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Fukushima aktuell: Erstmals Robotereinsatz in Sicherheitsbehälter geplant

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Artikelbild - Blick auf Fukushima-Reaktor 1 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf Trümmer an Reaktor 1 (Foto: TEPCO)

Die Woche beginnt mit Fukushima News zum Zustand von Brennelementen, doch gibt es auch aus der Präfektur Fukushima heute Neuigkeiten. Mehr zu dem, was in Japan aktuell geschieht, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. April 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Roboteruntersuchung in Reaktorbehälter von Fukushima-Reaktor 1 angekündigt
  • 24-Stunden-Aufenthalt in Sperrgebietsgemeinde möglich
  • Kontrolle weiterer HIC-Behälter ohne Hinweise
  • Hälfte der Eigentümer von Zwischenlagergrundstücken unbekannt
  • Verklappung von Bergwasser
  • Fukushima-Reisset ist Internet-Hit

Roboteruntersuchung in Reaktorbehälter von Fukushima-Reaktor 1 angekündigt: Zustand und Position der zusammengeschmolzenen Brennelemente in den Reaktoren sind für den Kraftwerksbetreiber TEPCO von besonderem Interesse.

Zuletzt durchgeführte Myonen-Scans von Reaktoren hatten nicht nur bereits bestehende Vermutungen bestätigt – eine Panne bei der Demonstration des Reaktor-Scannings zeigte jedoch auch, das eine Kombination verschiedener Herangehensweisen sinnvoll scheint.

Heute kündigte das Betreiberunternehmen TEPCO an, erstmals einen ferngesteuerten Roboter im Inneren des Hauptsicherheitsbehälters eines Reaktors einsetzen zu wollen. Ziel der Aktion ist Reaktor 1.

Der Elektrizitätsanbieter erhofft sich vom Robotereinsatz neben besseren Daten zu Strahlung und Temperatur auch Bildaufnahmen innerhalb des Behälters.

Der genaue Verbleib der zusammengeschmolzenen Masse (Corium) in den Reaktoren 1 bis 3 ist ungeklärt. Man geht derzeit davon aus, dass dieses Material durch den Druckbehälter gelangt sei und sich in äußerem Behälter angesammelt habe. Über den Plan berichtete die Kyodo.

Der Einsatz menschlicher Arbeiter unmittelbar in den Reaktoren ist aufgrund der dort bestehenden hohen Strahlungswerte nicht möglich.

24-Stunden-Aufenthalt in Sperrgebietsgemeinde möglich: Wie die Regierung in Tokyo bekannt gab, ist es den evakuierten Bewohnern der Ortschaft Naraha für die Dauer von drei Monaten möglich, auch die Nacht in ihren dortigen Häusern zu verbringen.

Dieser Schritt ist eine Vorbereitung auf die geplante Aufhebung des Evakuierungsstatus in Naraha. Nach der Fukushima-Katastrophe war der Ort nach einer Evakuierungsanordnung  praktisch vollständig verlassen worden.

Wann die Aufhebung tatsächlich erfolgt, soll erst nach Rücksprache mit Bürgern festgelegt werden, allerdings hält die Angst vor radioaktiver Belastung viele der früheren Bewohner von der Vorstellung einer baldigen Rückkehr fern.

Bislang haben nur 182 der etwa 2.700 Haushalte die Sondererlaubnis beantragt. Hierüber berichtete die NHK.

Kontrolle weiterer HIC-Behälter ohne Hinweise: Nach dem Verdacht eines stark radioaktiven Wasserlecks an einem HIC-Behälter, wurden am Samstag weitere Tankgruppen kontrolliert. Dabei wurden keinerlei Lecks festgestellt.

Auch der scheinbare Wasseraustritt an einem Behälter war aufgrund der vergleichsweise geringen Strahlungsbelastung schließlich als Regenwasser klassifiert worden, das erst beim Kontakt mit dem Behälter radioaktiv kontaminiert wurde. Dennoch untersuche man die Umstände weiterhin, teilte das Betreiberunternehmen TEPCO mit.

Hälfte der Eigentümer von Zwischenlagergrundstücken unbekannt: Der Bau des Zwischenlagers für kontaminierte Abfälle auf dem Gelände der Gemeinden Okuma und Futaba, wird durch ungeklärte Besitzverhältnisse stärker erschwert als gedacht.

Unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen, berichtete die Kyodo am Sonntag, das etwa 1.200 Grundstückseigentümer noch nicht bekannt seien. Das entspricht der Hälfte der geschätzten 2.400 Besitzer.

In Anbetracht dieses Problems werde sich die Fertigstellung des gesamten Komplexes weiterhin verzögern. Derzeit sind noch keine Gebäude am Lagerstandort verfügbar, obwohl der versuchsweise Antransport bereits begonnen hat.

Der Abtransport des kontaminierten Erdreichs und der Trümmer, die zumeist in Plastiksäcken auf Parplätzen, in Parks, auf Schulhöfen und Privatgrundstücken gelagert werden, gilt als einer der wichtigsten Schritte für den Wiederaufbau der Region. Über Eigentümerprobleme berichteten Kyodo und Präfekturmedien.

Verklappung von Bergwasser: Am Sonntag wurde erneut Grundwasser aus den Bergen in den Pazifischen Ozean eingeleitet. Nach Angaben von TEPCO kam es dabei zu keinerlei Zwischenfällen.

Die Gesamtmenge beläuft sich auf 1.512 Tonnen. Die Maßnahme soll zur Kontrolle des Grundwasserpegels am Kraftwerksgelände beitragen und eine Freisetzung von kontaminiertem Grundwasser in das Meer verhindern.

Der von TEPCO lang gehegte Wunsch, auch stark radioaktives Wasser direkt vom Kraftwerksgelände zu verklappen, nachdem eine Filterung erfolgte, wird von den Fischereiverbänden weiterhin abgelehnt. Über die Verklappung berichtete TEPCO.

Fukushima-Reisset ist Internet-Hit: Wohl kaum ein Land wird so sehr mit Minaiturisierung in Zusammenhang gebracht wie Japan. Vom Bonsai bis zu Mikrochips reicht da die Spannbreite. Nachdem Miniatur-Steingärten bereits auf vielen westlichen Schreibtischen zu finden sind, geht man nun einen Schritt weiter.

Gemeinsam mit Shigesato Itoi, Chefredakteur der Webseite ‚Hobo Nikkan Itoi Shimbun“, hat sich ein Verein aus der Präfektur Fukushima daran gemacht, die beliebte Reissorte „Koshihikari“ aus der Region anzubieten – als kleines Reisfeld-Set zum Selbstanbau in begrenzter Stückzahl.

Seit dem 25. März sind die kleinen Reisfelder-Sets mit strahlungsgeprüften Reissamen und gedüngtem Boden verfügbar und wurden in den sozialen Netzwerken umgehend zum Hit.

Neben dem guten Gefühl, etwas mit der eigenen Hände Arbeit erreicht zu haben, geht die liebevolle Werbeaktion für Fukushima-Reis auch durch den Magen – erhält doch jeder Käufer zum Zeitpunkt der Reisernte drei Kilogramm Reis aus der Region.

Im Januar war bereits bestätigt worden, das im Jahr 2014 alle Reisproben aus Fukushima den Lebensmittelgrenzwert einhielten. Über das aktuelle Projekt berichtete die Mainichi Shimbun.

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