Start Aktuelles Fukushima aktuell: Erste AKW-Drohne wird nach sieben Jahren verschrottet

Fukushima aktuell: Erste AKW-Drohne wird nach sieben Jahren verschrottet

Die Drohne lieferte bei ihren Einsätzen in Fukushima wertvolles Bildmaterial und Strahlungsdaten

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Artikelbild - AKW Fukushima Reaktor 1: Aufnahme der Flugdrohne T-Hawk am 15. April 2011 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Aufnahme der Flugdrohne T-Hawk am 15. April 2011 (Foto: Copyright by TEPCO)

Die Woche beginnt in Fukushima heute mit der Meldung über die Entsorgung altgedienten Arbeitsgeräts. Weitere Fukushima News befassen sich erneut mit der Frage der Exporte von Lebensmitteln der Region in andere Staaten.

Details zu den aktuellen Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. März 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Erste AKW-Drohne in Fukushima wird verschrottet
  • PR-Veranstaltung für Lebensmittel aus Fukushima in Paris
  • Japan bittet Hongkong um Aufhebung der Import-Beschränkungen
Erste AKW-Drohne in Fukushima wird verschrottet

Nach sieben Jahren Betriebszeit am AKW Fukushima Daiichi ging die erste dort eingesetzte Flugdrohne aufgrund des Alterungsprozesses in den Ruhestand. Sie hat damit praktisch alle wichtigen Entwicklungen dort verfolgen können.

Das unbemannte Fluggerät war im April 2011 in Betrieb gegangen und hatte im Dezember 2012 bei Einsätzen über den zerstörten Reaktorgebäuden die dort vorhandene Radioaktivität mit einem Dosimeter erfasst.

Die Drohne der Japanischen Atomenergiebehörde JAEA war aber auch bei der Sammlung von Daten für die „Strahlungskarten“ im Einsatz, anhand derer die Verbreitung des radioaktiven Niederschlags nach der AKW-Krise graphisch dargestellt wurde.

Das Gerät wurde am 19. März aus dem offiziellen Betrieb genommen.  Über die Geschichte der Drohne berichtete die jiji. Spreadnews hat in der Vergangenheit die Drohneneinsätze der ersten Stunde, bis hin zu Neuentwicklungen verfolgt.

PR-Veranstaltung für Lebensmittel aus Fukushima in Paris

Am Wochenende besuchte Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur Fukushima, im Rahmen seiner Europareise auch Paris und nahm, nahe der französischen Hauptstadt, an einer Veranstaltung zur Werbung für Produkte seiner Präfektur teil.

Bei der „Fukushima Pride Fair“ in einem Einkaufszentrum konnten die Besucher neben Reis unter anderem auch „anpokaki“ (getrocknete Kaki-Frucht) und Pfirsichsaft probieren. Beide Früchte sind kulinarische Spezialitäten der Region.

Bereits in den Jahren zuvor hatte man Fukushima-Produkte in Paris beworben und der Beschluss, das Exportverbot für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Fischereiprodukte aufzuheben, wird als wichtiges Vorbild für andere EU-Staaten angesehen.

Im Dezember 2017 waren die allgemeinen EU-Importbeschränkungen gelockert worden. Über die Fukushima Pride berichteten mehrere japanische Medien, darunter jiji, NHK und Präfekturmedien.

Japan bittet Hongkong um Aufhebung der Import-Beschränkungen

Am gestrigen Sonntag bat Japans Außenminister Taro Kono bei einem Treffen mit der Regierungscheffin von Hongkong um eine Aufhebung der Importbeschränkungen für Produkte aus zehn japanischen Präfekturen, die als Reaktion auf die AKW-Krise erlassen wurde.

Neben anderen politischen Themen war dies eine der wichtigen Punkte bei den Gesprächen mit der Chefadministratorin Carrie Lam. Nach dem Treffen erklärte Außenminister Kono, es gäbe beiderseitige Anstrengungen, so dass eine Verbesserung zu erwarten sei.

Sollte Hongkong tatsächlich die Bestimmungen lockern, wäre dies auch ein Signal an die Volksrepublik China, die bislang geltenden Regelungen gegen die Einfuhr japanischer Waren zu überdenken.

Das Treffen hat zudem  eine gewisse historische Bedeutung, handelt es sich doch um den ersten offiziellen Besuch eines japanischen Außenministers seit der Freigabe der einstigen britischen Kolonie im Jahr 1997.

Ein Gegenbesuch aus Hongkong ist für November geplant. Über das Treffen berichteten japanische Medien, darunter Kyodo und jiji.

Bereits im Januar 2018 hatte es eine PR-Reise für Medienvertreter aus Hongkong und Taiwan gegeben, um für die japanischen Produkte zu werben.