Fukushima aktuell: Erstmals vollständige Evakuierungsaufhebung angekündigt

Fukushima aktuell: Erstmals vollständige Evakuierungsaufhebung angekündigt

1736
0
TEILEN
Artikelbild - Präfektur Fukushima: Straßensperre nach Namie (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zukunftspläne für schwer kontaminierte Gebiete sehen Rückkehr vor (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Die aus dem Sperrgebiet am AKW Fukushima heute gemeldete Neuigkeit zur Zukunft einer Gemeinde, wird mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Welche Besonderheiten mit diesen Fukushima News verbunden sind, erklärt der Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Juni 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Erstmals vollständige Aufhebung von Evakuierungsanordnung angekündigt
  • Vorbehalte gegen geplante Freigabe von Naraha

Erstmals vollständige Aufhebung von Evakuierungsanordnung angekündigt: Am heutigen Mittwoch gab Yosuke Takagi, Vizeminister für Wirtschaft, Handelt und Industrie, bei einem Treffen mit der Ortsverwaltung Naraha bekannt, die Regierung plane für Mitte August eine Aufhebung der Evakuierungsanordnung.

Die Freigabe der Gemeinde Naraha fiele dann mit dem buddhistischen Totenfest Obon zusammen, zu dem traditionell die Gräber in den Heimatorten besucht werden.

Bereits seit April war der zeitweise Aufenthalt erlaubt worden, damit die einstigen Bewohner dort Vorbereitungen für eine spätere Rückkehr treffen können.

Der Industrieminister erklärte, die Umstände in Naraha, dass sich nur 12 Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt befindet, machten eine Rückkehr für die geflohenen Einwohner möglich.

Minister Takagi betonte jedoch auch, dass jede Rückkehr in die evakuierte Ortschaft freiwillig erfolge und potentielle Rückkehrer auch weiterhin Unterstützung durch die Regierung erfahren werden.

Alle schätzungsweise 7.400 Einwohner mussten in Folge der Fukushima-Katastrophe im März 2011 ihren früheren Wohnort verlassen, der sich nun innerhalb des Sperrgebiets um die Kraftwerksanlage befindet.

Naraha wird somit die erste vollständig evakuierte Ortschaft, deren Evakuierungsstatus wieder gänzlich aufgehoben wird.

Zuvor durchgeführte Aufhebungen der Evakuierungsanordnungen in anderen Gemeinden waren lediglich partiell und betrafen den Bezirk Miyakoji der Stadt Tamura  und den östlichen Teil der Ortschaft Kawauchi.

Insgesamt befinden sich sieben evakuierte Gemeinden innerhalb des 20-Kilometer-Sperrgebiets. Über die geplante Aufhebung berichteten Kyodo, Mainichi Shimbun und NHK.

Vorbehalte gegen geplante Freigabe von Naraha: Einige Bürger sehen die Aufhebung des Evakuierungsstatus für ihren früheren Wohnort als verfrüht an.

Bereits die Verlängerung der temporären Aufenthaltserlaubnis sei zu früh erfolgt. Ähnliche Kritik war bereits bei den partiellen Freigaben von Tamura und Kawauchi geäußert worden.

Die Regierung bemüht sich darum, die Kritik zu entkräften, indem sie die unterschiedliche Situation zwischen Naraha und den beiden anderen Gemeinden herausstellt.

Während die temporäre Aufenthaltserlaubnis für Rückkehrvorbereitungen in Tamura und Kawauchi unmittelbar nach Beendigung der Dekontaminationsarbeiten verkündet worden war, habe man bei Naraha mehr als ein Jahr mit Vorbereitungen verbracht, bevor die Entscheidung gefallen sei.

Offiziell hätten sich bislang etwa zehn Prozent der 7.400 einstigen Bewohner für die vorbereitende Rückkehr registriert und lediglich etwa 100 Personen leben in ihren früheren Häusern.

Eine Umfrage der Behörde für Wiederaufbau vom November vergangenen Jahres hatte ergeben, dass ohnehin lediglich 45,7 Prozent der einstigen Haushalte eine Rückkehr beabsichtigen.

Die Regierung will ab Freitag mit Informationsveranstaltungen zu Themen wie Radioaktivität, Gesundheitsversorgung, Gebäudezustand und Infrastrukturschwäche die Sorgen der Menschen ansprechen.

Über die Vorbehalte berichteten Asahi Shimbun, Mainichi Shimbun, NHK und Präfekturmedien.

 

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT