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Fukushima aktuell: Evakuierte durch neues Finanzkonzept benachteiligt

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Artikelbild: Weg durch die Katastrophenregion Tohoku (Copyright: Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Folgen der Fukushima-Katastrophe verlieren ihren Schrecken (Symbolfoto: Copyright: Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Während die Kosten für den Wiederaufbau der Region steigen, wird aus der Präfektur Fukushima heute gemeldet, das einer unbekannte Zahl von Evakuierten finanzielle Mittel gestrichen werden. Details zu den heutigen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Juni 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Tohoku-Wiederaufbau wird Billionen kosten
  • Mietzuschüsse für Evakuiertengruppe sollen wegfallen

Tohoku-Wiederaufbau wird Billionen kosten: Der Wiederaufbau der Gebiete, die durch das Tohoku-Großbeben und den damit verbunden Tsunami 2011 verwüstet wurden, wird in den kommenden fünf Jahren etwa sechs Billionen Yen kosten.

Das geht aus aktuellen Schätzungen der japanischen Regierung hervor. Nun gilt es, einen neuen Finanzrahmen zu schaffen.

Im März 2016 läuft die finanzielle Unterstützung für Wiederaufbau und Entschädigung, sowie weitere Projekte aus. Das ab April geltende Modell für die kommenden fünf Jahre muss diesen Faktor berücksichtigen.

Die hohen Kosten ergeben sich durch den Umstand, dass nicht nur die Verwaltungen der drei Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi um weitere Gelder baten, sondern auch weitere Präfekturen.

Die Regierung in Tokyo trägt faktisch sowohl die Entschädigungszahlungen für TEPCO, als auch die Wiederaufbaukosten der Präfekturen. Das berichtete die NHK.

Das Auslaufen von Mietzuschüssen an Evakuierte könnte zwar theoretisch zu Einsparungen führen, mit einer tatsächlichen Aussetzung wird aber erst für März 2017 gerechnet.

Mietzuschüsse für Evakuiertengruppe sollen wegfallen.: Die Regierung plant, die Mietzuschüsse für die so genannten „freiwillig Evakuierten“auslaufen zu lassen, obwohl diese Gelder nur einen Bruchteil des Etats darstellen.

Vom Wegfall der Finanzmittel sind Personen betroffen, die nach Ausbruch der Fukushima-Katastrophe in Eigeninitiative aus Gebieten der Präfektur flohen, für die kein Evakuierungsbefehl ausgesprochen worden war.

Bis November 2012 war es ihnen aufgrund ihrer Fluchtumstände untersagt, in den Übergangshäusern der Präfektur Fukushima zu wohnen, da sie nicht aus Gefahrengebieten evakuierten.

Es ist daher davon auszugehen, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge die sich in anderen Präfekturen niedergelassen haben, zu den freiwillig Evakuierten zählen.

Diese haben sich dort mit den Finanzhilfen neue Häuser oder Wohnungen geschaffen und verfügen teilweise über feste Anstellungen.

Innerhalb der Präfektur Fukushima sind nur 300 Haushalte von freiwillig Evakuierten außerhalb von Übergangshäusern registriert.

Doch auch die Bezuschussung ihrer Mieten ist im 8,09 Milliarden umfassenden Budget für „Maßnahmen außerhalb der Präfektur“ zusammengefasst, so dass sie ebenfalls betroffen wären.

In der Präfektur Fukushima leben insgesamt 18.742 Evakuierte in eigenen Haushalten und benötigen keine Übergangshäuser. Außerhalb der Präfektur sind es 10.000 Haushalte.

Bislang hat keine Behörde offizielle Angaben gemacht, bei wie vielen es sich dabei um freiwillig Evakuierte handelt und welcher Betrag bislang an diese Sondergruppe gezahlt wurde.

Da die Summe von 8.09 Milliarden Yen lediglich einen Bruchteil der zur Verfügung stehenden 28,8 Milliarden Hilfsgelder für alle Evakuierten darstellt, vermuten Experten politische Erwägungen als Grund für die Kürzung.

Es sei davon auszugehen, dass die Kürzung der Finanzmittel für die Gruppe der freiwillig Evakuierten diese zur Rückkehr in ihre frühere Gemeinden zwingen sollen.

Die Bezuschussung würde bei Verabschiedung der Pläne bei freiwillig Evakuierten nicht im März 2016 sondern im März 2017 enden. Das berichtete die Mainichi Shimbun.

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