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Fukushima aktuell: Erstes Seitenpaneel an Reaktor-Schutzmantel entfernt

Arbeiten sollen bis Ende des Jahres laufen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Entfernung eines Seitenpaneels am 13. September 2016 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Entfernung eines Seitenpaneels am 13. September 2016 (Foto: TEPCO)

Nach der gestrigen Verzögerung konnte die Schutzmanteldemontage am AKW Fukushima heute endlich begonnen werden. Die Arbeiten sind von maßgeblicher Bedeutung für die Stilllegungspläne.

Weitere Fukushima News befassen sich mit der Situation des Eiswalls, sowie einer Strahlungskontrolle an Fischen. Einzelheiten zu diesen Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. September 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Erstes Seitenpaneel an Reaktor-Schutzmantel entfernt
  • Einrichtung zur Überwachung des Eiswalls vorgestellt
  • Untersuchung zum Rückgang der Cäsiumbelastung bei Fischen
Erstes Seitenpaneel an Reaktor-Schutzmantel entfernt

Nachdem gestern eine Verschiebung der Demontage-Arbeiten aufgrund schlechter Wetterbedingungen beschlossen worden war, konnte am heutigen Dienstag mit den Arbeiten am Schutzmantel begonnen werden.

Die Struktur war im Oktober 2011 an Reaktor 1  errichtet worden, um das Gebäude vor Witterungseinflüssen zu schützen und die Ausbreitung von radioaktivem Material zu reduzieren

Nachdem im Juli 2015 erstmals Dachpaneele für Untersuchungen entfernt worden waren, begann man heute trotz des Regenfalls gegen 6:00 Uhr Morgens mit der Entfernung des ersten der insgesamt 18 Seitenpaneele.

Fukushima-Reaktor 1: Entferntes Seitenpaneel am 13. September 2016 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Entferntes Seitenpaneel am 13. September 2016 (Foto: TEPCO)

Jedes der Teile hat Maße von 23 x 17 Metern und weist ein Gewicht von 20 Tonnen auf.

Mit dem Abschluss der Arbeiten wird in drei Monaten gerechnet, so dass die Maßnahme bis Ende des Jahres erfolgreich beendet sein sollen..

Ziel der Arbeiten ist es zunächst, den Gebäudezustand zu begutachten und langfristig die großen Trümmer zu entfernen, um im Jahr 2020 die Bergung von 392 Brennelementen aus dem Abklingbecken durchführen zu können.

Im Jahr 2021 sollen dann auch die notwendigen Schritte zur Bergung der bereits zusammengeschmolzener Brennelemente aus dem Reaktorkern getroffen werden.

Masato Kino vom Industrieministerium wohnte der Maßnahme bei und erklärte, auch wenn noch viele schwierige Aufgaben am Reaktor vor ihnen liegen würden, so sei zumindest der erste Schritt gemacht.

Von Seiten der Präfekturverwaltung wurde dagegen betont, trotz der Notwendigkeit von Fortschritten an der Anlage, müsse Sicherheit immer oberste Priorität haben.

Tatsächlich will TEPCO das Gebäude nicht gänzlich ungeschützt lassen und so sollen nach der Entfernung der Paneele große Planen die unkontrollierte Ausbreitung von radioaktivem Material verhindern.

Zusätzlich setzt das Unternehmen bei der Durchführung der Demontage auf chemische Bindemittel, die auch bei starken Winden das Aufwirbeln von kontaminiertem Staub verhindern sollen.

Über den Beginn der Maßnahme berichteten neben dem Kraftwerksbetreiber TEPCO auch japanische Medien, darunter die Asahi Shimbun und die NHK.

Einrichtung zur Überwachung des Eiswalls vorgestellt

Am gestrigen Montag präsentierte der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi der Presse eine Einrichtung auf dem Kraftwerksgelände, von dem aus der Zustand des so genannten Eiswalls überwacht wird.

Die Kontrolle der Vorgänge lässt sich auch von Laien anhand farblicher Kennzeichnungen auf den Displays erkennen – dort werden gefrorene Bereiche in blauer Farbe und solche mit höherer Temperatur in rot dargestellt.

Nachdem zuletzt ein Temperaturanstieg am Eiswall die Gefrierung des Bodens behindert hatte, hofft das Unternehmen immer noch, die Barriere durch die Kombination von Kühlsystem und Spezialbeton gänzlich abdichten zu können.

Obwohl die Abdichtung auf der Küstenseite zu 99 Prozent erfolgreich ist, bleibt der Abdichtungsgrad auf der Landseite bislang bei 92 Prozent stehen.

Neben dem raschen Fluss von Grundwasser und dem Temperaturanstieg durch Regenfälle, würde auch die Kontrolle des unterirdischen Wasserstands die Arbeiten behindern.

Sollte der Grundwasserpegel zu schnell sinken, könnte dies eine schwallartige Freisetzung radioaktiver Abwässer aus den Reaktorgebäuden zur Folge haben.

Auch im Kontrollzentrum des Eiswall-Status kann man somit kaum mehr machen, als die Entwicklungen zu beobachten und die Durchführung von weiteren Arbeitsschritten zu veranlassen. Über die Präsentation der Anlage berichtete die NHK.

Untersuchung zum Rückgang der Cäsiumbelastung bei Fischen

Der wissenschaftliche Versuch einer Präfekturstelle legt nahe, dass bestimmte Fische durch die Nahrung aufgenommenes Cäsium-137 schnell wieder ausscheiden.

Bei einem gestrigen Treffen in Fukushima Stadt gab die Forschungsabteilung für Fischerei ihre Ergebnisse zur Untersuchung bei Karpfen und Regenbogenforellen bekannt.

Im Rahmen des Projekts wurden über die Dauer von  182 Tagen den Tieren präparierte Köder mit Cäsium-137 gegeben, bevor man zu einer normalen Fütterung der Versuchstiere überging.

Bereits nach 42 Tagen ohne radioaktive Inkorporation wurde ein schrittweiser Rückgang festgestellt und innerhalb von 171 Tagen halbierte sich die Strahlungsbelastung.

Die nachweisbare biologische Halbwertszeit, die im Rahmen der Tests ebenfalls untersucht wurde, liegt bei Karpfen bei 257 Tagen und beträgt im Fall von Regenbogenforellen 289 Tage. Das berichten Präfekturmedien.

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