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Fukushima aktuell: Erstmals Kaffee-Angebot für AKW-Arbeiter

Neues Getränkeangebot soll Angestellten am AKW Fukushima Normalität vermitteln

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Artikelbild - Kaffee-Angebot von Lawson am AKW Fukushima (Foto: Copyright by TEPCO)
Neues Angebot ermöglicht Kaffeeklatsch am AKW Fukushima (Foto: Copyright by TEPCO)

Durch den gefährlichen Arbeitseinsatz ist Erholung für die Angestellten am AKW Fukushima heute von ähnlicher Bedeutung, wie zu Beginn der Krise und wie die neusten Fukushima News zeigen, bemüht sich TEPCO um ein weiteres Stückchen Normalität.

Die Hintergründe dieser Meldung, sowie die Ankündigung von Arbeiten in evakuierten Gemeinden, finden sich nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Februar 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • AKW Fukushima nun mit Kaffee in eigener Lawson-Filiale
  • Dekontamination von Wiederaufbau-Sonderzone in Iitate ab Mai bestätigt
AKW Fukushima nun mit Kaffee in eigener Lawson-Filiale

Der Betreiber der Ladenkette Lawson bietet  seit dem heutigen Donnerstag in seiner Filiale auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi nun auch Kaffee für die Mitarbeiter an. Die Filiale befindet sich im neuen Büro-Hauptgebäude.

Neues Kaffee-Angebot für AKW-Arbeiter in Fukushima, 15. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)
Neues Kaffee-Angebot für AKW-Arbeiter in Fukushima, 15. Februar 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO feiert das Angebot als einen weiteren Schritt hin zu mehr Normalität im Alltag der Beschäftigten. Auch werde der Austausch unter Mitarbeitern verschiedener Firmen durch das Beisammensein gefördert.

Das Angebot umfasst derzeit Kaffee und Café Latte in einer warmen und einer gekühlten Version und ist, je nach gewünschter Variation, in bis zu drei Bechergrößen verfügbar.

Das Elektrizitätsunternehmen begleitet diese Mitteilung mit Fotos, auf denen Angestellte beiderlei Geschlechts im Rahmen ihrer Kaffeepause zu sehen sind. Über diese aktuelle Neuerung berichtete TEPCO.

Hintergrund

Mitarbeitermotivation und Koordination zwischen Partnerunternehmen sind wichtige Punkte für einen reibungslosen Arbeitsablauf – diese Lektion musste TEPCO bereits mehrfach auf unangenehme Weise lernen.

So waren in der Vergangenheit einige technische Probleme auf Nachlässigkeiten erschöpfter AKW-Arbeiter zurückgeführt worden und unmittelbar nach Beginn der Krise hatten die provisorischen Umstände der Unterbringung international Aufsehen erregt.

Als „Konbini“ (vom englischen „Convenience Store“) werden in Japan kleine Läden mit Artikeln für den täglichen Bedarf bezeichnet, die auch Dienstleistungen, wie etwa Paketannahme und Bezahldienste für Rechnungen bieten. Ein 24-Stunden-Betrieb ist häufig.

Lawson gehört neben 7-Eleven und Family Mart zu den bekanntesten Anbietern, deren Filialen sich im ganzen Land finden lassen.  Bereits seit März 2016  existiert eine Lawson-Filiale am AKW Fukushima.

Dekontamination von Wiederaufbau-Sonderzone in Iitate ab Mai bestätigt

Wie die japanische Regierung am heutigen Donnerstag bestätigte, will man im Mai mit den Dekontaminationsarbeiten zur Schaffung eines Wiederaufbau-Stützpunkts auf dem Gelände der evakuierten Gemeinde Namie beginnen.

AKW Fukushima: Dekontamination von Grasflächen (Foto: TEPCO)
Dekontamination von Grasflächen am AKW Fukushima (Symbolfoto: TEPCO)

Dort soll zunächst ein Gebiet von 30 Hektar durch Entfernung von Pflanzenwuchs und Abtragung von Erdreich dekontaminiert und etwa 60 noch vorhandene Gebäude abgerissen werden, um künftige Maßnahmen zu erleichtern.

Dieses Areal, das auch Straßen umfasst, soll dann als Ausgangsbasis für weitere Arbeiten vor Ort dienen. Die Regierung sieht das Konzept dieser Sonderzonen als Stützpunkte für Wiederaufbau als effektiver an, anstatt zentralistisch verwalten zu müssen.

Insgesamt sollen bis zum März 2023 drei solcher Zonen in der Ortschaft entstehen, die dann etwa 660 Hektar umfassen werden. Bereits seit Dezember laufen ähnliche Arbeiten in der Nachbargemeinde Futaba und für März ist die Dekontamination in Okuma geplant.

Das Umweltministerium will durch Ausschreibungen externe Unternehmen zur Beteiligung an den Arbeiten finden, die ein Interesse am Bau neuer Gebäude haben. Über die offizielle Bekanntgabe berichteten Kyodo und Präfekturmedien.