Start Aktuelles Fukushima aktuell: Fast 750.000 Kubikmeter radioaktive Arbeitsabfälle bis 2028

Fukushima aktuell: Fast 750.000 Kubikmeter radioaktive Arbeitsabfälle bis 2028

2333
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Entsorgte Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ordnungsgemäß entsorgte Schutzanzüge am 11. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Radioaktive Abfälle und der Streit um die Sicherheit des Eiswalls gehören zu jenen Themen, die aus Fukushima heute gemeldet werden. Andere Themen gehen im Vergleich hierzu praktisch unter.

Welche Ereignisse sonst noch zu den aktuellen Fukushima News gehören, erfährt man natürlich dennoch – im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Februar 2016.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Fast 750.000 Kubikmeter radioaktiver Arbeitsabfälle bis 2028
  • NRA befürwortet schrittweise Inbetriebnahme des Eiswalls
  • Alarm führt zu Stopp der Grundwasserumleitung
  • Besuch von NRA-Präsident am AKW Fukushima
  • Mögliches Bindemittel für Cäsium entdeckt

Fast 750.000 Kubikmeter radioaktiver Arbeitsabfälle bis 2028: TEPCO veröffentlichte am Samstag erste Schätzungen zur Menge an kontaminierten Abfällen, wie Trümmer und Schutzkleidung, die im Zuge der Stilllegungsarbeiten anfallen werden.

Den Angaben des Unternehmens zufolge, werden im Jahr 2028 etwa 749.000 Kubikmeter dieser Abfälle zu entsorgen sein. Allein bis Juli vergangenen Jahres fielen 290.000 Kubikmeter an. Weitere 460.000 Kubikmeter sollen demnach noch folgen.

Der Großteil entfällt auf Trümmer aufgrund der Explosionen der Reaktorgebäude (550.000 Kubikmeter), gefolgt von der Baumrodung (145.000) und kontaminierter Arbeitskleidung (54.000).

Das Unternehmen will durch Müllverbrennung das Volumen der Abfälle reduzieren und diese einlagern. Bislang liegen die Strahlungswerte bei maximal 1 Millisievert pro Stunde. Sollten mehr als 30 Millisievert erreicht werden, ist eine sichere Einlagerung vorgeschrieben.

Die ersten Probleme zeigen sich bereits jetzt. So wurde der Testbetrieb einer Müllverbrennungsanlage abgebrochen, nachdem potentielle Probleme entdeckt worden waren.

NRA befürwortet schrittweise Inbetriebnahme des Eiswalls: Kraftwerksbetreiber TEPCO und die Atomaufsichtsbehörde NRA einigten sich am heutigen Montag auf einen Kompromiss bei der Inbetriebnahme des so genannten „Eiswalls“.

Die NRA blockiert den Start des Eiswalls bislang aufgrund von Sicherheitsbedenken. Die Sorge, eine unterirdische Barriere könne zum Abfall des Grundwasserpegels um die Reaktorgebäude führen, was den vermehrten Austritt radioaktiver Abwässer führen könnte, steht im Raum.

TEPCO schlug dann beim heutigen Treffen vor, zunächst lediglich ein Teilstück in Betrieb nehmen zu wollen. Anschließend sei eine schrittweise Gefrierung weiterer Strecken denkbar. Die NRA begrüßte den Vorschlag, da er ermögliche, den lokalen Wasserstand genauer zu untersuchen

Allerdings lehnte sie den Antrag, als erstes ein Teilstück auf der Landseite des Geländes gefrieren zu dürfen ab und verwies darauf, zunächst das Teilstück an der Küstenseite zu nutzen, da dies das Risiko eines Austritts in das Meer verringere.

TEPCO erklärte, dieser Bitte folge zu leisten und versprach weitere Sicherheitsmaßnahmen gegen einen Abfall des Grundwasserpegels zu treffen, bevor die Arbeiten anlaufen.

Eine Einigung, wann die Gefrierung des Bodens durch die unterirdischen Rohre mit der Kühlflüssigkeit tatsächlich zugelassen wird und beginnen soll, steht jedoch noch aus. Um eine vollständige Bodenfrostung herbeiführen zu können, ist ein Zeitraum von acht Monaten erforderlich.

Abgesehen von der grundsätzlichen Bereitschaft, einer schrittweisen Inbetriebnahme des Eiswalls zuzustimmen, hat sich somit nichts verändert. Über die dezente Annäherung beider Parteien berichteten jiji, Asahi Shimbun, NHK, sowie Präfekturmedien.

Die Regierung und TEPCO hoffen, durch den Eiswall die täglich anfallende Menge an kontaminiertem Grundwasser drastisch reduzieren zu können. Bislang muss das Wasser eingelagert und gefiltert werden.

Mit Stand vom Donnerstag lagern derzeit etwa 800.000 Tonnen radioaktive Abwässer in Behältern auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Alarm führt zu Stopp der Grundwasserumleitung: Am gestrigen Sonntag kam es gegen 9:47 Uhr zu einem Alarm, der auf Wasserstandsabweichungen hinwies und zum automatischen Stopp des Wassertransfers in die temporären Lagertanks führte.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde zudem die Pumpe manuell abgestellt, um sicherzustellen, dass kein weiteres Grundwasser heraufgepumpt wird. Um 10:26 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden, da kein Leck festgestellt wurde.

Die Tanks sind mit Wasserstandsmessern ausgestattet, die jedoch bei keiner der Tankgruppen irgendeine Abweichung anzeigten. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Besuch von NRA-Präsident am AKW Fukushima: Am Samstag besuchte der Vorsitzende der Atomaufsichtsbehörde, Shunichi Tanaka, das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Im Anschluss folgte eine Pressekonferenz im J-Village.

Tanaka, der selbst aus Fukushima stammt, erklärte gegenüber den Pressevertretern, insbesondere die Bergung von Brennelementen aus den Reaktorgebäuden werde eine wesentliche Verbesserung der Sicherheitslage führen und Risiken deutlich verringern.

Daher sollte dieser Schritt bei der Stilllegung der Kraftwerksanlage besondere Priorität genießen. Die Bekämpfung radioaktiver Abwässer werde im Vergleich hierzu von TEPCO überbewertet und verringere die bestehenden Probleme lediglich.

Für Freitag ist die Besichtigung des AKW Fukushima durch weitere Vertreter der Aufsichtsbehörde vorgesehen. Das berichten Präfekturmedien.

Mögliches Bindemittel für Cäsium entdeckt: Eine Tokyoter Forschergruppe und die Japanische Atomenergiebehörde JAEA stellten am vergangenen Freitag ihre Untersuchungsergebnisse vor.

Demnach habe man festgestellt, dass sich radioaktives Cäsium, das während der Fukushima-Krise freigesetzt wurde, stark an das im Boden enthaltene verwitterte Biotit gebunden hatte.

Die Wissenschaftler untersuchten den Cäsiumgehalt von acht Mineralienarten, die im Boden der Präfektur vorhanden sind und stießen dabei auf das verwitterte Biotit als besonders starkes Bindemittel.

Nach Hoffnung der Wissenschaftler könnten diese Erkenntnisse nicht nur zu einer verbesserten Dekontamination führen, sondern auch das Volumen radioaktiver Abfälle ließe sich durch den Einsatz des Minerals womöglich reduzieren.

Aus dem verwitterten Biotit wird Vermikulit gewonnen, dass zur Bodenfruchtbarkeit beiträgt und in diesem Form zur Verbesserung der Qualität in Gärten eingesetzt wird. Über die aktuellen Erkenntnisse berichten Präfekturmedien.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here