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Fukushima aktuell: Erstmals Lungenkrebs bei AKW-Arbeiter anerkannt

Anerkennung als Krankheit mit Katastrophenbezug erfolgte zu spät

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Artikelbild - Lungenkrebs - Karzinom in Form eines Pancoast-Tumors (Foto: pd)
Erstmals Lungenkrebs bei AKW-Arbeiter in Fukushima anerkannt (Foto: pd)

Ehemalige Angestellte des AKW-Betreibers TEPCO kämpfen immer wieder um die Anerkennung ihrer Erkrankungen als Folgeschäden ihres Arbeitseinsatzes – manchmal kommt die Anerkennung jedoch zu spät, wie ein Fall aus Fukushima heute zeigt.

Unterdessen beschäftigt Japan aktuell vor allem der Taifun Jebi und nachdem er sich nordwärts bewegt, ist auch bald mit Fukushima News über den Sturm zu rechnen. Erste Meldungen gibt es bereits jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. September 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Erstmals Lungenkrebs von Ex-AKW-Arbeiter als Folge anerkannt
  • Präfektur Fukushima bereitet sich auf Taifun Jebi vor
Erstmals Lungenkrebs von Ex-AKW-Arbeiter als Folge anerkannt

Wie das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) am heutigen Dienstag bekannt gab, wurde erstmals Lungenkrebs als eine Folge des Arbeitseinsatzes während der Katastrophenperiode am AKW Fukushima Daiichi anerkannt.

Der Mann Mitte 50 war seit Juni 1980 an verschiedenen Kernkraftanlagen beschäftigt. Nach dem Beginn der Fukushima-Krise im März 2011 war er mit Strahlungsmessungen beauftragt, beschäftigte sich aber auch mit der Planung und der ersten Messung bei Dekontaminationsarbeiten.

Wie das MHLW bekannt gab, ist der einstige Kraftwerksarbeiter mittlerweile verstorben. Es handelt sich um den ersten Fall, in dem Lungenkrebs als „Todesfall mit Katastrophenbezug“ anerkannt wird.

Bislang wurden nur drei Fälle von Leukämie und ein Fall von Schilddrüsenkrebs bei einstigen AKW-Arbeitern als kausale Folge ihrer Tätigkeit am AKW Fukushima Daiichi anerkannt. Über diese späte Anerkennung des Lungenkrebsfalls berichteten Präfekturmedien.

Präfektur Fukushima bereitet sich auf Taifun Jebi vor

Nachdem der Taifun Jebi in Westjapan an Land ging und den Kansai International Airport für mindestens zwei Tage stilllegen wird, zudem für Stromausfälle in Osaka sorgte und bislang acht Todesopfer forderte, bereitet sich auch der Nordosten des Landes auf den Sturm vor.

In der Präfektur Fukushima erwartet man die größten Winde ab Mittwochmorgen. Es wird aufgrund der Schwere des Taifuns davon ausgegangen, dass die Niederschlagszahlen noch höher liegen werden, als dies sonst bei einem Taifun der Fall ist.

Auch Erdrutschgefahr besteht, ebenso wie die Gefahr, dass Flüsse über die Ufer treten und es in Küstengebieten zu Überschwemmung von tiefer gelegenen Gebieten kommt. Landwirte bereiten sich durch die Sicherung ihrer Felder mit Windbrechern auf die Sturmwinde vor.

Die Wetterbehörde fordert dazu auf, das Haus möglichst nicht zu verlassen und die Informationen über mögliche Wetterwarnungen und Evakuierungsanordnungen zu verfolgen. Notunterkünfte sind bereits vorbereitet.

Bereits heute fielen am Flughafen Fukushima insgesamt fünf Flüge aus. Von den Flugausfällen waren 231 Passagiere betroffen.

Unterdessen gab das örtliche Elektrizitätsunternehmen TEPCO, zugleich Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, die übliche Standardwarnung vor herabhängenden Kabeln von Überlandleitungen heraus und forderte dazu auf, diese Sichtungen zu melden.

Über die Vorbereitungen berichteten Präfekturmedien.