Fukushima aktuell: Ex-Manager von TEPCO werden angeklagt

Fukushima aktuell: Ex-Manager von TEPCO werden angeklagt

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Artikelbild - TEPCO-Zentrale, Hauptsitz in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Hauptsitz in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Der Neustart eines Reaktors am AKW Takahama bewegt die Gemüter, insbesondere da es noch zuvor ein Wasserleck an einer Leitung des Hauptkühlsystem aufgrund zu schwach angezogener Bolzen gegeben hatte.

Dagegen sieht der Betreiber des AKW Fukushima heute für die dortige Bekämpfung radioaktiver Abwässer gute Aussichten. Die Fukushima News über die in wenigen Tagen folgende Anklage gegen frühere Manager dürfte das Unternehmen dagegen weniger erfreuen.

Die Meldungen im Einzelnen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Februar 2016.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Klage gegen Ex-Manager von TEPCO für Montag erwartet
  • TEPCO sieht Chance auf Eindämmung des Reaktorwassers
  • Klage gegen Ex-Manager von TEPCO für Montag erwartet
  • Untersuchung von Reaktor 3 für Fiskaljahr 2017 geplant

Klage gegen Ex-Manager von TEPCO für Montag erwartet: Am kommenden Montag wird die Staatsanwaltschaft in Tokyo insgesamt drei frühere Mitglieder der Führungsspitze von TEPCO offiziell anklagen.

Dem früheren Präsidenten des Unternehmens, Tsunehisa Katsumata, sowie den ehemaligen Vize-Präsidenten Ichiro Takekuro und Sakae Muto, werden fahrlässiges Handeln mit Todesfolge und Gesundheitsschäden durch die AKW-Katastrophe zur Last gelegt.

Bereits 2009 hätte ihnen eine Risikoeinschätzung vorgelegen, die Tsunami von bis zu 15,7 Metern in Betracht gezogen hatte. Die Unternehmensführung habe es verabsäumt, entsprechende Schutzmaßnahmen einzuführen.

Die Klage betrifft 44 Todesfälle von Patienten aus Kliniken, die unter schwierigen Bedingungen evakuiert werden mussten, sowie 13 Verletzte, darunter Angehörige der Selbstverteidiungsstreitkräfte, die bei den Wasserstoffexplosionen verwundet wurden.

Bei den künftigen Angeklagten handelt es sich jedoch nur um einen Bruchteil jener 42 Personen, deren Anklage von Betroffenen im Zusammenhang mit den Ereignissen vom März 2011 gefordert worden waren.

Auch wenn das Gericht eine derart umfassende Anklage ablehnte, ist der  Prozess bemerkenswert, ist er doch das Ergebnis eines Einspruchs aus dem Jahr 2015, nachdem eine Abweisung der Klage aus dem Jahr 2013  revidiert wurde.

Unter Berufung auf Quellen wird gemeldet, eine Inhaftierung der Beklagten sei ebenso unwahrscheinlich, wie ein Beginn der Verhandlung vor Ende des Jahres. Letzteres sei durch Prüfung von Beweisen und Aussagen gegeben.

Über die Prozessankündigung berichteten mehrere japanische Medien, darunter Kyodo, jiji, NHK und Präfekturmedien.

TEPCO sieht Chance auf Eindämmung des Reaktorwassers: TEPCO äußert sich zuversichtlich, den Zufluss radioaktiver Abwässer aus den Untergeschossen von drei Reaktoren, in die Untergeschosse angrenzender Turbinengebäude stoppen zu können.

Die seit September vergangenen Jahres laufenden Maßnahmen, wie etwa die Verklappung von Grundwasser des Kraftwerksgeländes und das Heraufpumpen aus den Gebäuden zeigten Wirkung.

So sinke der Wasserstand in den Untergeschossen der Reaktorgebäude langsam. Besonders an Reaktor 1 sei der Fortschritt sichtbar. Dort soll Anfang nächsten Monats der Wasserstand unter die Höhe einer Verbindung in das dortige Turbinengebäude sinken.

Dies bedeute, dass keine radioaktives Wasser aus der Reaktorkühlung mehr in dieses Nebengebäude fließe und plane, dass bislang dort verbliebene Wasser herauspumpen zu können.

Geht es nach dem Willen des Kraftwerksbetreibers, sollen auf diese Weise innerhalb von vier Jahren die Abwässer aus drei Reaktorkellern und den Turbinengebäuden beseitigt werden. Das berichtete die NHK.

Problematisch wird jedoch vermutlich der dauerhafte Verbleib des abgepumpten Wassers, da es sich um stark radioaktive Abwässer handelt, die bei der Kühlung der Reaktoren anfallen und durch Schäden in den Sicherheitsbehältern dorthin gelangen.

So lange keine Abdichtung der Sicherheitsbehälter erfolgt, ist mit einem Nachfließen zu rechnen, so dass zumindest das Konzept einer gänzlichen Trockenlegung vorerst nicht haltbar wäre.

Dazu kommen die Lagerung und Filterung der Reaktorabwässer. Diese müssen in Stahltanks eingelagert und gefiltert werden, wobei das Unternehmen bis jetzt über keine effektive Methode verfügt, um die Tritiumkonzentration zu senken.

Untersuchung von Reaktor 3 für Fiskaljahr 2017 geplant: Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) gestern bekannt gab, ist für die erste Hälfte des Fiskaljahrs 2017 eine Untersuchung des Inneren von Reaktor 3 geplant.

Im Reaktor ist der Pegel des radioaktiven Wassers hoch, so dass zunächst ein Roboter entwickelt werden muss, der auch unter Wasser agieren kann. Ziel ist es festzustellen, in welchem Ausmaß geschmolzene Brennelemente (Corium) in den Sicherheitsbehälter gelangte.

Nachdem im vergangenen April bereits in Reaktor 1 eine Inspektion durch einen Roboter erfolgte, sind nun die Reaktoren 2 und 3 von Interesse. Man hofft, Erkenntnisse zur Bergung von Brennelemente-Resten gewinnen zu können. Das berichten Präfekturmedien.

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