Start Aktuelles Fukushima aktuell: Erlaubnis zur Verklappung radioaktiver Abwässer erteilt

Fukushima aktuell: Erlaubnis zur Verklappung radioaktiver Abwässer erteilt

2858
1
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Labor in dem Grundwasseranalysen durchgeführt werden (Foto: TEPCO)
TEPCO-Labor für Grundwasseranalysen (Symbolfoto: TEPCO)

Die Erlaubnis zur Entsorgung radioaktiver Abwässer ist erteilt, doch bis es soweit ist, könnte es noch dauern. Unterdessen bemüht man sich am AKW Fukushima, heute um eine Verbesserung der Sicherheit. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Januar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • NRA erteilt Erlaubnis für Verklappung radioaktiver Abwässer
  • Sicherheitstrainings am AKW Fukushima sollen Gefahren verringern

NRA erteilt Erlaubnis für Verklappung radioaktiver Abwässer: Für den Kraftwerksbetreiber TEPCO bringt der heutige Mittwoch erfreuliche Neuigkeiten mit sich, die jedoch von Fischereiverbänden weit weniger positiv aufgenommen werden.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA hat den Plan des AKW-Betreibers radioaktiv belastetes Grundwasser des Kraftwerksgeländes, nach ausreichender Filterung in den Pazifik einzuleiten, grundsätzlich genehmigt.

Bislang durften im Rahmen der Grundwasserumleitung lediglich aus den Bergen stammendes Grundwasser umgeleitet und nach einer Analyse in den Pazifik verklappt werden. Dies soll das Anfallen weiterer kontaminierter Abwässer reduzieren und eine Kontrolle des Grundwasserpegels ermöglichen.

Die Verklappung von bereits kontaminiertem Grundwasser der Kraftwerksanlage, blieb dem Unternehmen bislang untersagt. TEPCO hatte sich bereits seit mehreren Monaten um die Erlaubnis zur Verklappung radioaktiv belasteten Grundwassers bemüht.

Durch die Maßnahme hofft das Unternehmen, die Einlagerung von kontaminierten Abwässern in Lagertanks reduzieren zu können. Bei einer schnellen Beseitigung der Abwässer könnte das Risiko durch undichte Lagertanks reduziert werden.

Derzeit fallen täglich etwa 350 Tonnen an radioaktiven Abwässern auf der Kraftwerksanlage an. Eine langfristige Einlagerung bringt nicht nur das Risiko von Lecks mit sich – die steigende Umgebungsradioaktivität durch Lagertanks gefährdet die Gesundheit der Arbeiter.

Die Fischereiverbände der Region sind jedoch weiterhin gegen die Verklappung von Fukushima-Grundwasser. Da ihr Einverständnis eine Voraussetzung  für die Durchführung der Maßnahme darstellt, könnte bis zur tatsächlichen Umsetzung noch einige Zeit vergehen.

Das Kraftwerksbetreiber bemüht sich, das Vertrauen der Fischer zu gewinnen, indem man die bislang vorgeschriebenen Grenzwerte freiwillig verschärft hat. Das Unternehmen erklärt, nur Grundwasser zu verklappen, dessen Konzentration von Cäsium-137 unter einem Becquerel pro Liter liegt.

Das Vorgehen selbst gleicht dem bei der bislang durchgeführten Grundwasserumleitung:

TEPCO will schrittweise ein Leitungssystem verlegen und mit Pumpen ausstatten. Das am Grundwassermessposten heraufgepumpte Grundwasser wird dann gefiltert und in einen Lagertank geleitet, um eine Analyse durchführen zu können. Anschließend folgt die Einleitung in den Pazifik.

Der Widerstand, der trotz aller Sicherheitsmaßnahmen besteht leitet sich von dem Umstand ab, dass selbst durch den kombinierten Einsatz des Multinuklid-Filtersystems ALPS und der Strontiumfilteranlage keine gänzliche Filterung erreicht werden kann.

Eine effektive Filterung  von radioaktivem Tritium ist mit den bislang genutzten Methoden nicht möglich. Über die grundsätzliche Genehmigung durch die Atomaufsichtsbehörde berichteten Kyodo, NHK und Präfekturmedien.

Sicherheitstrainings am AKW Fukushima sollen Gefahren verringern: Während fehlerhafte Berichterstattung über „in Wasserbecken gestürzte“ oder gar dort „ertrunkene“ AKW-Arbeiter lediglich ein Sorgfaltsproblem einiger deutschen Medien darstellt, sind die gestrigen Todesfälle an beiden Fukushima-AKW ein Zeichen für die konkrete Gefahr, mit der sich die Arbeiter in Japan konfrontiert sehen.

AKW Fukushima: TEPCO-Verantwortlicher Takafumi Anegawa bei Sicherheitsinspektion am 21. Januar 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: TEPCO-Verantwortlicher Takafumi Anegawa bei Sicherheitsinspektion am 21. Januar 2015 (Foto: TEPCO)

Nachdem die jüngsten Ereignisse international für Aufsehen gesorgt hatten und die Präfekturverwaltung gestern Forderungen stellte, will das Betreiberunternehmen nun die Sicherheit an den Kernkraftwerken nachhaltig verbessern.

Für heute hat TEPCO alle Räumarbeiten an den Kernkraftwerken Fukushima Daiichi und Fukushima Daini abgesagt und führt stattdessen Sicherheitsinspektionen vor Ort durch.

Akira Ono, Kraftwerksleiter des AKW Fukushima Daiichi hatte den Anstieg an Arbeitsunfällen auch auf die Unerfahrenheit von Arbeitskräften zurückgeführt. Um schwere Unfälle verhindern zu können, will TEPCO nun die Schulungsprogramme für Kraftwerksbeschäftigte ausweiten.

Arbeiter vor Ort nennen ebenfalls den Einsatz von Personen ohne Erfahrung an Kernkraftwerken, sowie die erschwerte Sicht und Kommunikation durch die Schutzkleidung als Probleme, die sicheres Arbeiten erschwerten. Über die Sicherheitsproblematik berichtete die Asahi Shimbun.

1 KOMMENTAR

  1. Danke Spreadnews!! Ich dachte schon, ich wäre der einzige, der den unterschied zwischen einem offenen Wasserbecken und einem geschlossenen Wassertank erkennt!

    Sogar der Spiegel hat den Mist vom angeblichen „Wasserbecken“ geschrieben. Die Springer-Presse ist halt auch nicht mehr das, was sie mal war.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here