Fukushima aktuell: Erhöhte Strahlungswerte in Entwässerungskanal

Fukushima aktuell: Erhöhte Strahlungswerte in Entwässerungskanal

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Artikelbild: Stahlbarriere an den Ableitungskanälen der Reaktoren 1 bis 4 am 28. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungsanstieg in Entwässerungskanal zum Hafenbecken festgestellt (Symbolfoto: TEPCO)

Während die Regierung sich in Sachen Fukushima heute mit dem Wiederaufbau von Landwirtschaft und Rinderzucht befasst, gibt es vom AKW Fukushima Daiichi erste Meldungen über die Auswirkungen des Taifuns Mindulle.

Diese und weitere Fukushima News, etwa zu Veränderungen der Fischfangbestimmungen in der Präfektur, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. August 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Anstieg von Strahlungswerten in Entwässerungskanal
  • Immer noch tonnenweise radioaktives Wasser in Tunneln
  • Neues Bezuschussungen für Landwirte und Rinderzüchter
  • Liste der Fischsorten mit Testfangerlaubnis ergänzt
Anstieg von Strahlungswerten in Entwässerungskanal

Am heutigen Dienstag gab der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi bekannt, dass im Entwässerungskanal K, westlich der Reaktorgebäude, ein Anstieg von radioaktivem Material nachgewiesen werden konnte.

Lagen die Messwerte für Betastrahler am Sonntag noch bei 230 Becquerel pro Liter, so stieg dieser Wert gestern auf 2.300 Becquerel an. Noch am selben Abend wurde jedoch wieder ein Rückgang auf 740 Becquerel nachgewiesen.

Sollte der Grenzwert von 3.000 Becquerel pro Liter überschritten werden, muss die Verklappung von Abwässern über diese Leitung gestoppt werden. Der Kanal K führt in das Hafenbecken und endet nicht im offenen Meer.

Für den Anstieg macht das Unternehmen die starken Regenfälle im Zuge des Taifuns Mindulle verantwortlich. Der Regen habe radioaktives Material aus dem Boden gewaschen und so zum Anstieg der Messwerte in den Wasserproben geführt.

Über die Entdeckung berichteten TEPCO und Präfekturmedien. In der Vergangenheit hatte es bereits mehrfach Probleme an Kanal K gegeben. Damals war radioaktives Wasser ins Meer gelangt.

Immer noch tonnenweise radioaktives Wasser in Tunneln

Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, haben sich mittlerweile etwa 10.000 Tonnen an radioaktiv kontaminiertem Wasser in Kabelschächten und anderen tunnelartigen Strukturen unter dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi angesammelt.

Für das Abwasser, das aus einer Mischung der Tsunami-Schwemme von 2011, kontaminiertem Regenwasser und ausgetretenem Reaktorkühlwasser besteht, hat das Unternehmen bislang noch keinen Plan zur Entfernung vorgelegt.

Über diesen Umstand berichtete die Kyodo.

Neues Bezuschussungen für Landwirte und Rinderzüchter in Fukushima

Als Teil der Bemühungen um den Wiederaufbau der Region Tohoku, plant die Regierung ein neues Finanzierungssystem für Landwirte und Rinderzüchter in 12 Gemeinden, damit diese ihren Betrieb wieder aufnehmen können.

Das berichtet die Jiji unter Berufung auf namentlich ungenannte Quellen.

Etwa sieben Milliarden Yen sollen den Betroffenen zum Kauf von notwendigem Gerät und Zuchtvieh durch ein Bezuschussungssystem zukommen. Das neue Konzept ist eine Ergänzung der bisherigen Bezuschussung, die sich eher an Großbetriebe richtet.

Das neue System soll auch Einzelpersonen beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlage fördern. So wird die Präfekturverwaltung 75 Prozent der Kosten für den Erwerb von Gerät und Vieh decken und die anfallenden Beträge durch die Regierung übernommen.

Zu den 12 Gemeinden gehören offenbar Iitate, Minamisoma und Naraha, ebenso wie Namie, Kawauchi, Kawamata und Katsurao. Auch Tamura, Tomioka und Hirono sollen Teil des Programms werden.

Überraschend mag der Umstand sein, dass auch Okuma und Futaba zum Projekt gehören sollen, obwohl auf dem Gelände der Gemeinden das Zwischenlager für kontaminiertes Erdreich und radioaktive Abfälle entsteht.

Liste der Fischsorten mit Testfangerlaubnis ergänzt

Bei einem gestrigen Treffen des Verbandes der Fischereikooperativen von Futaba, das in der Stadt Soma durchgeführt wurde, einigte man sich darauf, Flunder in die Liste der Fischsorten, für die Testfänge zulässig sind, aufzunehmen.

Somit soll ab dem 1. September und damit erstmals seit der Kraftwerkskatastrophe, der Flunderfang testweise wieder aufgenommen werden. Im kommenden Fiskaljahr soll dann der Einsatz von Grundschleppnetzen erfolgen.

Insgesamt sind 83 verschiedene Arten für Testfänge vorgesehen. Bis Ende des Monats soll die Entscheidung auch mit Genehmigung der Präfekturvereinigung der Fischereikooperativen formell abgesegnet werden.

Über den Beschluss berichteten Präfekturmedien.

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