Start Aktuelles Fukushima aktuell: Entsorgung der Tanks mit Tritiumabwässern erforderlich

Fukushima aktuell: Entsorgung der Tanks mit Tritiumabwässern erforderlich

Nicht filterbare Tritium-Abwässer werden nun auch zum Platzproblem.

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Artikelbild: Kontrollgang in einem Lagertankbereich (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Lagertanks mit Tritiumabwässern sollen verschwinden (Symbolfoto: Copyright by TEPCO)

Die Bewältigung tritiumhaltiger Abwässer ist am AKW Fukushima heute nach wie vor ein Thema – und den aktuellen Fukushima News zufolge wird das Thema in Japan aktuell aus gutem Grund wieder verstärkt aufgegriffen.

Weshalb insbesondere die Beseitigung der Lagertanks mit Tritiumabwässern nun als dringende Angelegenheit behandelt wird, erfährt man im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Juli 2018.

Entsorgung der Behälter für Tritium-Abwässer erforderlich

Bei einem Treffen am 13. Juli einigte sich das Subkomitee der Regierung, das mit der Suche nach Lösungsstrategien zur Beseitigung tritiumhaltiger Abwässer am AKW Fukushima Daiichi beauftragt ist, auf die Beseitigung der Behälter.

Die Durchführung der künftigen Bergung von Brennelementen mache die Sicherstellung einer ausreichenden Fläche für die Arbeiten erforderlich, so dass eine Räumung der Lagertanks mit Tritiumabwässern ein notwendiger Schritt sei.

Der allgemeinen Öffentlichkeit soll diese Entscheidung im August genauer erläutert und die Notwendigkeit der Maßnahme deutlich gemacht werden. Die Beseitigung der Tanks setzt jedoch die Zustimmung zur Verklappung verdünnter Tritium-Abwässer ins Meer voraus.

Derzeit befinden sich etwa 680 Lagertanks mit Wasser aus dem Kühlkreislauf, dass eine extrem hohe Konzentration an radioaktivem Tritium aufweist auf dem Gelände des Kraftwerks. Die Gesamtmenge dieser Abwässer beläuft sich auf 895.000 Tonnen.

Auch die Verantwortlichen bei der Liberaldemokratischen Partei (LDP) drängen die Regierung, endlich das Verständnis der Bevölkerung für die erforderlichen Maßnahmen zu erlangen, ohne dass diese dadurch zeitlich weiter verzögert werden.

Hintergrund

Anders als etwa bei Cäsium oder Jod existiert für Tritium bislang keine effektive Methode zur Filterung, so dass Abwässer mit hoher Tritiumkonzentration auch nach der Behandlung im Multinuklid-Filtersystem ALPS separiert werden müssen.

Um Platz zu schaffen, wäre theoretisch auch eine Umfüllung in andere Behälter denkbar, allerdings wäre dieser Schritt nicht nur riskant, sondern der Kontaminationsgrad der Wassertanks immer noch sehr hoch, so dass ein solches Projekt wenig wahrscheinlich ist.

Eine neue Methode zur besseren Trennung tritiumhaltiger Abwässer durch die Zurückhaltung von Feinpartikeln könnte zwar die Gesamtmenge etwas reduzieren – eine Entsorgung der Abwässer wäre jedoch immer noch erforderlich.

Gegen diese Maßnahme besteht jedoch nach wie vor starker Widerstand in der Bevölkerung. Insbesondere Fischereiverbände fürchten Schäden für die mühsam wiedergewonnene Reputation ihrer Waren aufgrund negativer Gerüchte.