Fukushima aktuell: Entsorgung von kontaminierter Schutzkleidung führt zu Besorgnis

Fukushima aktuell: Entsorgung von kontaminierter Schutzkleidung führt zu Besorgnis

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Artikelbild - AKW Fukushima: Entsorgte Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ordnungsgemäß entsorgte Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Über die Besorgnis von Bürgern aufgrund der Hinterlassenschaften von Dekontaminationsarbeiten, wird in Fukushima heute ebenso berichtet, wie über die Entsorgung radioaktiver Abfälle.

Weitere Fukushima News befassen sich mit einem ungeplanten Ereignis am AKW Fukushima, sowie erwarteten Neujahrsregelungen für das Sperrgebiet. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Dezember 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Entsorgung von Dekontaminationskleidung führt zu Ängsten
  • TEPCO Abwasserkanal zeitweise übergelaufen
  • NRA-Experten fordern tiefere Entsorgung von Atommüll
  • Betriebsdauer von Müllverbrennungsanlage verlängert
  • Neujahrs-Sonderregelung für Sperrgebiet in Iitate

Entsorgung von Dekontaminationskleidung führt zu Ängsten: Wie aus Gesprächen mit der Stadtverwaltung Fukushima und Anwohner hervorgeht, wurde Schutzkleidung wie Stiefel und Helme, die bei Dekontaminationsarbeiten Verwendung fanden, auf einer Müllhalde entsorgt.

Anwohner hatten Abfallsäcke , sowie Sicherheitswesten mit der Aufschrift „Minamisoma Dekontamination“ sowie dem Namen eines Unternehmens, das mit der Dekontamination von Minamisoma beauftragt wurde, entdeckt.

Die Verantwortlichen entschuldigten sich für das Vorgehen im Wohngebiet, erklärten, man werde die Vertragspartner des Joint Venture Unternehmens schulen und davon in Kenntnis setzen, derartige Abfälle nicht auf der Müllhalde zu entsorgen.

Das Umweltministerium wartet nun auf einen Bericht, um abschließend beurteilen zu können, ob ein Verstoß gegen geltende Richtlinien vorliegt. Daher äußerte sich die Behörde nicht näher zu den Ereignissen. Über den Fund berichteten Präfekturmedien.

Im Laufe des Jahres hatte sowohl die illegale Entsorgung von Dekontaminationsabfällen (Juli), als auch durch Unwetter weggespülte Abfallsäcke (September) bereits für Aufsehen gesorgt.

TEPCO Abwasserkanal zeitweise übergelaufen: Aufnahmen einer Überwachungskamera am AKW Fukushima Daiichi zeigen, dass es zwischen 10:24 Uhr und 11:34 Uhr zum zeitweisen Überlaufen von Regenwasser am Abwasserkanal K gekommen war.

Durch eine Umleitung über die Abwasserleitung C habe man verhindern können, das weiteres Wasser in das offene Meer gelangte.

NRA-Experten fordern tiefere Entsorgung von Atommüll: Experten der japanischen Atomaufsichtsbehörde NRA fordern für einige radioaktive Abfälle eine tiefere unterirdische Lagerung, als dies bislang vom Gesetz vorgesehen wird.

Gegenwärtig ist sowohl für geringer, als auch vergleichsweise hoch belastete Abfälle eine Mindestlagertiefe von 50 Metern vorgesehen. In einem Entwurf fordern die Experten eine Mindesttiefe von 70 Metern für Abfälle mit hoher Strahlungsbelastung.

Dies soll verhindern, dass das Material aus der Stilllegung von Reaktoren in Kontakt mit Menschen kommt. Die Lagerdauer soll dem Entwurf zufolge, auf 300 bis 400 Jahre festgelegt werden.

Außerdem sieht das Dokument vor, dass die Regierung in Tokyo ein System schaffen müsse, dass die Ausgrabung des Atommülls nach Ablauf der Frist verhindert.

Für den endgültigen Entwurf will die Atomaufsichtsbehörde, die Meinungen der Vereinigung der Elektrizitätsunternehmen einholen und die Grundkonzepte im kommenden Jahr gegen Ende März zusammenstellen. Das berichtet die NHK.

Betriebsdauer von Müllverbrennungsanlage verlängert: Das Umweltministerium verlängerte am gestrigen Donnerstag die Betriebserlaubnis einer temporären Verbrennungsanlage in Kawauchi um vier Monate.

Die Anlage wurde dazu genutzt, die bei den Tohoku-Katastrophen 2011 angefallenen Trümmer aus den Evakuierungsgebieten der Ortschaft zu entsorgen. Allerdings stieg die bis Ende des Jahres zu bewältigende Menge von 1700 Tonnen aufgrund von Gebäudeabrissen auf 2130 Tonnen.

Die Anlage wird somit bis Ende März 2016 im Betrieb bleiben und nach Abschluss der Arbeiten stillgelegt werden. Das berichten Präfekturmedien.

Neujahrs-Sonderregelung für Sperrgebiet in Iitate:  Ab dem 19. Dezember wird für die Sperrgebiete der Ortschaft Iitate eine Regelung erlassen, die auf Antrag einen Sonderaufenthalt ermöglicht.

Die Regelung wird bis zum 17. Januar gültig sein und soll es den früheren Einwohnern ermöglichen, das Jahresende und die Neujahrszeit in ihrem Heimatort verbringen zu können. Anmeldungen sind über eine kostenlose Hotline möglich, berichten Präfekturmedien.

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