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Fukushima aktuell: Entsorgung kontaminierter Abfälle wird zum Langzeitproblem

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Artikelbild - AKW Fukushima: Entsorgte Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ordnungsgemäß entsorgte Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Nach der Ankündigung des Vollbetriebs der Müllverbrennungsanlage, herrscht beim Betreiber des AKW Fukushima heute zwar Freude über den geglückten Vollbetrieb, gleichzeitig werden hierdurch aber auch künftige Probleme bewusst.

Diese und weitere Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. März 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Müllverbrennung am AKW Fukushima wird ein Langzeitproblem
  • Tohoku-Tsunami wäre voraussagbar gewesen

Müllverbrennung am AKW Fukushima wird ein Langzeitproblem: TEPCO hat die Anlage im dreistöckigen Gebäude im Norden des Kraftweksgeländes nun offiziell in Betrieb genommen. Zuvor waren Testläufe der Müllverbrennung durchgeführt worden-

Nachdem die alte Anlage durch den Tsunami des Tohoku-Großbebens 2011 zerstört worden war, wurde der Bau dringend erforderlich – denn mittlerweile sind etwa 70.000 metrische Tonnen an Abfällen, wie etwa gebrauchter Schutzkleidung angefallen (Stand Ende 2015).

Die Abfälle, deren Menge bis 2028 auf 358.000 Tonnen ansteigen soll, werden verbrannt, und die anfallende Asche, die nur noch einen Fünfzigstel der ursprünglichen Masse ausmacht, in Behältern eingelagert.

Doch die Probleme sind weitreichender und nicht auf diese Weise zu bewältigen.

Für die bislang angefallenen 83.000 Tonnen an Holzabfällen, die durch Rodungen für Lagertanks anfielen, sowie 155.000 Tonnen an Reaktortrümmern gibt es bislang keine endgültige Lösung, da sie nicht in dieser Anlage entsorgt werden können.

TEPCO plant den Bau einer Verbrennungsanlage für die Holzabfälle und einer Zerkleinerungsvorrichtung für die Gebäudetrümmer. Doch während mit einer Inbetriebnahme nicht vor dem Fiskaljahr 2020 zu rechnen ist, wächst der Müllberg.

Bis 2028 wird mit einem Anstieg dieser Art von Abfälle auf 695.000 Tonnen gerechnet. Trotz der neuen Verbrennungsanlage wird TEPCO somit langfristig ein Abfallentsorgungsproblem bekommen. Über die Entwicklung berichtete die Mainichi Shimbun.

Tohoku-Tsunami wäre voraussagbar gewesen: In einerm aktuellen Interview behauptet der Seismologe Kunihiko Shimazaki, das Ausmaß des Tsunami wäre vorhersehbar gewesen, wenn die Regierung bestimmte Untersuchungen nicht unterlassen hätte.

Eine langfristige Tsunami-Auswertung durch einen Expertenausschuss vom Juli 2002, hatte eine hohe Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent auf ein Großbeben innerhalb von 30 Jahren ermittelt, das sich vom Japangraben ausgehend, entlang der Sanriku-Küste bis zur Boso-Halbinsel erstrecken würde.

In Anbetracht der Tatsache, dass Großbeben an aktiven Verwerfungen nur alle tausend Jahre auftreten, hätte die Regierung das Risiko eines solchen Tsunami ernster nehmen müssen. 1896 hatte der Tsunami eines Sanriku-Bebens 22.000 Todesopfer gefordert.

Über das Interview berichtete die jiji.

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