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Fukushima aktuell: Erster Teil des Schutzmanteldachs von Reaktor 1 angehoben

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Entfernung des ersten Schutzmantel-Dachpaneels am 31. Oktober 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Entfernung des ersten Schutzmantel-Dachpaneels am 31. Oktober 2014 (Foto: TEPCO)

Nach einem Schaden bei den Schutzmantelarbeiten, kann der Betreiber des AKW Fukushima heute eine positive Meldung machen. Überraschend ist dagegen eine Meldung, durch die jetzt laufende Maßnahmen neue Bedeutung erhalten könnten. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 31. Oktober 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO hebt erstes Dachpaneel an Reaktor 1
  • AKW-Arbeiten angeblich keine Ursache für Reisfeldkontamination
  • Trotz AKW-Stopp keine festgelegten Energiesparziele

TEPCO hebt erstes Dachpaneel an Reaktor 1: Nach der zweitägigen Verspätung, hat Kraftwerksbetreiber TEPCO nun das erste Dachpaneel des Schutzmantels um Reaktor 1 angehoben.

Die ursprünglich für den Mittwoch geplante Maßnahme war verschoben worden, nachdem bei Arbeiten ein Schaden am Schutzmantel von Reaktor 1 entstanden war. Beim heutigen Einsatz wurde eines der Paneele durch Einsatz eines Krans angehoben. Das Dach des Schutzmantels besteht aus insgesamt sechs dieser Bauteile.

Die Maßnahme verlief nach Angaben des Betreibers ohne Probleme. Ziel der Dachöffnung war nicht nur, einen Fortschritt in den Demontageplänen zu erzielen, sondern von besonderem Interesse war der Effektivitätsnachweis eines Bindemittels.

Die Substanz war zuvor in das Innere gesprüht worden, um das Aufwirbeln von radioaktiv stark belastetem Staub der Trümmerteile zu verhindern. Tatsächlich meldete der Betreiber, es habe keinen Anstieg der Umgebungswerte gegeben, was auf eine Wirksamkeit der Maßnahme hinweise.

Die Entfernung eines weiteren Dachteils ist für kommende Woche vorgesehen. Neben dem Kraftwerksbetreiber TEPCO berichteten auch Kyodo und NHK über den Versuch.

AKW-Arbeiten angeblich keine Ursache für Reisfeldkontamination: Die im vergangenenen Jahr aufgetretene Kontamination von Reisfeldern durch Arbeiten an Reaktor 3, war einer der Gründe für die Verzögerung der erst vor wenigen Tagen begonnenen Arbeiten am Schutzmantel von Reaktor 1.

Eine Reis-Rispe
Möglicherweise doch keine Reisfeldkontamination durch Trümmerräumung an Reaktor 3 (Symbolfoto: pd)

Nun erklärte Toyoshi Fuketa bei einem heutigen Treffen der Atomaufsichtsbehörde NRA überraschend, es sei sogar sehr unwahrscheinlich, dass die im August 2013 durchgeführte Trümmerräumung an Reaktor 3 zur damaligen Belastung der landwirtschaftlichen Nutzflächen geführt habe.

Sollte diese Einschätzung zutreffen, wäre die Verschiebung der Schutzmantelarbeiten an Reaktor 1 praktisch unnötig gewesen. Diese hatten ursprünglich im Juli anlaufen sollen.

Nach Angaben von TEPCO hatten die damals aufgewirbelten Staubpartikel einen relativ großen Durchmesser von mehreren Mikrometern. Fuketa erklärte nun, auch unter Berücksichtigung der Strahlungshöhe der freigesetzten Partikel von etwa 110 Milliarden Becquerel, sei daher anzunehmen, dass das Material praktisch auf dem Kraftwerksgelände verblieben war.

Als Begründung für die nachgewiesene Kontamination der Reisfelder, nannte das NRA-Mitglied die Möglichkeit von Grundwasser und Flüssen, die zur Belastung der landwirtschaftlichen Flächen geführt haben könnten.

Nun erwägt die NRA die maximale Verbreitung von radioaktiven Partikeln bei Trümmerräumungen und ihre potentiellen Auswirkungen auf Reisfelder zu untersuchen und entsprechende Berechnungen anzustellen. Über die unerwartete Schlussfolgerung berichtete die NHK.

Trotz AKW-Stopp keine festgelegten Energiesparziele: Am heutigen Freitag gab die japanische  Regierung bekannt, bei der diesjährigen  Energiesparperiode zwischen dem 1. Dezember 2014 und März 2015 keine genauen Ziele zu benennen.

Auch nach Einschätzung der Elektrizitätsunternehmen sei trotz des Umstands, dass kein einziges der Kernkraftwerke des Landes am Netz ist, nicht mit Versorgungsengpässen zu rechnen.

Erstmals seit drei Jahren wurde auch für Japans nördlichste Präfektur Hokkaido keine numerischen Begrenzungen gesetzt, man setze nach Angaben von Chefkabinnettssekretär Yoshihide Suga vielmehr auf die freiwillige Bereitschaft der Bevölkerung zur Energieersparnis. Das berichtete die jiji.

In Japan sind Sommer und Winter aufgrund der Nutzung von Klimaanlagen bzw. elektrischen Heizgeräten an Stelle von Heizungen, die Spitzenzeiten für den Bedarf an Elektrizität.

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