Fukushima aktuell: Erstmals wieder radioaktives Wasserleck an Bolzentank

Fukushima aktuell: Erstmals wieder radioaktives Wasserleck an Bolzentank

Radioaktiv kontaminiertes Wasser an Bolzentank ausgetreten

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Artikelbild - AKW Fukushima: Wasserleck im Lagertankbereich G6 am 26. juni 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Wasserleck im Lagertankbereich G6 am 26. juni 2016 (Foto: TEPCO)

Wie die Meldungen vom AKW Fukushima heute zeigen, gehören die Berichte über den Austritt von radioaktivem Wasser immer noch nicht der Vergangenheit an.

Denn während die Vorbereitungen des Betreibers Shikoku Electric für den Reaktorneustart am AKW Ikata zu Protesten führen, kämpft TEPCO mit alten Lagertanks. Die Einzelheiten der Fukukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Juni 2016.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Radioaktives Wasserleck an Lagertank
  • AKW-Arbeiter zieht sich Handverletzung zu

Radioaktives Wasserleck an Lagertank: Lange Zeit schien das Problem bewältigt, doch nun gibt es erneut Probleme an den Behältern, in denen radioaktive Abwässer eingelagert werden und bereits als Sicherheitsrisiko bekannt sind.

Am gestrigen Sonntag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens an einem Wassertank im Lagertankbereich G6 an einem Flansch den Ausritt von Wasser, der sich an der Seite des Behälters entlangzog.

Das Wasser trat mit einer Geschwindigkeit von 5 bis 6 Tropfen pro Sekunde zwischen den Metallplatten aus. Da eine Betonbarriere als Damm dient, gelangte das Wasser nicht in die Umwelt.

Die Gesamtmenge beläuft sich auf etwa 72 Liter.

Eine Analyse ergab bei Wasser an der Leckstelle eine Betastrahlerkonzentration von 96.000 Becquerel pro Liter und eine Gesamtcäsiumkonzentration von 700 Becquerel.

Das Wasser innerhalb der Barriere hatte eine Konzentration von Betastrahlern in Höhe von 4.100 Becquerel pro Liter. Cäsium-137 war in Höhe von 17 Becquerel pro Liter nachzuweisen. Im Fall von Cäsium-134 lag die Konzentration unter dem Nachweiswert.

Da sich die Leckstelle in vier Metern Höhe befindet, wurden als Reaktion auf das Wasserleck Pumparbeiten eingeleitet, um den Wasserstand im Lagertank zu senken und das bereits ausgetretene Wasser in andere Behälter zu transferieren.

Diese Arbeiten wurden nach Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO am heutigen Montag abgeschlossen. Mittlerweile trete auch kein Wasser mehr an der Stelle aus. Über das Leck berichteten neben TEPCO auch Präfekturmedien.

Bei dem fraglichen Behälter handelt es sich um einen so genannten Bolzentank, dessen Metallteile nicht fest miteinander verschweißt sind. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Großlecks an Bolzentanks gegeben.

Die Metallbehälter wurden aufgrund von Korrosion, Verformungen und anderen Faktoren vom Unternehmen als langfristig ungeeignet angesehen, so dass TEPCO schließlich die Demontage der Bolzentanks und die schrittweise Ersetzung durch fest verschweißte Stahltanks angekündigt hatte.

Doch wie sich später herausstellte wird der Zeitplan nicht einzuhalten sein und die umstrittenen Bolzentanks länger als geplant im Einsatz bleiben.

AKW-Arbeiter zieht sich Handverletzung zu: Am heutigen Montag zog sich der Angestellte eines Partnerunternehmens bei Arbeiten zur Entfernung des Schutzmantels an Reaktor 1 eine Verletzung des Zeigefingers an der rechten Hand zu.

Nach dem Unfall gegen 7:73 Uhr und einer Erstversorgung im medizinischen Notfallzentrum wurde der Transfer in ein Krankenhaus veranlasst. Am Körper des Verletzten wurde keine radioaktive Belastung nachgewiesen.

Über den Arbeitsunfall berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO

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