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Fukushima aktuell: Experten weisen Tschernobyl-Vergleiche zurück

Strahlungsbelastung sei "weit geringer" als in Tschernobyl

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Artikelbild - Blick auf das AKW Tschernobyl (Foto: Andrzej Karoń cc-by)
Blick auf das AKW Tschernobyl (Foto: Andrzej Karoń cc-by)

Welche gesundheitlichen Folgen die AKW-Krise für die Einwohner der Präfektur Fukushima heute noch haben könnte, ist ein großes Angstthema, bei dem immer wieder Parallelen zu den Ereignissen von Tschernobyl gesucht werden.

Wissenschaftlich gesehen ist dies jedoch Unsinn, wie aktuelle Fukushima News über die Ergebnisse einer Auswertung zeigen sollen. Einzelheiten gibt es im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. September 2017.

Vergleich der Gesundheitsfolgen von Fukushima und Tschernobyl vorgelegt

Der „Science Council of Japan“ (SCJ), eine interdisziplinäre Organisation für Wissenschaftler, legte aktuell seine Ergebnisse zu den gesundheitlichen Folgen der Fukushima-Katastrophe bei Kindern vor.

Verantwortlich für die Zusammenstellung des Berichts, ist ein Subkomitee für Strahlenschutz und Risikomanagment, das zum medizinischen Teil des SCJ gehört.

Zu den Erkenntnissen zählt, dass die Menge an radioaktivem Jod, das durch die Folgen der Kernschmelze am AKW Fukushima Daiichi freigesetzt wurde, lediglich ein Siebtel des Materials darstellt, das im Rahmen der Tschernobyl-Katastrophe 1986 in die Umwelt gelangte.

Auch die Strahlungsbelastung beim evakuierten Teil der Präfekturbevölkerung sei wesentlich niedriger, als die durchschnittliche Belastung, die bei Evakuierten in Weißrussland und der Ukraine nachgewiesen wurde.

Es gäbe im Fall der Ereignisse in Fukushima vom März 2011 auch keine Hinweise auf Auswirkungen in der Schwangerschaft, wie etwa eine Häufung von Frühgeburten, Totgeburten, oder angeborenen Defekten.

Im Bezug auf die bisherige Einschätzung der erhöhten Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern, ist man auch aufgrund von internationalen Vergleichen davon überzeugt, dass die statistische Häufung auf Überdiagnosen zurückzuführen ist.

So habe beispielsweise eine Verschärfung der Ultraschall-Untersuchungen in Südkorea zur einer statistischen Explosion der Schilddrüsenkrebsrate geführt. Sie lag plötzlich das 15-fache über den Funden in Großbritannien und das fünf- bis sechsfache über den USA.

Doch sowohl in Südkorea, als auch in Fukushima liege nicht etwa eine Häufung von Krankheitsfällen, sondern eine gestiegene Früherkennung vor, so dass dieser „Screening-Effekt“ zu einer statistischen Verzerrung führe.

Medizinisch haben die Tschernobyl-Katastrophe von 1986 und die Fukushima-Krise von 2011 kaum etwas gemeinsam, die scheinbare Krebshäufung ist ein Statistikproblem – so lässt sich das Fazit zusammenfassen. Über diese Einschätzungen berichteten Präfekturmedien.

1 KOMMENTAR

  1. Der Vergleich der Gesundheitsfolgen von Fukushima und Tschernobyl ist absolut sinnfrei. Wäre der Wind nicht (zufällig) westlich geweht, sondern gen Tokio gezogen, hätte dieser Vergleich eine ganz andere Dimension. Was hier versucht wird runter zu spielen, ist tatsächlich nur einem Wetterphänomen geschuldet. Eine ernsthafte Risikobetrachtung würde die katastrophalen Folgen betrachten, die sich bei ungünstiger Wetter-/Windlage eingestellt hätten. Das ist die Basis, auf der man das Risiko ernsthaft diskutieren muss, nicht anhand von medizinischen Statistiken.

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