Start Aktuelles Fukushima aktuell: Erneut Strahlungsrekorde und ALPS-Probleme aufgetreten

Fukushima aktuell: Erneut Strahlungsrekorde und ALPS-Probleme aufgetreten

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Artikelbild - Untersuchung nahe Wassereinspeisungen -hier: Reaktoren 3 und 4 am 27. Januar 2012 (Symbolfoto: TEPCO)
Untersuchung nahe Wasserzuläufen - Bereich der Reaktoren 3 und 4 - am 27. Januar 2012 (Symbolfoto: TEPCO)

Mit Messwertrekorden und dem Ausfall einer ALPS-Einheit, beginnt die Berichterstattung zum AKW Fukushima heute mit keinen guten Vorzeichen. Tatsächlich befassen sich die weiteren Fukushima News dann unter anderem auch mit Kritik am Bodenfrostungsprojekt und der Verletzung eines Arbeiters. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Mai 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Rekord-Strahlungswerte bei Meerwasser
  • ALPS-Einheit A nach Wasseintrübung gestoppt
  • Atomaufsicht meldet Kritik an Grundwasserbarriere an
  • Fukushima-Arbeiter zieht sich Fußverletzung zu
  • Regierung entscheidet über Lagerung von Fukushima-Atommüll
  • Kritisierte Manga-Serie ausgesetzt

Rekord-Strahlungswerte bei Meerwasser: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO Freitagnacht bekannt gab, wurden an fünf Messpunkten im Küstengebiet des AKW Fukushima Daiichi, neue Höchstwerte an Tritium festgestellt.

In einer Probe, die am Montag innerhalb des Hafenbereichs der Kraftwerksanlage entnommen worden war, wurde eine Tritiumkonzentration von 1.900 Becquerel pro Liter festgestellt. Die Stelle befindet sich zwischen den Wasserzuläufen der Reaktoren 2 und 3. Der bisherige Höchstwert des Hafens war am 14. April an der selben Stelle nachgewiesen worden und betrug damals 1.400 Becquerel pro Liter.

An einem Messpunkt in der Nähe, wurde der bisherige Tritium-Höchstwert von 1.200 Becquerel ebenfalls überschritten und liegt nach den aktuellen Funden nun bei 1.400 Becquerel pro Liter. Die Ursache für den plötzlichen Anstieg ist nach Unternehmensangaben bislang ungeklärt.

Den jüngsten Funden waren in der Vergangenheit mehrfach deutlich erhöhte Strahlungswerte in Proben von Grundwassermessposten vorangegangen. Über die neuen Rekordwerte berichtete die jiji.

ALPS-Einheit A nach Wasseintrübung gestoppt: Am Samtag wurde bei den regulären Wasserproben des Multinuklid-Filtersystems eine leichte Eintrübung des Wassers festgestellt. Dies deutet auf eine überhöhte Kalziumkonzentration hin, so dass die Anlage um 9:00 Uhr in den Standy-by Modus versetzt wurde. Die Untersuchung möglicher Ursachen dauerte zunächst noch an.

AKW Fukushima: Bedienung des ALPS-Filtersystems am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: ALPS-Einheit A nach erneuter Eintrübung gestoppt(Foto: TEPCO)

Später ergänzte der Kraftwerksbetreiber TEPCO diese Angaben und erklärte, möglicherweise sei die Trübung durch den Filter der Querstromfiltration/Cross-Flow-Filtration (CFF) entstanden.

Der Gesamtwert der Betastrahler lag im Vergleich zum Freitag innerhalb der normalen Schwankungen (Freitag: 320, Samstag: 240 Becquerel pro Liter).

Bereits in der Vergangenheit war diese Einheit des ALPS mehrfach wegen Eintrübungen gestoppt worden. An der aktiven Einheit C wurden nach Betreiberangaben keine Eintrübungen festgestellt.

Atomaufsicht meldet Kritik an Grundwasserbarriere an: Nachdem die Kajime Corporation, als verantwortliches Unternehmen, für die Durchführung der Bodenfrostung als Grundwasserbarriere, die am Freitag durchgeführte Demonstration der Grundwasserbarriere als Erfolg verbucht, reagiert die Atomaufsichtsbehörde NRA weniger euphorisch und führt Kritikpunkte an.

Aufgrund des Umfangs des Projekts – auf einer Strecke von 1,5 Kilometern um die Reaktoren 1 bis 4, soll der Boden durch ein Kühlsystem gefroren werden – sei es sehr schwierig, im Fall des Versagens, die Maßnahme einzustellen. Auch hätten Pannen möglicherweise gravierende Auswirkungen auf weitere Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände.

AKW Fukushima: Testaufbau einer Eisbarriere am 28. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Testaufbau einer Eisbarriere am 28. November 2013 (Foto: TEPCO)

Auch weise das im März übermittelte und lediglich drei Seiten umfassende Dokument des Kraftwerksbetreibers TEPCO nicht ausreichend Erklärungen zu Sicherheitsmaßnahmen für das Projekt auf. Die Arbeiten, deren Beginn für den Juni 2014 geplant ist, sollen ihren Abschluss im März 2015 finden und dann die Bodenfrostung eingeleitet werden.

Das Industrieministerium, das der Maßnahme bereits grünes Licht gegeben hatte, zeigte sich durch die Beurteilung der Atomaufsichts verblüfft.  Man sei der Überzeugung gewesen, bereits das Einverständnis der NRA enthalten zu haben. Über die Kritik berichtete die Asahi Shimbun.

Fukushima-Arbeiter zieht sich Fußverletzung zu: Am heutigen Montag zog sich der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 11:35 Uhr eine Verletzung des rechten Fußes zu, als er bei einem Kontrollgang im Lagertankbereich G4 stolperte.

Eine erste medizinische Untersuchung führte um 13:49 Uhr zur Anforderung eines Krankenwagens zum Krankenhaus Minamisoma, wo der Verletzte gegen 14:07 Uhr eintraf. Die medizinische Untersuchung laufe derzeit, berichtete TEPCO. Eine radioaktive Kontamination wurde nicht festgestellt.

Regierung entscheidet über Lagerung von Fukushima-Atommüll: Die japanische Regierung  ist zu dem Schluss gekommen, nach dem geplanten Kauf von Grundstücken in Futaba und Okuma und der Entschädigung der Eigentümer ein staatliches Unternehmen mit der Entsorgung kontaminierten Erdreichs und ähnlichen Materials außerhalb der Präfektur Fukushima zu beauftragen.

Symbolbild: Atommüllfass (Foto: pd)
Kontaminierte Abfälle: Regierungsunternehmen soll Entsorgung übernehmen (Symbolbild: pd)

Mit einem neuen Gesetzt soll die „Japan Environmental Safety Corporation (JESCO“ dazu autorisiert werden, sowohl den Betrieb der Zwischenlager innerhalb der Präfektur Fukushima, als auch die Auslagerung in die Endlagerstätten außerhalb der Präfektur innerhalb eines Zeitraums von 30 Jahren durchzuführen,

Die Einwohner von Futaba und Okuma fürchten derzeit noch, die geplanten Zwischenlager in ihren Gemeinden könnten ungeplant zu Endlagern werden. Um dieser Besorgnis zu begegnen, will die Regierung im Verlauf dieses Monats mit Gesprächen und Erklärungen, die bis in den kommenden Monat reichen werden, die genauen Umstände erläutern.

Ob die Versprechen der Regierung, sowohl Umzugskosten als auf Wunsch auch den Transfer von Familiengräbern zu zahlen bei den Gesprächen von Bedeutung sein werden, bleibt abzuwarten. Über die Pläne berichtete die NHK.

Kritisierte Manga-Serie ausgesetzt: Shogakukan Incorporated, Herausgebe der Zeitschrift Big Comic Spirits, reagiert auf die Vorwürfe, die von mehreren Stellen gegen die Manga-Serie „Oishinbo“ erhoben wurden. Stein des Anstoßes sind Szenen, in denen beim fiktiven Hauptcharakter nach dem Besuch des AKW Fukushima Daiichi plötzliches Nasenbluten auftritt.

Auch die Warnung, die Präfektur Fukushima sei trotz aller Dekontaminationsmaßnahmen nicht sicher, führte zu Protesten und mehrere Stellen, darunter sowohl Kabinettsmitglieder der Regierung, als auch lokale Verwaltungen, etwa der Präfektur Fukushima, legten Beschwerde ein.

Jetzt erklärte der Herausgeber, man akzeptiere die öffentliche Kritik und werde bestimmte Darstellungen prüfen, sowie bei künftigen Szenen ebenfalls auf kontroverse Darstellungen achten. Die Montagsausgabe vom 19. Mai soll zudem eine Stellungnahme  des Verlags enthalten und sich 13 Experten als Befürworter und Kritiker an der Korrektheit der Darstellungen schriftlich äußern.

Zuvor hatte der Autor der seit 1983 erscheinenden Serie gefordert, Kritik ausschließlich gegen seine Person und nicht gegen den Herausgeber zu richten.

Nach Veröffentlichung der „Oishinbo“-Ausgabe vom heutigen Montag soll die Serie zunächst ausgesetzt werden. Über die Entscheidung berichteten Asahi Shimbun und jiji.

 

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