Fukushima aktuell: Entschädigung für Todesfälle evakuierter Patienten eingeklagt

Fukushima aktuell: Entschädigung für Todesfälle evakuierter Patienten eingeklagt

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Artikelbild: Yen (Foto: pd)
TEPCO muss gleich in zwei Fällen Hinterbliebene entschädigen (Symbolfoto: pd)

TEPCO kann vom AKW Fukushima heute zwar Erfolge melden, sieht sich jedoch zugleich mit einer juristischen Niederlage konfrontiert, die das Unternehmen bislang noch nicht kannte.

Die Details der Fukushima News zur Entschädigungsklage und zur Effektivität von Wasserschutzmaßnahmen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. April 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • TEPCO muss zwei Todesfälle mit Katastrophenbezug entschädigen
  • Spundwand reduziert Strontium in Küstenbereich des AKW

TEPCO muss zwei Todesfälle mit Katastrophenbezug entschädigen: Am heutigen Mittwoch veranlasste ein Gericht in Tokyo den Kraftwerksbetreiber TEPCO zur Zahlung einer Enschädigung von insgesamt 31 Millionen Yen an Hinterbliebene von zwei Krankenhauspatienten.

Es ist das erste Mal, dass solch ein Urteil über Patienten aus dem Krankenhaus Futaba gesprochen wird, denn auch wenn weitere Klagen bei Gerichten in Tokyo, Chiba und Fukushima erfolgten, wurden ähnliche Fälle zwischen den Angehörigen und dem Unternehmen bislang außergerichtlich geklärt worden.

Die beiden Männer im Alter von 98 und 73 Jahren waren im Zuge der Ereignisse vom März 2011 aus dem Krankenhaus Futaba, etwa vier Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt, evakuiert worden.

TEPCO hatte eine Teilverantwortung für die Todesfälle eingeräumt, jedoch die Höhe der geforderten Entschädigungssumme von insgesamt 66 Millionen Yen bemängelt, da auch andere Faktoren zum kritischen Verlauf der Krankheiten geführt hätten.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass nicht nur ein Stromausfall durch das Erdbeben zur Unterkühlung der Patienten  geführt habe, sondern auch die Dehydrierung und der Abtransport in Bussen für die Verschlimmerung der chronischen Erkrankungen  ursächlich war. Das berichteten NHK und Präfekturmedien.

Ist beim Tod einer Person wahrscheinlich, dass ihr Ableben eine direkte Folge der AKW-Krise war – Suizid aus Verzweiflung, Todesfälle durch verschlechterte Versorgung – dann kann dies als „Todesfall mit Katastrophenbezug“ geltend gemacht und Entschädigungen gefordert werden.

Spundwand reduziert Strontium in Küstenbereich: Nach der Sicherung des Hafens und der Küstenseite durch die Fertigstellung der Spundwand hat die Konzentration von radioaktivem Material im Meerwasser deutlich abgenommen.

Waren vor der Maßnahme östlich der Reaktoren 1 bis 4 durchschnittlich noch 140 Becquerel Strontium-90 pro Liter im Meerwasser nachgewiesen worden, liegt die Konzentration nun bei 0,19 Becquerel und sank damit auf ein 740stel des Ursprungswerts.

Etwa ein halbes Jahr nach der Fertigstellung scheinen sich die Arbeiten, die im April 2012 begonnen und ihren Abschluss im Oktober 2015 abgeschlossen worden waren, offenbar auszuzahlen.

Auch im Hafenbereich wurde ein Rückgang der Messwerte festgestellt. So sank hier die Strontiumkonzentration von 16 Becquerel pro Liter auf 0,1 Becquerel und übertraf damit sogar die Schätzungen von TEPCO.

Betastrahler gingen dort auf ein Neuntel des Ursprungswerts zurück. Bei Cäsium-137 wurde zwar ein Rückgang auf ein Drittel festgestellt, jedoch die erhoffte Reduzierung um 40 Prozent noch nicht erreicht. Auch die Tritiumkonzentration sank.

Über die Erfolge berichteten Präfekturmedien. Zwar gab es in der Vergangenheit auch Meldungen über den Wasserdruck auf die Spundwand und Abdichtungsarbeiten an der Spundwand, der Effektivität scheint dies jedoch keinen Abbruch zu tun.

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