Start Aktuelles Fukushima aktuell: Erstmals Filterung radioaktiver Tritium-Abwässer gelungen

Fukushima aktuell: Erstmals Filterung radioaktiver Tritium-Abwässer gelungen

Radioaktiv kontaminiertes Tritium-Abwasser konnte erstmals erfolgreich gefiltert werden.

1235
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Laufende Grundwasserverklappung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Alternative zu umstrittenen Tritium.-Verklappungsplänen scheint gefunden (Symbolfoto, Copyright by TEPCO)

Mit der experimentellen Trennung von radioaktivem Tritiumabwasser hat die Aussicht auf Stilllegung des AKW Fukushima heute einen großen Schritt nach vorne gemacht. Einen Schritt zurück gehen sollten dagegen neugierige Touristen in Sperrgebietszonen.

Weitere Fukushima News befassen sich mit dem Tod eines Vorreiters für den Wiederaufbau und die Bemühungen um regenerative Energien. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Juni 2018.

Unsere heutigen Meldungen aus Fukushima im Überblick:

  • Erstmals Filterung radioaktiver Tritium-Abwässer gelungen
  • Ausländische Touristen missachten Warnschilder vor Sperrgebieten
  • Windkraftwerk in Fukushima bleibt hinter Erwartungen zurück
  • Bürgermeister von Namie verstorben
Erstmals Filterung radioaktiver Tritium-Abwässer gelungen

Gestern berichteten wir über den wissenschaftlichen Erfolg wasserunlösliche Feinpartikel mit radioaktivem Cäsium sicher entsorgen zu können. Heute nun wurde ein weiteres Ergebnis veröffentlicht, das sich auf die Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi auswirken dürfte.

Wie Experten von der  Fakultät für Ingenieurwissenschaftenan der Kinki-Universität (Präf. Hiroshima) bekannt gaben, sei es ihnen erstmals gelungen, Wasser mit einem hohen Anteil an Tritium vom übrigen radioaktiven Wasser zu trennen.

Bislang galt die Reinigung von Tritiumabwässern als extrem schwierig, da die chemische Grundstuktur der von normalem Wasser ähnelt. Aus diesem Grund existieren auch noch keine Tritiumfilteranlagen für die anfallenden Abwässer des Kernkraftwerks Fukushima.

Wirkungsprinzip sei ein besonders feiner Filter mit extrem kleinen Öffnungen. Das Vorgehen habe bei der Abscheidung von kontaminiertem Abwasser mit starker Tritiumkonzentration eine hohe Effizienz gezeigt.

Die Entdeckung könnte nun womöglich zur Entwicklung industriell nutzbarer Filteranlagen führen. Zuvor war die Verklappung in das Meer als einzige sinnvolle Option angesehen worden – es hatte jedoch erhebliche Kritik gegen die Tritium-Verklappung gegeben.

Über die aktuellen Forschungsergebnisse berichteten Präfekturmedien.

Ausländische Touristen missachten Warnschilder vor Sperrgebieten

Nach schwerwiegenden Unglücksfällen beklagen die Betroffenen häufig den so genannten „Katastrophentourismus“ – und oft sind sich die neugierigen Schaulustigen nicht einmal bewusst, wenn sie sich dabei Gefahr begeben.

So wurde Ende März 2017 zwar die allgemeine Evakuierungsanordnung für die Ortschaft Namie aufgehoben, jedoch gelten auch im Rahmen der Drei-Zonen Regelung einige Bereich der Gemeinde aufgrund hoher radioaktiver Kontamination als Sperrgebiet.

Offenbar aufgrund großer Neugierde und mangelnder Sprachkenntnisse drangen immer wieder ausländische Touristen auch in diese Gebiete vor. Die Verwaltung der Kleinstadt reagierte in diesem Monat mit der Anbringung von Warnschildern in englischer Sprache.

Die Warnung „Caution – No Entry!“ gefolgt von einer Verbotsliste für Kraftfahrzeuge und Fußgänger, mit dem Verweis auf die zuständige Behörde für den Reaktorunfall, soll übereifrige Gäste aus dem Ausland nun von eigenmächtigen Spritztouren abhalten.

Für japanische Autfahrer sind dagegen Hinweise, die ein zügiges Durchfahren und ein Verbot von Pausen mit Verlassen des Fahrzeugs vorschreiben, dort keine Neuigkeit. Über die Schritte, die in diesem Monat ergriffen wurden, berichteten Lokalmedien.

Windkraftanlage in Fukushima bleibt hinter Erwartungen zurück

Japans größter Offshore-Windpark vor der Küste der Präfektur Fukushima zeigt nicht erwartete Leistung. Die Anlage war im Jahr 2015 als Teil einer bereits im Fiskaljahr 2011 gestarteten Projekts des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) an den Start gegangen.

Insgesamt drei Windturbinen liegen etwa 20 Kilometer vor der Küste der Präfektur.

Das leitende Konsortium will bis Ende des Jahres die volle Kapazität von 7.000 Kilowatt erreichen. Ob dies möglich sein wird ist fraglich,denn die Anlage hatte bereits in der Vergangenheit einige Probleme gezeigt.

Bislang war es lediglich bei einem Sicherheitstest im Dezember 2017 für gerade einmal sechs Stunden gelungen, die volle Leistung zu erzielen. Die Präfektur Fukushima setzt langfristig auf regenerative Energien beim Wiederaufbau der Region.

Ausgehend von den gewonnenen Daten soll der praktische Nutzung solch großer Offshore-Anlagen vor der Küste ermittelt werden. Über die Probleme berichtete die jiji und beruft sich auf namentlich ungenannte Quellen.

Bürgermeister von Namie verstorben

Wie heute bekannt wurde, verstarb der Bürgermeister von Namie, Tamotsu Baba, am heutigen Morgen in einem Krankenhaus in der Stadt Fukushima. Es war bereits in der Vergangenheit von gesundheitlichen Problemen berichtet worden.

Zuletzt hatte der Bürgermeister, der sich in seiner dritten Amstzeit befand, noch in diesem Monat aus gesundheitlichen Gründen eine Rücktrittserklärung vorbereitet und wollte offiziell am Samstag seinen Posten verlassen.

Bürgermeister Tamotsu Baba wurde 69 Jahre alt.

Eine besondere Rolle spielte er in den Bemühungen um die Wiederbelebung seiner Gemeinde, die im Zuge der Kraftwerkskatastrophe von Fukushima zunächst vollständig evakuiert worden war. Er war stets von einem Wiederaufleben von Namie überzeugt.

Unter anderem ist es auch seinen Bemühungen zu verdanken, dass Ende März vergangenen Jahres die Evakuierungsanordnungen für Namie aufgehoben werden konnte – mit Ausnahme von Gebieten, die noch als Sperrgebiet klassifiziert werden.

Über den Todesfall berichteten sowohl die jiji, als auch die NHK, sowie Präfekturmedien.