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Fukushima aktuell: Entsorgungsprobleme bei kontaminierten Abfällen erwartet

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Artikelbild - AKW Fukushima: Entsorgte Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ordnungsgemäß entsorgte Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Neben der Einlagerung von radioaktiv kontaminierten Abwässern und Erdreich, sowie weiteren Dekontaminationsproblemen, werden für TEPCO am AKW Fukushima heute neue Probleme berichtet. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. November 2014.

Unsere heutigen Meldungen:

  • Entsorgung von Schutzkleidung wird zum Problem
  • Zwischenlagergesetz für Dekontaminationsabfälle naht
  • Vulkanologen fordern Überarbeitung für AKW-Sicherheitsrichtlinien

Entsorgung von Schutzkleidung wird zum Problem: Die täglich tonnenweise anfallenden radioaktiven Abwässer sind nicht länger das einzige Lagerungsproblem am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Dort drohen nun auch noch Schwierigkeiten bei der Abfallentsorgung.

AKW Fukushima: Berge gebrauchter Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Berge gebrauchter Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Von der Schutzkleidung der Kraftwerksarbeiter, die neben den Tyvek-Schutzanzügen auch mehrere Lagen an Handschuhen und Socken, Klebeband und weiteren Teilen besteht, werden lediglich die verschiedenen Atemschutzmasken und Stiefel wiederverwendet.

Der Rest wird als „schwach radioaktiver Abfall“ klassifiziert und derzeit in acht Bereichen der Anlage in Behältern aufbewahrt, bis sie im kommenden Oktober in einer Verbrennungsanlage entsorgt werden.

Da den Arbeiten zur Bewältigung radioaktiver Abwässer jedoch höhere Priorität eingeräumt wurde, als dem Bau der neuen Verbrennungsanlage nördlich von Reaktor 6, kam es zu einem Rückstand von einem halben Jahr. Nun wird befürchtet, dass die Verbrennung nicht mit dem neu anfallenden Abfall schritthalten kann.

Zahlen verdeutlichen das Problem. Währen im August etwa 5.800 Arbeiter am Kernkraftwerk beschäftigt waren, beläuft sich die Menge an entsorgungspflichtigem Schutzkleidungsabfall mit Stand von Ende September auf 33.300 Kubikmeter. Nach Angaben der Mainichi Shimbun entspricht dies der Menge von 70 Swimming-Pools von 25 Metern Länge.

In  einigen Fällen liegen gravierendere Kontaminationen, etwa durch stark radioaktives Wasser an den Kleidungsstücken vor, so dass diese als hochgradig kontaminierter Abfall gesondert entsorgt werden müssen. Einen Plan, wie eine Überschreitung der Lagerkapazitäten verhindert werden könnte, hat Kraftwerksbetreiber TEPCO derzeit noch nicht vorzuweisen. Das berichtete die Mainichi Shimbun.

Zwischenlagergesetz für Dekontaminationsabfälle naht: Am heutigen Dienstag stimmte das japanische Unterhaus für ein Gesetz, dass den Bau von Zwischenlagern für radioaktiv kontaminierte Abfälle, auf Grundstücken nahe des AKW Fukushima Daiichi ermöglichen wird.

Schwarze Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Material (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Gesetz für Zwischenlagerung kontaminierter Abfälle erwartet (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Die Grundstücke überspannt die Gebiete der Gemeinden Futaba und Okuma. Die geplante Anlage soll etwa 16 Quadratkilometer umfassen. Geht es nach dem Willen der Regierung, sollen bereits im Januar die ersten Lieferungen von radioaktivem Erdreich erfolgen.

Das Gesetz verpflichtet die Regierung jedoch nicht nur zur Sicherstellung einer gefahrlosen Lagerung, sondern auch dazu, den temporären Charakter der Anlage einzuhalten und nach einem Zeitraum von 30 Jahren eine Lagerung außerhalb der Präfektur durchzuführen.

Nach einer Diskussion im Oberhaus, wird erwartet, dass das Gesetz im Rahmen der aktuellen außerordentlichen Parlamentssitzung erlassen wird. Ein Umweltausschuss des Unterhauses verabschiedete eine zusätzlichen Entschluss, der die Regierung zu Auswahl und Vorlage eines Zeitplans für die endgültige Lagerung vorsieht. Hierüber berichteten jiji und NHK.

Der bisherige Präfekturgouverneur Yuhei Sato befürwortete zwar den Bau von Zwischenlagern, betrachtete die eigentliche Einlagerung von Erdreich, das bei Dekontaminationsmaßnahmen anfällt, jedoch als gesonderten Sachverhalt. Sein Nachfolger Masao Uchibori befürwortet zumindest den Zwischenlagerbau ebenfalls.

Vulkanologen fordern Überarbeitung für AKW-Sicherheitsrichtlinien: Ein Komitee, das von der Vulkanologischen Gesellschaft Japans ins Leben gerufen wurde, fordert eine Überarbeitung der Sicherheitsrichtlinien durch die Atomaufsichtsbehörde NRA.

Die Experten argumentieren, die Möglichkeiten des Voraussage von Vulkanausbrüchen sei begrenzt und dies müsse auch bei der Festlegung von Vorgaben berücksichtigt, sowie der Öffentlichkeit klar gemacht werden. Die derzeitigen Bestimmungen der NRA fordern von Kraftwerksbetreibern geeignete Maßnahmen zu treffen, falls Anzeichen für Vulkanausbrüche mit potentiellen Folgen für die Anlage entdeckt werden.

Im Fall des AKW Sendai, das als erstes Kernkraftwerk einer Sicherheitskontrolle der NRA unterzogen wurde, hatte der Betreiber als Notfallmaßnahme den Abtransport der Brennelemente von der Anlage genannt. Dies entspricht jedoch nicht der Haltung der Experten, die auf schlechte Vorwarnzeiten bei Vulkanausbrüchen verweisen.

Zur Klärung der Sicherheitsfrage für Japans Kernkraftwerke und die Bedrohung durch vulkanische Aktivität, seien umfassende Gespräche zwischen Wissenschaftlern und Regierungsvertretern notwendig, um eine angemessene Änderung der Vorgaben ausarbeiten zu können. Das berichtete die NHK.

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