturmedien berichten unter Berufung auf das Unternehmen, das Erdbeben mit einem Epizentrum in 50 Kilometern Tiefe, habe keine Auswirkung auf die Anlagen gehabt.

Besuch der Umweltministerin am AKW Fukushima: Tamayo Marukawa, Ministerin für Umwelt, besuchte am gestrigen Mittwoch das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Es ist ihr erste Besuch seit Amtsantritt.

AKW Fukushima: Rede von Umweltministerin Marukawa am 18. November 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Rede von Umweltministerin Marukawa am 18. November 2015 (Foto: TEPCO)

Bei einer Führung verschaffte sie sich einen Eindruck von den Maßnahmen zum Grundwasserschutz auf der Anlage. Sie äußerte in einer Ansprache an die Belegschaft ihren Respekt für die Arbeit.

Ministerin Marukawa wurde dabei vom stellvertretenden Umweltminister Shinji Inoue und Toru Shiraishi, Mitglied des Sonderausschusses zur Untersuchung der Atomfrage, begleitet. Über den Besuch berichteten neben TEPCO auch lokale Medien.

Weiteres Versagen von Lebensmittelkontrollen: Zum wiederholten Mal kamen in der Präfektur Fukushima wieder Lebensmittel in Umlauf, an denen die vorgeschriebenen Strahlungskontrollen nicht durchgeführt wurden.

Bei einem Direktverkaufsladen in Kitakata wurden Azuki-Bohnen verkauft, die nicht den erforderlichen Kontrollen auf radioaktive Belastung unterzogen wurden. Das Geschäft führt eine freiwillige Rückrufaktion durch.

Bei späteren Kontrollen war die Strahlungsbelastung nachgewiesen worden. Angaben über die Höhe der Belastung der Ware aus der Ortschaft Kumakura gab es zunächst nicht. Über den Fund berichteten Präfekturmedien.

Bereits am Montag war man an einer Raststätte und auf einem Wochenmarkt auf verabsäumte Lebensmittelkontrollen  aufmerksam geworden. Zuvor wurden bereits in den Städten Nihonmatsu und Fukushima Produkte mit fehlenden Lebensmittelkontrollen  entdeckt. In diesen Fällen waren sowohl Azukibohnen, als auch schwarze Sojabohnen betroffen.

Sollten sich derartige Meldungen häufen, könnte dies zu steigendem Misstrauen der Verbrauchen führen und den Handel mit Waren der Präfektur schädigen.

Rückruf von illegal verkauften Yuzu: Wie die Präfektur Fukushima gestern bekannt gab, wurden in dem Laden „Lion D’Or“ in der Stadt Kamata offenbar ohne Erlaubnis Yuzu verkauft.

Yuzu (Foto: Nikita, cc-by)
Präf. Fukushima: Unerlaubter Yuzu-Verkauf entdeckt (Symbolfoto: Nikita, cc-by)

Der Handel mit den Zitrusfrüchten war Ende August 2011 im Zuge der Fukushima-Krise untersagt worden. Nach einer geringen Grenzwertüberschreitung im vergangenen Jahr wurde das Verbot verlängert.

Eine Kontrolle der Früchte aus dem selben Anbaugebiet ergab eine Cäsiumbelastung von 5,7 Becquerel pro Kilogramm, was deutlich unter dem Grenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm liegt. Der Verzehr wäre somit nicht gesundheitsgefährdend.

Die Landwirte brachten am 12. November etwa 11 Säcke im Direktverkaufsbereich des Ladens. Die etwa 700 Gramm Säcke enthalten fünf bis sechs Yuzu-Früchte. Sie waren bis Dienstag ausverkauft. Es habe keine Angebote in anderen Läden gegeben.

Den Angestellten war das Handelsverbot offenbar nicht bekannt. Das Geschäft veranlasste eine freiwillige Rückrufaktion und steht telefonisch für Rückfragen zur Verfügung. Hierüber berichteten Präfekturmedien.

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