Fukushima aktuell: Evakuierte wollen gegen Aufhebung der Mietzuschüsse protestieren

Fukushima aktuell: Evakuierte wollen gegen Aufhebung der Mietzuschüsse protestieren

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Artikelbild - Stadt Koriyama, Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Bezahlung von Wohnraum beschäftigt Evakuierte aus Fukushima. (Foto: pd)

Die aus Fukushima heute gemeldeten Neuigkeiten decken ein weites Feld ab. Von Protesten gegen die Streichung von Finanzleistungen, über neue Methoden bei der Suche nach Bergungstechnologie und die Räumung des J-Village reichen die Fukushima News.

Die Einzelheiten zu diesen Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. November 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Protesttreffen gegen Aufhebung der Mietzuschüssen geplant
  • Verlagerung der Schwerpunkts aus dem J-Village
  • Protesttreffen gegen Aufhebung der Mietzuschüssen geplant
  • Modell für Entwicklung von Bergungsmethoden vorgestellt
  • Entschuldigung für schlechte Informationsweitergabe
Protesttreffen gegen Aufhebung der Mietzuschüsse geplant

Vier Organisationen von Personen, die noch vor der offiziellen Evakuierungsanordnung aus ihren Heimatorten flohen, kündigten gestern für den 4. Dezember ein gemeinsames Treffen in der Stadt Fukushima an.

Den geltenden Regelungen zufolge läuft die ganze oder anteilige Kostenübernahme für Mietwohnungen im Fall von Personen, die ohne die Anordnung abzuwarten auf eigene Initiative flohen, im kommenden März ab.

Die Pläne zur Einstellung der Mietentlastung für Evakuierte waren im Juni 2015 aufgekommen.

Die Interessengruppen dieser „freiwillig Evakuierten“ protestieren gegen das bestehende Modell und wollen eine Aufhebung der Regelung erreichen. Außerdem fordern sie ein „Recht auf Evakuierung“, durch das niemand benachteiligt wird.

Auf ihrer Pressekonferenz erklärten Vertreter der Interessenverbände, Pauschallösungen wie die Unterstützung bei der Suche von Sozialwohnungen und feste Mietzuschüsse wären zwar hilfreich, eine solches Konzept berücksichtige aber nicht das Einkommen des Einzelnen.

Über die Ankündigung der Aktion berichteten Präfekturmedien.

Die Ängste vor Fehlentscheidungen sind verständlich, denn In der Vergangenheit waren bereits versehentlich überzogenen Mieten für Sozialwohnungen verlangt worden und andererseits sogar Sozialwohnungen ungenutzt geblieben.

Verlagerung der Schwerpunkts aus dem J-Village

Kraftwerksbetreiber TEPCO plant, Anträge auf Besuche des AKW Fukushima Daiichi und andere PR-Angelegenheiten künftig von der „Energy Hall“ an der Nationalstraße 6 in Tomioka aus koordinieren zu wollen.

Die Wiederverwendung der Anlage, die sich am Gelände des AKW Fukushima Daini befindet, ist Teil der Verlagerung der TEPCO-Einrichtungen vom Sportgelände des J-Village, das in den vergangenen Jahren als Ausgangsbasis für Kraftwerksarbeiten diente.

Bereits gestern war die geplante Rückgabe des Verwaltungsgebäudes im J-Village gemeldet worden. Zunächst soll noch eine Gruppe dort bleiben, um die Arbeit einiger Angestellter zu koordinieren.

Außerdem nahm gestern eine neue Einrichtung in Naraha-Kido ihre Arbeit auf. Von dort sollen etwa 20 Angestellte den Wiederaufbau fördern. Über die Maßnahmen berichteten Präfekturmedien.

Modell für Entwicklung von Bergungsmethoden vorgestellt

Die Internationale Forschungsorganisation zur Stilllegung von Atomanlagen (IRID), die sich vor allem mit der Bergung von zusammengeschmolzenen Brennelementen befasst, stellte der Presse am heutigen Dienstag die aktuellen Arbeiten vor.

Die Organisation hat im Entwicklungszentrum für Fernsteuerungstechnologie in Naraha ein Modell eines Teils des Druckbehälters und der torusförmigen Kondensationskammer von Reaktor 2 in Originalgröße geschaffen.

Das Modell hat somit eine Breite von 20 Metern und eine Höhe von 12 Metern. Anhand dieser Konstruktion sollen Strategien zur Bergung von Brennelementen aus dem Reaktorinneren erprobt werden. Über die Präsentation berichteten die Kyodo und Präfekturmedien.

Bereits gestern hatte die IRID für Schlagzeilen gesorgt, als sie ankündigte, auf einer Anlage in Frankreich durch Zusammenschmelzen von Uran und Metallteilen eine Masse, ähnlich des geschmolzenen Materials in den Fukushima-Reaktoren, erzeugen zu wollen (Spreadnews berichtete).

Entschuldigung für schlechte Informationsweitergabe

Auf einer gestrigen Pressekonferenz von TEPCO war nicht nur das J-Village ein Thema, sondern Yoshiuki Ishizaki, von der Abteilung für Wiederaufbau, entschuldigte sich für die schlechte Informationsweitergabe.

Die unzutreffenden Angaben, etwa über die Höhe des Tsunami vom 22. November und die zweitägige Verzögerung bei der Bekanntgabe von Wasserlecks hätten in der Öffentlichkeit sicher für Beunruhigung gesorgt und er bedauere diesen Umstand.

Man werde nun die bislang genutzten Formen der Informationsweitergabe einer Prüfung unterziehen, teilte Ishizaki mit. Über die Entschuldigung berichteten Präfekturmedien.

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