Fukushima aktuell: Fischer gegen Verklappung tritiumhaltiger Abwässer

Fukushima aktuell: Fischer gegen Verklappung tritiumhaltiger Abwässer

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Artikelbild - Fischersfrauen am 15. März 2011 an der Tohoku-Küste (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Fischersfrauen am 15. März 2011 an der Tohoku-Küste (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Die Pläne zur Verklappung radioaktiver Abwässer sind bei Fischern der Präfektur Fukushima heute noch genau so umstritten, wie zu Beginn der Diskussion. Doch während man sich bislang einigen konnte, zeigen die aktuellen Fukushima News eine starke Ablehnungshaltung.

Die Einzelheiten und weitere Meldungen, etwa zu einem Forschungszentrum, oder den Status des Eiswalls, gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. April 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Fischer gegen Verklappung von Tritium-Abwässern
  • Erster Spatenstich für Forschungszentrum
  • TEPCO mit Temperaturentwicklung am Eiswall zufrieden
  • Ursache für Rauchentwicklung bekannt

Fischer gegen Verklappung von Tritium-Abwässern: Bei einem gestrigen Treffen des Rats für den Wiederaufbau des Fischereibetriebs in der Präfektur Fukushima, wurden kritische Stimmen gegen die Pläne zur Verklappung tritiumhaltiger Abwässer laut.

Die Regierung hatte die Verklappung bei einem Vergleich verschiedener Entsorgungsmöglichkeiten als schnellste und günstigste Methode ermittelt.

Teilnehmer des Treffens in Iwaki äußerten sich kritisch und befürchten, die Einwände der Fischer könnten von der Regierung ignoriert werden, um eine möglichst kostengünstige Lösung durchzudrücken.  Über die Vorbehalte berichteten Präfekturmedien.

Erster Spatenstich für Forschungszentrum: Gestern erfolgte in Tomioka (Präf. Fukushima) der erste Spatenstich für ein Forschungszentrum zur Stilllegung der Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Die zweigeschossige Einrichtung ist eine erdbebensichere Stahlkonstruktion und bietet  2115 Quadratmeter Nutzfläche. Dort sollen Laboratorien, sowie ein Konferenzraum entstehen. Die Gesamtkosten für Grundstück und Bau belaufen sich auf 13 Milliarden Yen.

Das Zentrum soll bis März kommenden Jahres fertiggestellt werden und dann bis zu 150 internationalen Experten verschiedener Fachgebieten eine Möglichkeit zur Entwicklung von Methoden zur Entsorgung radioaktiver Abfälle und der Bergung geschmolzener Brennelemente bieten.

Eine Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen, etwa dem Zentrum in Okuma, an dem mit maßstabsgetreuen Modellen neue Technologien erprobt werden sollen, ist ebenfalls vorgesehen. Über den Beginn der Arbeiten berichteten NHK und Präfekturmedien.

TEPCO mit Temperaturentwicklung am Eiswall zufrieden: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO gestern bekannt gab, sinkt die Temperatur des so genannten Eiswalls gleichmäßig. Ein entsprechender Bericht wurde bei der Atomaufsichtsbehörde NRA eingereicht.

Das Unternehmen hatte den Gefrierungsvorgang Ende März gestartet, um das küstenseitige Teilstück der unterirdischen Grundwasserbarriere zu gefrieren. Bislang gibt es offenbar keine Betriebsstörungen.

Ziel der Maßnahme ist es, durch ein unter der Erde verlaufendes Rohrsystem ein Kühlmittel zirkulieren zu lassen, was zu einer Gefrierung der umgebenden Bodenschichten führt.

Hierdurch soll eine natürliche Barriere gegen Grundwasser um die Reaktoren 1 bis 4 entstehen, um die Vermischung von radioaktivem Abwasser aus dem Reaktor und Grundwasser zu verhindern. Über die Fortschritte berichteten Präfekturmedien.

Ursache für Rauchentwicklung bekannt: Gestern berichteten wir an dieser Stelle über die Rauchentwicklung an einer Nachwärmeabfuhrleitung. Heute gab der Kraftwerksbetreiber TEPCO weitere Informationen bekannt.

Demnach lag nicht im eigentlichen Sinne ein Brand vor, sondern bei der Anlegung von Spannung am Motor der Pumpe sei es zu einem elektrischen Erdfehler gekommen und die Gummiummantelung sei dabei angebrannt.

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