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Fukushima aktuell: Elektrizitätszwischenfälle am AKW

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Kiken Kōdenatsu - Gefahr: Hochspannung (Grafik: pd)
Kiken Kōdenatsu - Gefahr: Hochspannung (Grafik: pd)

Während der 30. September das diesjährige Ende der sommerlichen Energiesparperiode bedeutet, meldet TEPCO vom AKW Fukushima heute Zwischenfälle im Zusammenhang mit Elektrizität, den langfristigen Ausfall einer ALPS-Einheit, sowie ein Abkommen mit einem ausländischen Unternehmen. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. September 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • AKW-Arbeiter erleidet elektrischen Schlag
  • Fehlalarm über elektrische Probleme an Lagerbecken
  • ALPS-Einheit fällt bis Ende Oktober aus
  • TEPCO trifft Vereinbarung mit Sellafield
  • Neustart des AKW Sendai voraussichtlich erst 2015

AKW-Arbeiter erleidet elektrischen Schlag: Am heutigen Dienstag erlitt der Angestellte eines Partnerunternehmens bei Arbeiten im neuen Verwaltungsgebäude auf dem Gelände gegen 8:30 Uhr einen elektrischen Schlag und wurde um 8:32 Uhr in das Notfallzentrum gebracht, sowie ein Krankenwagen verständigt.

Der betroffene Kraftwerksarbeiter sei bei Bewusstsein, es wurde ein EKG erstellt und der Patient gegen 9:22 Uhr ins Krankenhaus Iwaki gebracht. Nach Auskunft der Ärzte wird der Arbeiter einige Tage in der Klinik bleiben. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Fehlalarm über elektrische Probleme an Lagerbecken: Gegen 8:26 Uhr kam es zu einem Alarm, der auf zwei Störungen im elektrischen System des Gemeinschaftsbeckens hinwies. Eine Kontrolle um 8:38 Uhr ergab jedoch keine Auffälligkeiten, da sowohl die Stromversorgung, als auch das Kühlsystem keine Unregelmäßigkeiten aufwiesen.

Auch die Messwerte der übrigen Kühlsysteme liefen problemlos. Daher wurden beide Warnungen des Systems als Fehlalarme eingestuft und um 8:59 Uhr wieder abgestellt.

ALPS-Einheit fällt bis Ende Oktober aus: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO noch am gestrigen Montag mitteilte, wird eine Einheit des Multinuklid-Filtersystems ALPS wahrscheinlich frühstens Ende Oktober den Betrieb wiederaufnehmen können.

Vergangene Woche war die  ALPS-Einheit B nach Eintrübungen des Filterwassers abgestellt worden, da dies ein Hinweis auf eine unzureichende Filterleistung der Einheit ist.

AKW Fukushima: Bedienung des ALPS-Filtersystems am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bedienung des ALPS-Filtersystems am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)

Das Unternehmen geht davon aus, dass die Untersuchung der Störung und die Durchführung von Gegenmaßnahmen mindestens einen Monat in Anspruch nehmen werden.

Derzeit ist Einheit C im Rahmen von Nachrüstungsmaßnahmen heruntergefahren, so dass mit A derzeit lediglich die letzte der drei Einheiten derzeit in Betrieb ist. Über den Zwischenfall berichteten Kyodo und jiji.

Die Filteranlage hatte in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Problemen wie Korrosion in ALPS-Einheiten, sowie Abfall der Filterleistung und weiteren Zwischenfällen zu kämpfen. TEPCO ist nun dabei, den Start einer zweiten Anlage mit weiteren ALPS-Einheiten zu planen. Langfristig soll eine Hochleistungs-Filteranlage zum Einsatz kommen.

Das Unternehmen erhielt gestern von der Atomaufsichtsbehörde NRA die Erlaubnis zum Bau des effektiveren Systems. Dieses soll 500 Tonnen radioaktiv kontaminiertes Wasser filtern können, wird jedoch nicht von Anfang an volle Leistung zeigen.

TEPCO trifft Vereinbarung mit Sellafield: Wie der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi heute bekannt gab, hat das Unternehmen geschäftliche Vereinbarungen mit dem britischen Unternehmen Sellafield getroffen, um technische Probleme bei der Stilllegung der Kraftwerksanlage besser lösen zu können. Gespräche hierzu waren bereits im Mai geführt worden.

Es ist die erste derartiger Vereinbarung die TEPCO mit einem Auslandsunternehmen aus Übersee eingeht.

AKW Fukushima: Besuch von John Clarke, Sellafield Ltd. am 24. September 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Besuch von John Clarke, Sellafield Ltd. am 24. September 2014 (Foto: TEPCO)

Das Unternehmen Sellafield hat Erfahrung mit der Handhabung von Reaktorunfällen, war es doch im Jahr 1957 bei der britischen Anlage Sellafield (damals noch unter dem Namen „Windscale“) zum so genannten Windscale-Brand an einem Reaktor gekommen,  der als ernster Unfall eingestuft worden war.

Neben der rein technischen Unterstützung hofft TEPCO aber auch auf Möglichkeiten, die Strahlungsbelastung der eigenen Angestellten verringern zu können.

Denn auch wenn sich nach Unternehmensangaben mit durchschnittlich 5.730 Beschäftigten, die Zahl seit dem vergangenen Jahr praktisch verdoppelt hat und nach offiziellen Angaben kein Arbeitskräftemangel droht, wäre insbesondere das Ausscheiden erfahrener Arbeiter von Nachteil für die Arbeiten. Vielleicht nicht zuletzt deshalb sollen auch Weiterbildungen im Bereich der Wasseranalysen erfolgen.

TEPCO veröffentlichte anlässlich der Einigung auch Aufnahmen vom Besuch der Experten auf dem Kraftwerksgelände, etwa der Bergungsvorrichtungen in Reaktor 4 und der Besichtigung des Multinuklid-Filtersystems ALPS. Über die Pläne berichteten neben den beiden beteiligten Unternehmen auch die NHK.

Neustart des AKW Sendai voraussichtlich erst 2015: Der geplante Neustart von Reaktoren am AKW Sendai (Präf. Kagoshima) wird sich verzögern und ist nicht vor Januar 2015 zu erwarten. Ursache hierfür ist die verspätete Einreichung von bislang ausstehenden Dokumenten durch den Betreiber Kyushu Electric bei der Atomaufsichtsbehörde NRA.

Die erforderlichen Papiere hatten ursprünglich bereits Ende Mai eingereicht werden sollen. Heute legte Kyushu Electric die ersten 600 Seiten zum Reaktor 1 vor. Dies ist jedoch nur ein Bruchteil der mehrere zehntausend Seiten umfassenden Baupläne. Das Unternehmen kündigte an, bis Ende Oktober weitere Dokumente vorzulegen, die dann auch Reaktor 2 betreffen sollen. Über die Verzögerung berichteten Kyodo und NHK und sprechen von 20.000 bzw. 40.000 Seiten.

 

 

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