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Fukushima aktuell: Erster Reaktor-Scan angekündigt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Vorbereitung auf Reaktorscans, 9. Februar 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Vorbereitung auf Reaktorscans, 9. Februar 2015 (Foto: TEPCO)

Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte vom AKW Fukushima heute erste Aufnahmen der neuen Maßnahmen an der Anlage. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Februar 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Vorbereitungen für Reaktor-Scan laufen
  • Regierung bittet um Absegnung der Zwischenlager-Sicherheitsrichlinien
  • Lagerungsschätzungeen für Reaktorabfälle

Vorbereitungen für Reaktor-Scan laufen: Der Plan, Elementarteilchen für Reaktorscans zu nutzen, war bereits kurz nach Ausbruch der Fukushima-Katastrophe aufgekommen und in der Vergangenheit mehrfach zur Sprache gekommen.

Jetzt nimmt das Projekt konkrete Formen an. Nachdem heute die benötigten Geräte auf dem Kraftwerksgelände ausgerichtet wurden, wollen Experten ab morgen mit den Scans beginnen.

Die Untersuchungen des Reaktors sollen bis März fortgeführt werden.

Die Kraftwerksarbeiter waren heute besonderen Risiken ausgesetzt und standen unter Zeitdruck, da bereits die Strahlung in der Nähe des Reaktorgebäudes bis zu 500 Mikrosievert pro Stunde beträgt.

Bei der Maßnahme werden Elementarteilchen aus dem Weltall, so genannten Myonen genutzt, um die Lage der zusammengeschmolzenen Brennelementemasse (Corium) in Reaktor 1 zu bestimmen.

AKW Fukushima: Arbeiten vor Reaktor-Scans, 9. Februar 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiten vor Reaktor-Scans, 9. Februar 2015 (Foto: TEPCO)

Bei dem Beschuss des Reaktorgebäudes dringen die Teilchen durch die Struktur und werden lediglich durch Material mit hoher Dichte, wie etwa Uran, abgelenkt.

Durch die Erstellung eines Computermodells dieses „Reaktor-Röntgenbilds“ hoffen die Experten, die Position der geschmolzenen Brennelemente lokalisieren zu können.

Eine ähnliche Methode soll, in Abwandlung der jetzt genutzten Technik, an Fukushima-Reaktor 2 eingesetzt werden. Hierüber berichtete die NHK.

Regierung bittet um Absegnung der Zwischenlager-Sicherheitsrichlinien: Am gestrigen Sonntag traf sich Umweltminister Yoshio Mochizuki und der Minister für Wiederaufbau, Wataru Takeshita, mit dem Gouverneur der Präfektur Fukushima, Masao Uchibori.

Inhalt des Treffens waren die Vorschläge zu den Sicherheitsabkommen für die Einlagerung kontaminierter Abfälle in den geplanten Zwischenlagern.

Japan-Karte: Radioaktivität in Japan (Foto:pd)
Präfektur Fukushima: Zusage für Sicherheitsabkommen für Zwischenlager erbeten (Symbolfoto: pd)

Der Minister bot Vertretern der Präfektur und den Verwaltungen der künftigen Lagerstandorte Futaba und Okuma an, selbst Sicherheitsinspektionen durchzuführen.

Außerdem bat er darum, die vorgelegten Sicherheitsrichtlinien so schnell wie möglich zu unterschreiben, damit die ersten Anlieferungen erfolgen könnten.

Die Zustimmung zu dem Sicherheitspakt zwischen den drei Instanzen, ist die letzte der fünf Bedingungen, deren Erfüllung gefordert wurde. Die übrigen Forderungen wie gesetzliche Grundlage und Bezuschussung sollen bereits geklärt sein.

Gouverneut Uchibori erklärte, er werde nach Beratungen mit Ortsverwaltungen auf das Angebot antworten.

Geht es nach dem Willen der Regierung, sollen die Abfälle am 11. März in die teporären Lager geliefert werden, mit deren Bau am 3. Februar begonnen worden war. Über Angebot und Bitte berichteten Mainichi Shimbun, jiji und NHK.

Lagerungsschätzung für Reaktorabfälle: Eine heute veröffentlichte Schätzung der Vereinigung der japanischen Elektrizitätskonzerne (FECPJ) an die Atomaufsichtsbehörde NRA, zeigt Probleme bei der Lagerung selbst gering belasteter Abfälle auf.

Demnach müssten in Japan schätzungsweise 14.331 Kubikmeter an schwach belastetem Abfall mehr als 50 Meter tief vergraben werden. Diese Menge entspräche etwa 71.600 Metallfässern.

Die Schätzung beruht auf der Untersuchung an 59 Reaktoren, darunter zwei Anlagen, die sich derzeit noch im Bau befinden, und einer Laufzeit von 60 Jahren, inklusive einer Wiederaufarbeitungsanlage und einer zur Aufarbeitung von MOX-Elementen. Hierüber berichtete die jiji.

 

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