Fukushima aktuell: Extrem hohe Messwerte bei Strahlung und Temperatur

Fukushima aktuell: Extrem hohe Messwerte bei Strahlung und Temperatur

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Artikelbild - Messposten (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Strahlungsmessposten sind Ziel von Vandalismus (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Hohe Messwerte sorgten sowohl am Kernkraftwerk, als auch in der Präfektur Fukushima, heute für Beunruhigung. Doch nach offizieller Darstellung, bestehe kein Grund zur Sorge. Details und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. April 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Extrem hohe Strahlungswerte an Messposten der Präfektur Fukushima
  • Reaktor-Thermometer meldet extreme Temperaturen
  • Schnee verzögert Abtransport von Dekontaminationsabfällen
  • NRC-Vorsitzender der USA besucht Japan

Extrem hohe Strahlungswerte an Messposten der Präfektur Fukushima: Gestern meldete die Präfekturverwaltung, das an 30 der insgesamt 77 Messposten, die im März angebracht wurden und Anfang April in Testbetrieb gingen, extrem hohe Strahlungswerte gemeldet wurden, die an zwei Posten in Minamisoma und Katsurao das tausendfache des sonstigen Werts betrugen.

Da jedoch die übrigen Messposten in der Nähe keinerlei Auffälligkeiten zeigten, geht die Präfekturverwaltung von einem technischen Fehler bei der Datenübertragung aus.

Die Verwaltung entschuldigte sich dafür, die bereits am 3. April in Minamisoma entdeckten Werte erst jetzt veröffentlicht zu haben. Man habe zunächst die Ursache für die hohen Werte feststellen wollen. Dies berichtete die Mainichi Shimbun.

Reaktor-Thermometer meldet extreme Temperaturen: Kraftwerksbetreiber TEPCO gab bekannt, dass eine Temperaturanzeige im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 extrem hohe Temperaturen aufweise.

Am 3. April sei die Temperatur zwischen 5:00 Uhr und und 11:00 Uhr von zuvor 21 Grad Celsius auf 70 Grad gestiegen. Der Trend setzte sich fort, denn am 5. April wurden dort 88,5 Grad Celsius angezeigt. Gestern sank der Wert geringfügig auf 84 Grad.

Da ein Abgleich mit einem weiteren Thermometer dort normale Werte ergab und auch sonst keine Auffälligkeiten festgestellt wurden, gehe man von einem Fehler aus. Das Unternehmen versicherte, die Kontrolle des Reaktors sei nicht betroffen. Das berichtete die Mainichi Shimbun.

Schnee verzögert Abtransport von Dekontaminationsabfällen: Ein plötzlicher Kälteeinbruch führte in Teilen des Landes nicht nur zur Sichtung von blühenden Kirschbäumen im Schnee, sondern führte auch zu Transportbehinderungen.

So wurde etwa der Transfer von kontaminiertem Erdreich aus der Stadt Tamura (Bezirk Miyakoji), in das im Aufbau befindliche Zwischenlager in Okuma, verschoben.

Nach Angaben des Umweltministeriums verlege man wegen  Schneefällen von mehr als zehn Zentimetern den von heute vorgesehenen Abtransport zeitlich, um die Sicherheit der Maßnahme gefährleisten zu können. Hierüber berichteten Präfekturmedien. 

NRC-Vorsitzender der USA besucht Japan: Stephen G. Burns, Vorsitzender der US-Atomsicherheitsbehörde NRC, besuchte Japan, um sich mit dem bislang ungelösten Problem radioaktiver Abwässer am AKW Fukushima Daiichi zu befassen.

AKW Fukushima: Ansprache von NRC-Präsident Stephen Burns am 7. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ansprache von NRC-Präsident Stephen Burns am 7. April 2015 (Foto: TEPCO)

Bei seinem Aufenthalt besuchte Burns auch die Kraftwerksanlage in der Präfektur Fukushima, um sich einen Eindruck von der Situation vor Ort zu machen. Damit verbunden war auch eine Ansprache vor den Beschäftigten des Betreiberunternehmens TEPCO.

Das geplante Treffen mit Medienvertretern in der US-Botschaft ergab nichts grundsätzlich Neues. So wurde dort die Erwägung bereits kontaminiertes Wasser in das Meer zu verklappen, erneut aufgegriffen.

Dieser Schritt sei weiterhin eine Option, bedürfe jedoch reiflicher Überlegung und Planung. Über den Besuch des NRC-Präsidenten berichtete die Kyodo.

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