Fukushima aktuell: Erstmals Zustimmung für Verklappung von radioaktivem Grundwasser

Fukushima aktuell: Erstmals Zustimmung für Verklappung von radioaktivem Grundwasser

2344
0
TEILEN
Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Mit ersten Zugeständnissen von Fischereiverbänden kann der Betreiber des AKW Fukushima heute einen Erfolg für seine Pläne verbuchen. Deren Einzelheiten, sowie weitere Fukushima News, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Juli 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Erste Fischereikooperativen akzeptieren Verklappung von radioaktivem Grundwasser
      • Dammbau in Naraha begonnen
      • Traditionelles Samurai-Reiterfestival in Soma
      • Wiederaufbauplan für Sperrgebietsgemeinden

Erste Fischereikooperativen akzeptieren Verklappung von radioaktivem Grundwasser: Erstmals zeigen Fischereiverbände der Präfektur Fukushima die Bereitschaft, der Verklappung von radioaktivem Grundwasser in den Pazifik zuzustimmen.

Der Verband der Fischereikooperativen von Soma und Futaba erklärte sich grundsätzlich dazu bereit, der Einleitung von Grundwasser des Kraftwerksgeländes zuzustimmen, sofern eine ausreichende Filterung erfolge.

Auch ein weiterer Verband ist gewillt, die bisherigen Vorbehalte gegen die Maßnahme des Kraftwerksbetreibers TEPCO zurückzustellen.

TEPCO will an insgesamt 40 Stellen das radioaktiv belastete Grundwasser unter dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi heraufpumpen und filtern, bevor es in den Ozean eingeleitet wird.

Durch die Maßnahme soll die täglich anfallende Menge von 300 Tonnen an Grundwasser, die täglich in die Untergeschosse der dortigen Gebäude gelangen, halbiert werden.

Für Anfang August wird eine außerordentliche Sitzung des Dachverbands aller Fischereiverbände der Präfektur Fukushima erwartet, um den Plänen offiziell zuzustimmen. Das berichtete die jiji.

Im Mai 2014 begann die Verklappung von sauberem Grundwasser, das aus den Bergen heranfließt, vor dem Eintreffen auf dem Kraftwerksgelände umgeleitet, und nach einer Kontrolle in den Pazifik verklappt wird.

Gegen die Verklappung von bereits auf dem Gelände vorhandenen Grundwasser, das radioaktiv belastet ist, bestand bislang starker Widerstand von Seiten der Fischereikooperativen.

Abgelehnt wird aber weiterhin die Einleitung von radioaktivem Abwasser aus den Lagertanks, insbesondere aufgrund der hohen Tritiumkonzentration. Derzeit gibt es keine effektive Methode zur Filterung von Tritium.

Dammbau in Naraha begonnen: Am heutigen Montag begann mit dem ersten Spatenstich der Bau eines neuen Damms in der Ortschaft Naraha (Präf. Fukushima).

Der ursprüngliche Damm war durch den Tsunami des Tohoku-Erdbebens 2011 schwer beschädigt worden und der Wiederaufbau hatte sich aufgrund der Zugangsbeschränkung durch die Strahlungsbelastung um anderthalb Jahre verzögert.

Die Baumaßnahme ist eine der Vorbereitungen auf die Freigabe der Gemeinde und die Aufhebung der Evakuierungsanordnung, die für den 5. September vorgesehen ist.

Einmal fertiggestellt wird die Konstruktion eine Länge von 1,8 Kilometern haben und 8,7 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Damit wird der neue Damm 2,5 Meter höher als sein Vorgänger und liegt zudem weiter im Landesinneren.

Die Arbeiten sollen im März 2018 abgeschlossen sein. Über das Bauprojekt berichtete die NHK.

Traditionelles Samurai-Reiterfestival in Soma: Am Samstag begann das dreitägige „Soma Nomaoi“ – ein traditionelles Sommerfest auf dem Reiter in traditionellen Kostümen ihr Können zeigen.

Reiter der Soma Nomaoi Parade 2014 (Foto: Hajime Nakano, cc-by)
Reiter der Soma Nomaoi Parade 2014 (Foto: Hajime Nakano, cc-by)

Neben einer berittenen Samurai-Parade durch Minamisoma, gehörte auch das Auffangen von Fahnen, die mit Raketen in die Luft geschossen wurden, zu den Darbietungen.

Am heutigen Montag wurde auf dem Gelände eines Schreins das einfangen ungesattelter Pferde mit bloßen Händen gezeigt.

Neben der Bedeutung als bedeutendes immaterielles Kulturgut, ist das Fest seit der Kraftwerkskatastrophe auch ein Symbol für den Wiederaufbau der Region.

Zu den Reitern gehören neben dem stellvertretenden Bürgermeister von Minamisoma, Tetsuro Eguchi, auch Personen, die im Jahr 2011 aus dem Sperrgebiet evakuierten.

Über das traditionelle Festival berichteten mehrere japanische Medien, darunter Asahi Shimbun und NHK.

Wiederaufbauplan für Sperrgebietsgemeinden: Am Samstag legte ein Beratungsausschuss der Behörde für Wiederaufbau, in einem endgültigen Entwurf die Unterstützung von 12 Gemeinden vor.

Teil des Plans ist die Verbesserung medizinischer Versorgung, eine verbesserte Zusammenarbeit der Gemeinden und die Schaffung von Arbeitsplätzen durch neue Betriebe, insbesondere im Bereich der Robotertechnik.

Nach dem Treffen in der Stadt Fukushima erklärte Wataru Takeshita, Minister für Wiederaufbau gegenüber Pressevertretern, die Regierung in Tokyo werde die Finanzierung der Maßnahmen sicherstellen.

Geht es nach dem Willen der Regierung, sollen die Evakuierungsanordnung für die 12 Gemeinden im März 2017 aufgehoben werden. Davon ausgenommen sind Gebiete, die anhaltend hohe Strahlung aufweisen.

Laut dem Entwurf sollen die Wiederaufbauarbeiten bis 2020 abgeschlossen sein. Über die Einschätzungen und Maßnahmen berichtete die jiji.

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT