Start Aktuelles Fukushima aktuell: Ex-NRA-Vorsitzender wird Berater für Wiederaufbau

Fukushima aktuell: Ex-NRA-Vorsitzender wird Berater für Wiederaufbau

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Artikelbild - Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsichtsbehörde NRA im Juli 2016 (Foto: Copyright by NRA)
Ex-NRA-Vorsitzender Tanaka bekommt neue Aufgabe in Iitate (Foto: Copyright by NRA)

Während der frühere Chef der Atomaufsichtsbehörde in Fukushima heute bereits seiner neuen Aufgabe entgegen blicken kann, ist die Situation für andere Personen weniger angenehm – die Fukushima News zeigen Vertrauensprobleme und Zukunftsängste.

Die genauen Umstände und die Folgen der einzelnen Meldungen, finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Januar 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ex-NRA-Vorsitzender wird Wiederaufbau-Berater in Iitate
  • Endlager-PR für Atommüll soll ohne Manipulation fortgesetzt werden
  • Präfekturübergreifende Kooperation bei Katastrophenschutz für Iwaki
Ex-NRA-Vorsitzender wird Wiederaufbau-Berater in Iitate

Am gestrigen Montag ernannte die Gemeinde Iitate den früheren Vorsitzenden der Atomaufsichtsbehörde NRA zum ersten Berater für Wiederaufbau. Es ist das erste Mal überhaupt, dass die Gemeinde den Titel vergibt.

Der 72 Jahre alte Shunichi Tanaka stammt selbst aus der Präfektur und war bereits als Berater für die Dekontamination der Gemeinde tätig. Die Amtsantrittszeremonie fand in Anwesenheit des Bürgermeisters statt.

Tanaka wird sein neues Amt am 1. Februar antreten und bis Ende März 2020 innehaben. Die Verwaltung hat großes Vertrauen in die Sachkenntnis des einstigen NRA-Vorsitzenden, der die Leitung des „Stützpunkts für Wiederaufbau“ im Bezirk Nagao übernehmen wird.

Bei den Bemühungen um eine Wiederbelebung der Gemeinde geht Tanaka mit gutem Beispiel voran, da er im vergangenen Dezember selbst nach Iitate umzog, um so ein Zeichen der Unterstützung für die Ortschaft und die Region Hamadori zu bieten.

Über das neue Amt berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Die Regierung  will in Gebieten, die im Rahmen des Drei-Zonen-Modells zunächst als unbewohnbar gelten, einzelne Bereiche dekontaminieren lassen und von dort schrittweise den Wiederaufbau von Infrastruktur und Wirtschaft vorantreiben.

Diese Sondergebiete für Wiederaufbau sollen als Exklaven vor Ort eine bessere Koordination der erforderlichen Maßnahmen ermöglichen, als dies zentralistisch von Tokyo aus der Fall wäre. Iitate ist die erste Gemeinde, für die dies nun Gestalt annimmt.

Das Amtsende von Shunichi Tanaka als Vorsitzender der Atomaufsichtsbehörde war vielfach bedauert worden, da er auch kontroverse Positionen vertrat.

Endlager-PR für Atommüll soll ohne Manipulation fortgesetzt werden

Die Atomlobby will sich nach einem Propaganda-Rückschlag im Vorjahr nicht geschlagen geben und ab dem 21. Februar die Bürgergespräche zur Endlagerung von Atommüll in vier Präfekturen wieder aufnehmen.

Im vergangenen November war der Vorwurf der Manipulation aufgekommen, nachdem bekannt geworden war, dass die beauftragte PR-Agentur in mindestens 39 Fällen Schüler und Studenten für die Teilnahme an den Veranstaltungen bezahlt hatte.

Die Organisatoren erklärten nun, man habe Maßnahmen getroffen um derartige Einflussnahmen bei den fünf geplanten Treffen in den Präfekturen Chiba, Kanagawa, Saitama und Tokyo ausschließen zu können.

In diesem Frühjahr sollen sich dann weitere derartige Aktionen anschließen. Das berichteten Präfekturmedien.

Präfekturübergreifende Kooperation bei Katastrophenschutz für Iwaki

Als Vorbereitung auf künftige Störfälle an den Kernkraftwerken Fukushima Daiichi und Fukushima Daini, verständigte sich die Stadt Iwaki in der Präfektur Fukushima mit 35 Gemeinden der Präfektur Ibaraki auf eine enge Zusammenarbeit.

Die dortigen Städte und Gemeinden würden sich bei einer erneuten Kraftwerks-Katastrophe als Evakuierungsorte zur Verfügung stellen und entsprechende Vorbereitungen treffen.

Die Wiederholung einer solchen Katastrophe sei zwar unwahrscheinlich, doch sei eine solche Vorsichtsmaßnahme eine notwendige Lektion aus dem Tohoku-Großbeben, um die Sicherheit der Bürger gewährleisten zu können, erklärte der Bürgermeister von Iwaki.

Sein Amtskollege aus der Stadt Mito, wo die Unterzeichnung des Abkommens stattfand, sicherte in einem solchen Fall das größtmögliche Maß an Unterstützung zu und sprach von gemeinsamen Verbesserungen beim Katastrophenschutz.

Über die Vereinbarung berichteten Präfekturmedien.