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Fukushima aktuell: Erster Teilerfolg bei Robotermission in Reaktor 3

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Aufnahmen der Robotermission vom 19. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)
Fukushima-Reaktor 3: Aufnahmen der Robotermission vom 19. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)

International fand der Einsatz eines Unterwasser-Roboters, dessen Mission am AKW Fukushima heute begann, großes Medieninteresse. TEPCO spricht von einem ersten Erfolg – doch andernorts zeigt man sich weniger beeindruckt.

Die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News zeigen aber auch weitere Entwicklungen – so gibt es immer mehr Widerstand gegen die geplante Verklappung tritiumhaltiger AKW-Abwässer.

Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Zwischenbericht zeigt Teilerfolg nach Roboter-Einsatz in Reaktor 3
  • NRA-Vorsitzender sieht Robotermission nicht als Meilenstein
  • Fischer protestieren nach Äußerung zu Verklappungsplänen
Zwischenbericht zeigt Teilerfolg nach Roboter-Einsatz in Reaktor 3

In einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch berichtete der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi über die ersten Ergebnisse einer Robotermission im Inneren des Gebäudes von Reaktor 3..

Die Arbeiten begannen gegen 4:30 Uhr, so dass gegen 6:30 Uhr der 30 Zentimeter lange Roboter aufgrund seines Durchmessers von 13 Zentimetern durch ein Führungsrohr in das Innere manövriert werden konnte.

Nach einer Strecke von sechs bis sieben Metern wurde der erste Einsatz offiziell beendet, da das Ziel dieses Arbeitsschritts – eine erste Voruntersuchung, sowie die Aufzeichnung von Bildmaterial – erreicht werden konnte.

Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme von Schäden am 19. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)
Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme von Schäden am 19. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)

Im Rahmen dieser Mission gelangen Aufnahmen, die erstmals einen unmittelbaren Eindruck von der genauen Situation innerhalb der Sicherheitsbehälters von Reaktor 3 vermitteln.

So konnte das Gerät mit seiner Kamera die strukturellen Schäden im Inneren dokumentieren.

Sie sind anscheinend zum Teil schwerwiegend. So fehlt beispielsweise das dort erwartete Gerüst, von dem aus normalerweise Arbeiten durchgeführt werden, völlig und ist offenbar herabgestürzt.

Diese Informationen sind von großer Bedeutung für Planungen zum künftigen Vorgehen bei der Stilllegung des Reaktors.

Für Freitag ist geplant, den Roboter an den Boden des Sicherheitsbehälters zu führen. Dort hofft TEPCO, Hinweise auf den Verbleib der geschmolzenen Brennelemente gewinnen zu können. Hierfür wird ein tiefergehender Unterwasser-Einsatz des Roboters erforderlich.

Dieser zweite Arbeitsschritt wird durch die gelungenen Aufnahmen zwar erleichtert – es muss jedoch damit gerechnet werden, dass durch die Antriebsturbine des so genannten „Mini-Mondfischs“  dortige Sedimente aufgewirbelt werden und die Sicht behindern könnten.

Über den aktuellen Stand der Arbeiten berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO, sowie Präfekturmedien.

NRA-Vorsitzender sieht Robotermission nicht als Meilenstein

Auch wenn der Einsatz des Unterwasser-Roboters in Reaktor 3 für mediale Aufmerksamkeit im Ausland sorgt, sieht der Vorsitzende der japanischen Atomaufsichtsbehörde NRA offensichtlich keinen Grund für großen Enthusiasmus oder Euphorie.

Shunichi Tanaka erklärte heute, dass nichts dagegen spreche, durch den Unterwasser-Einsatz erste Erkenntnisse über den Zustand im Inneren des Reaktors zu erhalten – die Möglichkeit einer Bergung geschmolzener Brennelemente sei jedoch weiterhin fraglich.

Auch auf einer Pressekonferenz betonte Tanaka, dass zwischen der Sichtung des Sicherheitsbehälters und der Frage der Bergung Welten liegen würden.

Das Innere zu überprüfen und die Bergung unbekannter Objekte, wie etwa Trümmer, seien zwei verschiedene Dinge, so der TEPCO-Vorsitzende. Über die wenig optimistische Äußerung berichteten Präfekturmedien.

Fischer protestieren nach Äußerung zu Verklappungsplänen

Nach der jüngsten Behauptung des TEPCO-Vorsitzenden Takashi Kawamura, die Verklappung tritiumhaltiger Abwässer am AKW Fukushima Daiichi sei bereits eine beschlossene Sache, kam es nun auch zum formellen Protest.

Der nationale Verband der Fischereikooperativen rief heute zu einem klaren Protest auf und ließ dem Energiekonzern TEPCO zudem eine schriftliche Beschwerde zukommen. Auch der Dachverband der Fischereikooperativen in Fukushima fand klare Worte.

TEPCO habe die Entscheidung verschleiert und die Äußerung stelle einen Betrug gegenüber Fischern und Verbrauchern dar. Ängste und Verärgerung seien durch die Äußerung geschürt worden.

TEPCO ruderte nach Protesten zurück und erklärte, die Entscheidung stehe in Wahrheit noch aus und es existiere nicht einmal ein fester Zeitplan – die Bürger, die sich schon häufig durch das Unternehmen und die Regierung getäuscht sahen, dürfte das nicht beruhigen.

Man könne nicht anders, als bei derart plötzlichen Bekanntgaben großes Unwohlsein und mangelndes Vertrauen zu empfinden, hieß es von Seiten des Präfekturverbands. Über die Beschwerde berichteten Präfekturmedien.

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