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Fukushima aktuell: Firmen missbrauchten Ausländer für Dekontaminations-Jobs

Statt Weiterbildung erhielten Ausländer fachfremde Arbeit in Fukushima

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Artikelbild - Herbstlaub by dev (Public Domain)
Organisierte Illegale Beschäftigung bei Dekontamination in Fukushima (Symbolbild: pd)

Die Ausbeutung von ausländischen Arbeitskräften macht nicht nur in Fukushima heute Schlagzeilen, sondern eine ganze Reihe von Medien greift das Problem in Japan aktuell auf – aufmerksamen Spreadnews-Lesern dürften die Grundlagen bereits bekannt sein.

Die Details der heutigen Fukushima News zum Wochenende gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Juli 2018.

Ausländische Auszubildende für Dekontaminationsarbeiten missbraucht

Wie das Justizministerium am heutigen Freitag mitteilte, haben vier Bauunternehmen eine Reihe von Auszubildenden aus dem Ausland für fachfremde Dekontaminationsarbeiten missbraucht, obwohl diese nicht Teil des Ausbildungsplans sind.

Obschon das Thema in Japan aktuell für Schlagzeilen sorgt, sind die Ereignisse an sich nicht neu. Auch Spreadnews berichtete mehrmals über bekannt gewordene Fälle.

Der illegale Arbeitseinsatz von Vietnamesen war bereits im März und April 2018 in den japanischen Medien aufgegriffen worden. Für zusätzliche Schlagzeilen sorgte der Umstand, dass sogar illegale Beschäftigung am AKW Fukushima Daiichi vorlag.

In der Regel mussten die Personen kontaminiertes Erdreich, Laub, Bautrümmer und andere Abfälle entsorgen, die aufgrund des radioaktiven Niederschlags als Folge der AKW-Katastrophe in Fukushima angefallen waren.

Zwei der Bauunternehmen haben ihren Sitz in der Präfektur Fukushima, eines in der Präfektur Chiba, im Großraum Tokyo und eines in Morioka (Präf. Iwate). Das letztgenannte Unternehmen erhielt bereits ein fünfjähriges Beschäftigungsverbot für Auslandspraktika.

Doch diese Fälle sind womöglich nur die Spitze des Eisbergs, denn das Ministerium hat bislang nur die Untersuchung von 182 Unternehmen abgeschlossen – es sind jedoch 1.002 Bauunternehmen in neun Präfekturen am regierungsgeförderten Ausbildungsprogramm beteiligt.

Somit könnten weitere illegale Beschäftigung im fachfremden Tätigkeitsgebieten bekannt werden. Die Dekontamination ist für Unternehmen ein lukratives Geschäft, da es in einigen Regionen von der Regierung subventioniert wird.

Über die offiziellen Zahlen der missbräuchlichen Beschäftigung im Dekontaminationsgewerbe berichteten mehrere japanische Medien, darunter Asahi Shimbun und jiji.