Fukushima aktuell: Ex-Premier unterstützt Klage von US-Soldaten gegen TEPCO

Fukushima aktuell: Ex-Premier unterstützt Klage von US-Soldaten gegen TEPCO

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Artikelbild - Dekontamination eines Flugdecks des Flugzeuträgers USS Ronald Reagan durch US-Soldaten (Foto: pd)
Dekontamination eines Flugdecks des Flugzeugträgers USS Ronald Reagan durch US-Soldaten (Foto: pd)

Für einige US-Soldaten ist die Angst vor Strahlungsfolgen durch die Krise in Fukushima heute höher, als bei ihrem damaligen Einsatz.

Doch nun findet sich in den Fukushima News ein Bericht über Hilfe von ungewohnter Seite. Diese und weitere Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Mai 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ex-Premier unterstützt Klage von US-Soldaten
  • Kuwait hebt Beschränkungen für japanische Lebensmittel auf
  • Sechs Festnahmen nach Leichenfund

Ex-Premier unterstützt Klage von US-Soldaten: Der frühere japanische Premierminister Junichiro Koizumi erklärte auf einer Pressekonferenz in Carlsbad (USA), er unterstütze die Klage von US-Soldaten gegen TEPCO.

Soldaten die im Zuge der internationalen Hilfsaktion „Operation Tomodachi“ humanitäre Unterstützung leisteten, fordern vom AKW-Betreiber Aufklärung und Entschädigung für Gesundheitsprobleme, die sie mit dem radioaktiven Niederschlag in Verbindung bringen.

Sie werfen TEPCO vor, unzureichend über die Risiken der Radioaktivität informiert zu haben, so dass die US-Verantwortlichen den Einsatz genehmigten und die Soldaten der radioaktiven Belastung ausgesetzt wurden.

Insbesondere Mitglieder der Mannschaft des Flugzeugträgers „USS Ronald Reagan“, der vor der Küste der Präfektur operierte, führen ihre gesundheitlichen Schwierigkeiten auf den Einsatz in Japan zurück. Der japanische Ex-Premier sprach mit einigen der 400 Kläger.

Die Zahl der Erkrankten unter ihnen steige weiterhin und einige Kläger seien bereits gestorben – unter anderem auch an Leukämie, eine Krebserkrankung, die oft mit radioaktiver Belastung in Verbindung gebracht wird.

Koizumi, der seit der Fukushima-Katastrophe bekennender Gegner von Reaktorneustarts ist, erklärte gegenüber der Presse, Japan dürfe seine damaligen Helfer nicht vergessen.

Über die Unterstützung des früheren Premiers für die US-amerikanischen Kläger berichtete die Kyodo.

Kuwait hebt Beschränkungen für japanische Lebensmittel auf: Als erster der Golfstaaten, hat das Emirat Kuwait die Aufhebung der Importbeschränkung für Lebensmittel aus Japan bekannt gegeben.

Das Verbot zur Einfuhr japanischer Produkte war als Folge der Fukushima-Krise erlassen worden. Nun, fünf Jahre und zwei Monate nach den Ereignissen vom März 2011 sollen die Beschränkungen fallen.

Die Nachbarstaaten – Saudi-Arabien, Oman, Bahrain, Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate – wollen mit der Aufhebung noch warten. Japan hofft jedoch auf eine Vorbildfunktion Kuwaits.

Als erster Staat im Nahen Osten mit Einfuhrverboten hatte der Irak 2014 die Bestimmungen aufgehoben. Über die Entscheidung berichteten Präfekturmedien.

Sechs Festnahmen nach Leichenfund: Nach dem gestern gemeldeten Fund der sterblichen Überreste eines Dekontaminationsarbeiters, gab Polizei heute die Festnahme von sechs Personen bekannt, darunter mehrere aus dem Umfeld des Bauunternehmens „Musashi Construction“.

Mindestens eine der Personen hatte finanzielle Schwierigkeiten und auch von Spannungen zwischen einem Tatverdächtigen und dem Opfer wird berichtet. Die Verdächtigen sind mehrheitlich derzeit arbeitslose Personen.

Eine Obduktion ergab als Todesursache massive Gewaltanwendung gegen den Schädel. Allerdings wurden auch Spuren von Misshandlungen an anderen Körperteilen gefunden.

Die Grube, in der die Leiche entsorgt worden war, wurde offenbar mit schwerem Baugerät ausgehoben, was für Täter aus dem Arbeitsumfeld spricht. Die Ermittlungen dauern noch an, allerdings mussten Tatortarbeiten wegen  schwerer Regenfälle unterbrochen werden.

Über die aktuellen Entwicklungen berichteten Präfekturmedien.

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