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Fukushima aktuell: Experimente zur Neutralisierung von radioaktiven Partikeln

Methoden gegen "radioaktiven Feinstaub" des Fukushima-Fallouts experimentell erprobt

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Artikelbild - Atomsymbol (Grafik: pd)
AKW Fukushima: Methode gegen radioaktive Partikel erforscht (Symbolgrafik: pd)

Nachdem die Woche ohne Meldungen über besondere Vorkommnisse begann, liefert das AKW Fukushima heute wieder einmal Schlagzeilen. So gibt es neue Fukushima News zum radioaktiven Niederschlag, wie er auch im Großraum Tokyo niederging.

Einzelheiten zu dieser Meldung, sowie die Meldung über einen ungewöhnlichen Fehlalarm gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Juni 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Methode zur Neutralisierung von Cäsiumpartikeln gefunden
  • Naraha bietet Rückkehrern ein Einkaufszentrum
  • Fehlalarm von Strahlungsmessposten an Brennelemente-Lagerbehälter
Methode zur Neutralisierung von Cäsiumpartikeln gefunden

Nach den Kernschmelzen und im Zuge der daraufhin folgenden Wasserstoffverpuffungen an mehreren Reaktoren des AKW Fukushima Daiichi, wurde ein große Menge kleiner radioaktiver Partikel in die Atmosphäre freigesetzt.

Diese „Cäsiumbälle“ beinhalten auch feinste Glaspartikel und sind nicht wasserlöslich, so dass sie lange Zeit in der Umwelt bleiben. Jetzt hat ein Mineralogen-Team von der Universität Tokyo eine Möglichkeit gefunden, die radioaktiven Bestandteile zu entfernen.

Zu diesem Zweck müssen diese feinen Parikel bei hoher Temperatur erhitzt werden, was dann das radioaktive Material gewissermaßen ausschmilzt.

Der „radioaktive Feinstaub“ ist nur wenige Mikrometer groß. Er war im März 2011 bei den Kernschmelzen durch die Vermischung der geschmolzenen Brennelemente mit anderem Material entstanden und durch die Explosionen freigesetzt worden.

Bereits im Juni 2016 hatte man festgestellt, dass bisherige Annahmen falsch waren und der radioaktive Fallout auf Tokyo und die Region Kanto in Form solcher Glaspartikel erfolgte. Das Material war durch die Luft dorthin gelangt.

Für ihre Tests sammelte das Team in der Nähe des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zwei Mikrometer messendes Material und erhitzte es anschließend. Bei Temperaturen von 600 Grad reduzierte sich die Cäsiummenge deutlich und ab 1.000 Grad war es nicht mehr nachweisbar.

Nach Ansicht des verantwortlichen Professors Toshihiro Kogure, sind die Erkenntnisse in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung.

So habe man nun Wissen darüber, welche Temperaturen bei der Verbrennung von radioaktiv kontaminiertem Material erforderlich sind und welche Art von Partikelfilter bei diesen Anlagen sinnvoll sind, um eine Freisetzung in die Umwelt zu verhindern.

Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler heute. Über die neuste Entdeckung berichteten Präfekturmedien.

Naraha bietet Rückkehrern ein Einkaufszentrum

Nach der Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Naraha im September 2015 will sich die Gemeinde nun verstärkt um die Rückkehrer bemühen und eröffnete nun ein Einkaufszentrum mit einer Fläche von 3.300 Quadratmetern.

Neben dem Einkaufsangebot, zu dem unter anderem ein Supermarkt zählt, öffneten auch die dortigen Restaurants ihre Türen für die neuen Kunden. Mit Stand vom Ende Mai, ist etwa die Hälfte der einstigen Einwohner wieder nach Naraha zurückgekehrt.

Um die Bewohner der umliegenden Sozialwohnungen und Patienten der medizinischen Einrichtungen den Einkauf so leicht wie möglich zu machen, steht zudem ein Busfahrdienst zur Verfügung. Ob sich diese Initiativen auszahlen werden, bleibt abzuwarten.

Über die aktuellen Entwicklungen berichtete die NHK.

Fehlalarm von Strahlungsmessposten an Brennelemente-Lagerbehälter

Am heutigen Dienstag wurde in einem Lager mit Castorbehältern auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi ein automatischer Alarm ausgelöst, der auf einen Anstieg der Umgebungsradioaktivität hinwies.

Der Messposten zeigte eine Strahlung von 32,21 Mikrosievert pro Stunde an. Der festgelegte Grenzwert, ab dem das Gerät selbstständig einen Alarm auslöst, liegt bei 30 Mikrosievert pro Stunde. Kein weiterer Messposten wies Besonderheiten auf.

Der letzte zuvor gemessene Wert vor dem Alarm betrug 0,39 Mikrosievert pro Stunde. Bei der eingeleiteten Untersuchung wurden 0,36 Mikrosievert pro Stunde bestätigt. Somit liegt die Umgebungsradioaktivität im dortigen Normalbereich.

Eine Inspektion der Lagerbehälter in diesem Bereich wies weder bei Druck noch Temperatur irgendwelche Auffälligkeiten nach und es wurden auch keine weiteren Schwankungen mehr festgestellt.

Man geht von einer technischen Fehlfunktion des Geräts Als Reaktion wurde der Alarm abgestellt.

Über das Ereignis berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.