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Fukushima aktuell: Evakuierung bei AKW-Unfällen problematisch

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Artikelbild - Nationalstraße 389 (Foto: pd)
AKW-Unfälle: Evakuierung der Bevölkerung problematisch (Symbolfoto: pd)

Die Atomkraftgegner in Fukuoka werden mit einem gewissen Stolz auf eintausend Tage kontinuierlichen Protest vor dem Gebäude von Kyushu Electric zurückblicken. Wenig Grund zur Freude bietet neben dem Warnsystem bei AKW-Zwischenfällen in Fukushime heute, auch eine Auswertung zur landesweiten Sicherheit der Bürger bei schweren AKW-Zwischenfällen.

Details zu den genannten Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Januar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Präfektur Fukushima will AKW-Katastrophenalarm verbessern
  • Personen aus AKW-Gefahrengebiet benötigen 12 Stunden für Evakuierung

Präfektur Fukushima will AKW-Katastrophenalarm verbessern: Nachdem die Auswertung einer im Dezember 2013 durchgeführten Katastrophenübung mit dem Szenario von Unfällen an zwei Kernkraftwerken einige organisatorische Mängel bei der Warnung der Bürger zeigte, will die Präfektur Fukushima nun nachrüsten.

Der Einsatz von etwa 20 Fahrzeugen, darunter Feuerwehrwagen und Polizeifahrzeuge, die durch Lautsprecherdurchsagen die Bewohner warnen und Anweisungen geben sollten, erwies sich als unzureichend.

In 26 der 36 Einsatzorten waren die Durchsagen nicht deutlich genug zu hören. Auch die öffentlichen Lautsprecheranlagen waren innerhalb geschlossener Gebäude kaum zu hören.

Japanischer Rettungswagen (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Bessere Warnung der Bevölkerung bei AKW-Unfällen (Foto: pd)

Die Einwohner, die sich an der Übung beteiligten, gehören zur Gruppe jener, die zeitweise in ihre einstigen Wohnorte im Sperrgebiet zurückkehren dürfen. Während der Versand von Notfall-Warnungen per E-Mail technisch funktionierte, konnten diese von älteren Mobiltelefonen nicht empfangen werden.

Als erfolgreich und effektiv erwies sich dagegen der Einsatz von Walkie-Talkies, die den Bewohnern von Futaba und Okuma ausgehändigt worden waren. An allen 27 Standorten, die dort Teil der Übung waren, konnte die Warnung gehört werden.

Wie die NHK berichtet, wollen die Verantwortlichen bei künftigen Katastrophenwarnungen mehrere Warnsysteme parallel einsetzen, um sicherzustellen, dass die Bürger die Warnungen auch erhielten.

Personen aus AKW-Gefahrengebiet benötigen 12 Stunden für Evakuierung: In einer ersten Analyse zur Evakuierung aus den 30-Kilometer-Sperrzonen von Kernkraftanlagen im ganzen Land, kommt ein privates Forschungsinstut zur Umweltwirtschaft zu dem Schluss, dass mindestens 12 Stunden für eine vollständige Evakuierung erforderlich sein können.

Am gravierendsten träfe eine AKW-Katastrophe die Bewohner der 30-Kilometer-Zone um das AKW Hamaoka (Präf. Shizuoka). Sollte im Fall einer weitreichenden Naturkatastrophe ausschließlich die Nutzung von Nationalstraßen möglich sein, würden die Anwohner etwa sechs Tage benötigen, um aus dem Risikogebiet zu entkommen.

Bei ausschließlicher Nationalstraßennutzung kämen die Einwohner um das AKW Tomari (Präf. Hokkaido) landesweit noch am schnellsten weg. Sie würden lediglich etwa 15 Stunden brauchen, um die 30-Kilometer-Zone vollständig zu evakuieren.

Sollten dagegen weitere Straßen nutzbar sein, wären Personen um das AKW Oi (Präf. Fukui) schon innerhalb von acht Stunden umfassend evakuiert. Auch bei diesen verkehrsgünstigen Wegen wäre das AKW Hamaoka am langsamsten zu evakuieren – hier würden 63 Stunden benötigt.

Grundlage der Untersuchung der Organisation „Kankyo Keizai Kenkyujo“, war die Lage und Verkehrsanbindung der Gemeinden, die innerhalb einer 30-Kilometer-Zone liegen, die Annahme, das 50 Prozent der Privatwagen und 30 Prozent der Busse in jeder Ortschaft für die Evakuierung genutzt werden könnten und die Einwohner alle gleichzeitig die Flucht antreten würden.

Verkehrsprobleme, wie etwa Staus, wurden ebenfalls einbezogen. Auch wenn die beiden Szenarien – ausschließliche Nutzung von Nationalstraßen, oder aller verfügbaren Straßen – natürlich vereinfachte Darstellungen sind, decken sie sich vielfach mit den detaillierteren Simulationen von einzelnen Gemeinden.

Die vollständigen Ergebnisse sollen am 25. Januar im Rahmen eines Seminars einer anderen Organisation, der Association for the Research of Transportation Problems and Human Rights, vorgestellt werden. Vorab berichtete die Mainichi Shimbun.

1 KOMMENTAR

  1. so ein scheiss kann sich nur TEPCO einfallen lassen. ist doch ein witz!
    mich beschleicht so langsam das gefühl, das dass eine abgemachte sache ist.

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